Pressbaum-Duo gegen Elite. Zirnwald und Meinke beim „Sudirmancup“, den prestigeträchtigen Mannschaftstitelkämpfen, die heuer in Australien ausgetragen wurden, am Start.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 08. Juni 2017 (03:20)
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Für Antonia Meinke waren die Einsätze bei der Team_WM in Australien vor allem ein großartiger Lernprozess. Punkt konnte sie noch keinen beisteuern.

Heuer fand der prestigeträchtige BWF Sudirman Cup erstmals in seiner 15-jährigen Geschichte in Australien statt. Die Weltmeisterschaft für gemischte Mannschaften an der atemberaubenden Küste von Gold Coast war auch für Roman Zirnwald ein großes Abenteuer. „Ich freue mich immer, bei einer Team-WM dabei sein zu dürfen, aber diese Titelkämpfe heuer waren einfach die besten, die ich je spielen durfte“, meinte der Routinier begeistert. Mit Antonia Meinke hatte er auch eine junge Pressbaumer Teamkollegin an seiner Seite, wie überhaupt das junge Nationalteam mit Ex-Pressbaumern gespickt war. Die letztjährige Nummer Eins des ASV, Leon Seiwald, war ebenso dabei, wie Österreichs derzeitige Nummer eins, Luka Wraber.

Betreut wurden die acht Spieler des Nationalteams, zu denen noch Serena Au-Yeong, Katharina Hochmeir, Dominik Stipsits und Vilson Vattanirappel zählten, von Oliver Pongratz, Krasimir Jankov und Kirstin Bauer. „Wir stellten eine der jüngsten Mannschaften, nur ich hab den Altersschnitt klar angehoben“, lacht der Mitdreißiger, dem die Trainingsbedingungen behagt haben. „Das Hotel lag am Meer, und so konnte an den turnierfreien Tagen Morgensport am Strand gemacht und im Meer gebadet werden. Die spielfreie Zeit wurde zum Training genutzt, bei dem sich die Gelegenheit bot, den Top-Stars zuzuschauen und zu lernen.“

Gute Leistungen blieben allesamt unbelohnt

Das Turnier selbst begann für Österreichs Team mit dem Spiel gegen Singapur. „Dabei haben alle eingesetzten Spieler eine gute Leistung abgerufen und so die Matches teilweise offen gestalten können“, findet Zirnwald, auch wenn es als krasser Außenseiter gegen die Asiaten keinen Punkt gab — 0:5. Das Mixed spielte Zirnwald mit Meinke und zumindest gelang es, ein paar tolle Ballwechsel zu zeigen.

Mehr ausgerechnet hatte sich die österreichische Teamführung tags darauf gegen die Lokalmatadore. Doch trotz guter Leistungen konnte man erneut nicht punkten. Erst im letzten Gruppenspiel gegen die USA war es soweit: Für Österreich siegte im Herreneinzel Wraber und im Herrendoppel konnte Zirnwald mit dem jungen Stipsits einen Punkt bei der 2:3-Niederlage beisteuern. Im Mixed zeigten Zirnwald/Meinke einen starken ersten Satz, doch letztlich reichte es nicht. Auch Zirnwald musste zugeben: „Im Endeffekt waren die US-Amerikaner ein wenig zu stark für uns.“

In der letzten Begegnung gegen Neuseeland ging es um Platz 19 oder 20. Im ersten Spiel, dem Mixed, reichte es nicht bei Zirnwald und Partnerin Au-Yeong. Doch Wraber holte den ersten Punkt im Einzel zum 1:1. Im Herrendoppel starteten wieder Zirnwald/Stipsits. „Nach einem wahren Krimi war das Glück leider auf neuseeländischer Seite“, wusste Zirnwald da schon, dass es für Österreich nicht zum Sieg reichen wird. Im Dameneinzel erwiesen sich die Neuseeländerinnen dann wie erwartet als zu stark — 1:3.

Für Meinke ein Turnier zum Lernen

„Novizin“ Meinke war vom „Sudirmancup“ trotzdem begeistert: „Es war eine einzigartige Erfahrung bei so einem Event für Österreich am Start zu sein. Dass es für mich schwer wird, ein Spiel zu gewinnen, war mir klar, jedoch bin ich froh, dass ich trotz Nervosität in fast allen Spielen die Gegner fordern konnte.“ Für sie war wichtig, ihre Idole im Badminton hautnah spielen sehen zu können. „Ich habe versucht, mir viel abzuschauen und in mein Spiel aufzunehmen. Daher bin ich für jede Minute, die ich in Australien verbringen durfte, und für jeden Einsatz, sehr dankbar!“

Und Zirnwald resümierte: „Wir haben gewusst, dass es schwer wird, ein Spiel zu gewinnen, aber gegen USA und Neuseeland hatten wir Chancen. Persönlich gesehen, war es ein Turnier der vergebenen Chancen. In zwei von den drei verlorenen Herrendoppel hätten Dominik und ich nach gewonnenem ersten Satz und Vorsprung im zweiten gewinnen müssen, doch leider waren wir nicht konstant genug. Insgesamt war das Turnier sicher noch einmal eine tolle Erfahrung für mich und für die jungen Spieler eine sehr gute Gelegenheit zu lernen, wie die Elite arbeitet und spielt.“