Erstellt am 12. Oktober 2011, 00:00

HINTERGRUND. RADSPORT / Mit Franz Grassmann hat profilierter Fahrer des RadUnion-Teams von Franz Stocher seine Karriere beendet.

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VON CLAUS STUMPFER

Franz Grassmann hat letzte Woche seinen Rücktritt vom Profiradsport erklärt. Die Entscheidung des 24-Jährigen - dessen Vater übrigens mit seiner Firma viel in Purkersdorf arbeitet und der bis zum Schluss für die Rad-Union von Pressbaums Franz Stocher fuhr, kam nicht ganz unerwartet, hat er sich doch von seinem Sturz bei der EM 2009 nie ganz erholen können.

Dabei hatte der Unfall ganz harmlos ausgesehen und auch Grassmann selbst hat das Ausmaß der Verletzung zunächst nicht erkannt. „Ich bin fast im Stand umgefallen, und am Rücken gelandet“, hatte er zwar den EM-Lauf nicht beenden können, weil ihm der rechte Fuß eingeschlafen war, rechnete aber nicht einmal mit einer Pause.

Zwei verschobene Wirbel  sind nicht mehr zu kurieren

 

Tatsächlich stieg Grassmann kurz danach wieder aufs Rad, bekam aber ein Problem nicht in den Griff: „Unter Höchstbelastung ist mir unter den Rennen immer wieder der rechte Fuß eingeschlafen.“ Er gab dem Material die Schuld, probierte andere Sattel und Schuhe - ohne Erfolg. Eine ärztliche Untersuchung ergab dann, dass sich zwei Wirbel verschoben hatten. Es folgte eine intensive Therapie im Winter 2009/10, doch echte Besserung wurde nicht erzielt.

Seine stärksten Jahre hatte Grassmann 2008/09, als er fürs Kontinentalteam aus Wels fuhr, . Ein Höhepunkt war der Etappensieg bei der Ungarn-Rundfahrt. „Das Problem war aber, dass ich zu viel wollte“, beklagt Grassmann, dass er mit Extratrainings den Körper überfordert hat. „Mir hat die Coolness gefehlt, auf meine Zeit zu warten!“

Heuer wollte Grassmann trotzdem nochmals angreifen, hatte im Winter ein beinhartes Aufbauprogramm durchgezogen, aber im Frühjahr die Leistung nicht auf die Straße gebracht. Jetzt zog er die Reißleine.

Vergangenheit: Ein erster Höhepunkt war der Straßenstaatsmeistertitel bei den Junioren in Jahr 2004. Bei der WM in Oberwart reichte es für Rang 18 und bei der Junioren-EM 2005 wurde Grassmann Fünfter.

Gegenwart: „Mit vollem Einsatz könnte ich zwar immer noch ein guter österreichischer Fahrer sein, aber ich hatte mich immer international orientiert und für ein Top-Profiteam reicht es nicht mehr“, hat Grassmann bereits mit dem „abtrainieren“ begonnen.

Zukunft: Hauptaugenmerk legt Grassmann nun auf sein Studium an der BOKU.