Déjà-vu für ASV Pressbaum: Golden Set wie 2019. Titelverteidiger ASV Pressbaum gewinnt Halbfinal-Krimi gegen Wolfurt erst in der Verlängerung.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 14. April 2021 (01:35)
Adi Pratama verliert sein Einzel und sorgt dann doch für den Aufstieg.
Claus Stumpfer

Der ASV Pressbaum hatte sich den UBSC Wolfurt als Halbfinalgegner selbst ausgesucht. Als Grunddurchgangsgewinner hätte man auch gegen Linz spielen dürfen, das in der Tabelle weit schlechter als die Vorarlberger gelegen war. Wolfurt hingegen war wie Pressbaum heuer noch ungeschlagen. Die Entscheidung von Mannschaftsführer Adi Pratama und dem sportlichen Leiter Andreas Meinke, gegen sie spielen zu wollen, sorgte bei vielen daher doch für Erstaunen.

„Allen ist klar, dass es eine enge Partie werden wird — auch uns“, meinte Meinke noch vor dem Spiel. Das Argument, dass wer Meister werden will, jeden Gegner schlagen müsse, hatte zumindest den Beigeschmack des Ehrenhaften. Aber ahnte Meinke wirklich, dass es wieder so knapp werden würde, wie in der Saison 2018/19, als der Finalist erst im Golden Set ermittelt wurde? Wohl kaum.

„Adi Pratama hatte im Golden Set dann wieder alles im Griff und die Partie für uns noch gerettet.“ Dem sportlichen Leiter des ASV Presbaum, Andi Meinke, fiel ein Stein vom Herzen

Die Wolfurter reisten aber erstmals heuer in Bestbesetzung an, wohingegen bei Pressbaum die Sorger-Geschwister aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Verfügung standen. Keine Schwächung, die bei der Größe des Pressbaumer Kaders entscheidend sein sollte, aber zumindest eine weitere Zuspitzung der Lage.

Nur Schade, dass bei diesem an Dramatik nicht zu überbietendem Spektakel kein Publikum erlaubt war. Aber auch beim Livestream noch abrufbar war beste Unterhaltung garantiert.

Spielertrainer Adi Pratama wählte zwar die bestmögliche Aufstellung, da der Einzug ins Finale in nur diesem einen Spiel entschieden wurde, doch es begann gleich holprig im Einserdoppel, das er selbst mit dem Bulgaren Pejo Boychinov bestritt. Erst im zweiten Satz fanden die Pressbaume ihren Rhythmus und siegten letztlich auch knapp. Als dann auch die Damen in Doppel und Einzel nichts anbrennen ließ, schienen die Titelverteiger schon mit einem Bein im Finale zu stehen.

Pratama gewann den ersten Satz mühelos und dann passierte es: Plötzlich lief bei ihm und in weiterer Folge allen Pressbaumern kaum mehr etwas zusammen. Der Indonesier verlor in Diensten der Pressbaumer erst zum zweiten Mal sein Einzel und auch Boychinov hatte einen Tag zum Vergessen. Im Mixed wurden die Pressbaumer förmlich vom Platz geschossen udn letztlich war es der Youngster Jan Janostik, der sich der Negativspirale, in der sich alle ASV-Spieler zu befinden schienen, widersetzte. Sein Sieg rettete den Titelverteidiger erst in den Golden Set. Genau dasselbe Szenario wie schon vor zwei Jahren gegen die Wolfurter!

Entscheidung im Mixed favorisierte die Gäste

Die Regeln für den Fall einer derartigen Entscheidung besagen, dass jede Mannschaft zwei der fünf Disziplinen streicht und in der verbleibenden Disziplin wird dann ein Satz gespielt, um den Sieger zu ermitteln. Und die Wahl fiel wie schon 2019 auf das Mixed.

Adi Pratama übernahm natürlich selbst die Verantwortung und ging mit Emily Wu aufs Feld. Ihnen gegnüber stand niemand geringerer als Österreichs Nationalteam-Mixed Birker/Hochmair! Eine Stunde zuvor hatten die Vorarlberger noch Wu mit Pawel Pietryja vom Feld gefegt. Doch Pratama war in dieser Phase der Partie für keine Faxen mehr zu ahben. Voll konzentriert zeigte er den beiden Österreichern auf der andren Seite des Netzes ihre Grenzen auf. Die Spieler beider Teams standen n der Seite und feuerten ihre Spieler nach Kräften an, doch auch hier kippte die Stimmung bald auf Pressbaums Seite. „Pratama hatte alles im Griff und die Partie dann für uns noch gerettet“, meinte Meinke.