Marie Wolf holt sich Gold in Vorarlberg. Die Tullnerbacherin Marie Wolf siegt dank Aufholjagd. Bruder Martin will sich weiter steigern.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 27. Juni 2018 (01:29)
Marie Wolf mit ihren Trainer Schagerl und Lehota.
NOEN, Ackerl

Die 121 besten Turnerinnen und Turner Österreichs aus allen neun Bundesländern, allen Leistungszentren und 43 Vereinen bildeten das Teilnehmerfeld der nationalen Titelkämpfe in Wolfurt. Mit an Bord der NÖ Delegation bei den 72. Staatsmeisterschaften in Vorarlberg waren auch die Tullnerbacher Geschwister Marie und Martin Wolf, die in der Staatsmeisterschaft in der allgemeinen Juniorenklasse antraten.

Für Martin endete die Saison mit der Erkenntnis, dass insbesondere nach der Rückkehr in die neue alte Trainingshalle mit Schnitzelgrube Übungen an den Geräten, Barren und Reck aufgeholt werden müssen. „An diesen Geräten fehlen noch internationale Küren, sodass ich auch bei diesem Bewerb keinen vollständigen Mehrkampf präsentieren konnte“, bedauert Wolf, für den sich allerdings Ergebnisse an einzelnen Geräten durchaus erfreulich gestalteten. So erreichte er am Sprung und am Boden sogar jeweils Platz vier. „Ich bin schon ganz zufrieden, weil ich diesmal meine Nerven nicht vor lauter Ehrfurcht weggeschmissen habe“, erinnert er sich nur ungern an seine Premiere bei Staatsmeisterschaften voriges Jahr in Mattersburg. „Alle kochen mit demselben Wasser, und das ist Fleiß.“

„Ich kann es noch gar nicht fassen“

Deutlich besser lief es diesmal für Schwester Marie, die schon voller Selbstbewusstsein in den Bewerb gegangen war. Während ihre Trainerin Szimonetta Lehota als Kampfrichterin im Einsatz war, coachte sie der LZ-Co-Trainer Christoph Schlager. Und bereits das Angstgerät Stufenbarren gelang, wenn auch nicht fehlerfrei. Ein Zwischenschwung nach dem Holmwechsel brachte ein paar Abzüge. „Und beim Folgegerät Balken hatte ich den Ärger darüber noch nicht ganz hinter mir gelassen, sodass auch hier zwei Hoppalas passiert sind“, erzählt sie — bezeichnenderweise beim Wolfsprung, auch als „Pistole“ bekannt, und beim freien Rad. „Das tat deutlich mehr weh, denn das kostete ganze zwei Punkte“, klagt Marie, die dafür mit einer beeindruckend präsentierten Bodenkür zu überzeugen wusste. Damit katapultierte sie sich sogar auf Rang zwei in der Zwischenwertung.

Ohne das zu wissen, gelang Wolf letztlich auch noch der Sprung, was sie hauchdünn aber doch auf Rang eins katapultierte und auch zu ihrer völligen Überraschung den Titel der österreichischen Juniorenmeisterin eingebracht hat. „Ich kann es noch gar nicht fassen, denn das war ein Ziel, das ich mir für nächstes oder übernächstes Jahr vorgenommen hatte. Es wird wohl ein wenig dauern, bis ich verstanden habe, was da gerade passiert ist!“