Nur 0,3 Punkte fehlten Martin Wolf auf den Sieg

Erstellt am 29. Juni 2022 | 02:55
Lesezeit: 3 Min
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Alle seine frühren und aktuellen Trainer vom LLZT St. Pölten feuerten Martin Wolf bei den Wettkämpfen in Budapest vor Ort an. Dieter Egermann, Christoph Schlager, Guido Zelaya, Janos Sivado mit Wolf (v. l.).
Foto: privat
Der Tullnerbacher schließt die Saison in Budapest mit dem großartigen fünften Platz am Sprung noch versöhnlich ab. .
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Nach einer mehr als verpatzten Saison, gespickt mit Verletzungen und Rückschlägen, gelang Kunstturnjunior Martin Wolf von der Union St. Pölten bei der siebten Auflage des Budapest Juniors Cup ein versöhnlicher Abschluss. Unter 12 teilnehmenden Nationen, darunter Georgien, Aserbaidschan sowie nationale Auswahlen von Monaco und Israel erreichte der SLZ/BORGL-Schüler den 16. Mehrkampfrang und qualifizierte sich auch für zwei Finals.

Am Sonntag verbesserte er sich hoch motiviert auf den fünften Endrang am Sprung und den sechsten am Barren. „Nur 0,3 Punkte trennten mich vom Sieg am Sprung, und ich bin natürlich froh, dass ich endlich wieder einen Mehrkampf an allen sechs Geräten durchturnen konnte. Zuletzt habe ich schon geglaubt, da geht überhaupt nichts mehr“, zeigte Wolf sich erleichtert.

„Martin befindet sich in einer körperlichen und mentalen Übergangsphase zum Hochleistungssport, dieser Schritt ist für einen 16-Jährigen nur schwer zu verdauen, da er die Perspektive noch nicht kennt und sehr im Hier und Jetzt lebt“ weiß Headcoach Guido Zelaya aus dem LLZT, um diese schwierige Phase bereits aus seiner Zeit mit argentinischen Spitzenturnern, die er begleitet hatte.

Der Verbleib im Kader der Junioren wackelt noch

Die Schwierigkeiten in den Übungen weiter zu erhöhen, um die Zielmarke von 70 Mehrkampfpunkten zu erreichen, die ihm ÖFT-Sportdirektor Leimlehner für den Verbleib im Nationalteam der Junioren gesetzt hat, ist das Ziel für den Sommer.

Dabei war Wolf bereits nah dran, ehe Schulstress, der „Kopf“ und kleinste Verletzungen dieses wieder in weite Ferne rücken ließen. „Es ist möglich, ich brauche nur mehr Zeit“, hofft der Junior auf einen Verbleib, weil er um die Bedeutung dieser nur mehr kleinen Gemeinschaft weiß.

„Mit einem Kinderkörper ist es recht leicht, schwierige Übungen schnell zu erlernen und ältere Turner dabei vorübergehend zu überholen. Aber dieses Können zu erhalten, bis der Körper erwachsen ist und den Biss zu behalten, auch wenn es einmal nicht so leicht geht, macht letztlich den Unterschied aus, ob man die Spitze irgendwann doch erreicht“, weiß Wolf.

Zu viele Trainingskollegen hat der Turner am Weg bereits „verloren“. Dafür feuerte ihn die gesamte Trainerschaft seiner 10-jährigen Karriere diesmal an. Angereist waren Erst-Trainer Dieter Egermann, Alt-Trainer Janos Sivado und der aktuelle Co-Trainer Christoph Schlager.