Geschwister Wolf sammeln Silber bei Bundesmeisterschaft. Nach Marie Wolf ist nun auch Bruder Martin trotz langer Trainingspause mit überraschend positivem Ausgang in die Saison gestartet.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 01. November 2017 (01:40)
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Marie Wolf bei ihrer Übung am Angstelement Balken, das diesmal besonders gut gelungen ist.

Nach ihren beiden Vize-Titeln bei den letztwöchigen Landesmeisterschaften in Ternitz holt Marie Wolf (13) bei der biennal ausgerichteten österreichischen Meisterschaft der Unionsvereine in Wien in der internationalen Juniorenklasse wiederum Silber. Die Tullnerbacherin verbesserte ihre Gesamtleistung gegenüber der Vorwoche sogar um ganze zwei Punkte, dennoch hat es wieder nicht für ganz oben am Treppchen gereicht.

Gesamtleistung konnte gesteigert werden

„Zu viele Elemente fehlen derzeit am Stufenbarren, die nicht geeignet trainiert werden können“, erklärt Trainerin Agnes Hodi. Gäbe es einen Bundestitel für die Einzelgeräte, wäre das der Sprung geworden. Mit 11,433 Punkten zeigte Wolf die bessere Sprungwertung als die Wiener Konkurrentin, trotzdem wäre auch hier bereits der Tsukahara gefragt gewesen. Am Balken konnte Wolf gegenüber der Vorwoche aufhole und beim freien Rad war zwar einen Sturz zu verbuchen, dafür gelang der neue Aufgang „Sprung in den Spagat“. Somitgingen gleich 0,7 Punkte mehr an Schwierigkeitswert in die Bilanz ein.

„Auch die Nerven haben diesmal gehalten, keine Selbstverständlichkeit bei Marie, die schon öfter bessere Ergebnisse im letzten Moment noch aus der Hand gegeben hat“, weiß auch Mutter Tina Weinberger von der Union St. Pölten. Vor allem am Balken scorte sie diesmal deutlich besser.

Die Turnerin freut sich jetzt auf die bis zur Wiedereröffnung der Kunstturnhalle in St. Pölten im April folgenden monatlichen Trainingsaufenthalte in Ungarn. „Ich hoffe dort wieder Angstelemente in eine Schnitzelgrube trainieren zu können, damit der Trainingsrückstand nicht unaufholbar wird“, gibt sie sich motiviert. Eine neue Bodenkür wurde ebenfalls bereits mit der Ballettrainerin ausgearbeitet. „Auf diese Präsentation freue ich mich besonders“, erklärt sie.

Vize-Bundesmeistertitel auch für Bruder Martin

Für Martin Wolf (11) war die Union-Bundesmeisterschaft zugleich der Saisonstart. Er hatte nach seiner langen Trainingseinschränkung im Frühjahr wegen eines Fersenödems, der zähen Viruserkrankung im Sommer und der dann noch folgenden 2-monatigen Trainingspause keinerlei Einschätzung, was sein Körper leisten würde.

„Die Übungen haben zwar gezeigt, dass er in Trainingsrückstand geraten war, allerdings konnte er zumindest das bislang Erlernte halten“, war Trainer Sivado positiv überrascht. Für die Pflichtübungen der Jugendstufe 3 (U 12) reichte es, aber seinen Bundesmeistertitel aus dem Jahr 2015 musste er an seinen Vereinskollegen aus der Union St. Pölten, dem Herzogenburger Miedler (10), abgeben. Mit seiner Mannschaft freute er sich dann aber doch über Gold.

„Dies war sein letzter Wettkampf in dieser Wettkampfklasse der Pflichtübungen, wo alle im Wesentlichen dieselben Übungen zeigen müssen“, erklärt Mutter Weinberger

Für heuer stehen bei Marti n noch zwei so genannte Kürwettkämpfe an, bei denen er alles zeigen kann, was er zu bieten hat. Hier wird der Trainingsrückstand wohl deutlicher ausfallen, trotzdem möchte Trainer Sivado aufs Gas steigen. „Martin wird zurückkommen, davon bin ich überzeugt, auch wenn wir bei den Staatsmeisterschaften nicht allzu viel erwarten.“ Im Dezember steht außerdem sein erster Auslandswettkampf in Luxemburg am Programm.