Sebastian Kössler hat das Speedway-Fieber gepackt. Speedway zählte einst zu den beliebtesten Sportarten. Den 13-jährigen Gablitzer Sebastian Kössler hat nun das Fieber gepackt.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 20. Juni 2018 (01:24)
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Süchtig nach Schräglage. Sebastian Kössler gilt nicht erst seit seinem achten EM-Platz als Österreichs größtes Speedwaytalent.
NOEN, privat

In den 80er-Jahren war sie der Traum jedes Buben — die 500-ccm-Einzylinder-Machine ohne Gang oder Bremsen, nur Speed! Speedway-Rennen mit Heini Schatzer, Adi Funk und Toni Pilotti füllten die Arenen von Wr. Neustadt bis St. Pölten mit zehnmal so vielen Fans wie Fußballspiele. Heute ist Speedway praktisch tot, doch ein 13-jähriger Gablitzer soll es wiederbeleben, geht es nach Champions wie Schatzer, Pilotti oder Walter Grubmüller (Gründer von Admiral Sportwetten und argentinischer Meister von 1980-82).

NOEN

„Im Vorjahr ist Sebastian mit einer deutschen Lizenz viel bei unseren Lieblingsnachbarn gefahren, aber da war die Neidgenossenschaft zu groß“, lacht der Vater über die Nachbarn mit dem angeblichen „Siegergen“, die nicht gut verlieren können. „Sie haben sich sogar bei Veranstaltern beschwert, dass sie gegen ‚den Kössler’ fahren müssen!“ Da haben es Vater und Sohn vorgezogen, heuer wieder mit österreichischer Lizenz, die in Deutschland nicht gültig ist, fast ausschließlich Rennen in Tschechien und Österreich zu bestreiten. „Dadurch sind wir auf wenige Rennen beschränkt, aber dafür bleibt mehr Zeit zum Trainieren“, sieht Gerhard Kössler seinen Sohn auf Kurs.

Fast jedes Wochenende zieht es den Schüler der NMS Purkersdorf samt Familie nach Mureck oder St. Johann/Pongau (Heimbahn Pilottis), um zu trainieren, sonst dreht er in Eggendorf seine Runden, wo der Vater regelmäßig mit Freunden die Bahn in Schuss hält.

Das viele Training macht sich bezahlt. Bei der 250ccm-EM mit U-16-Fahrern, gab es für den Jüngsten im 32-köpfigen Feld den achten Rang. „Allerdings war bei einem von fünf Rennen die Maschine defekt, sonst hätte es wohl drei Punkte mehr und einen Top-5-Platz gegeben“, erklärt Kössler sen., der sich von den Legenden wie Schatzer und Grubmüller gedrängt sieht, seinen schmächtigen Sohn bereits jetzt auf die 500-ccm-Maschine zu setzen. „Aber 500-ccm-Rennen darf man in Slowenien erst ab 15 Jahre bestreiten und in Österreich gar erst ab 16“, bremst Kössler seinen nur 48 Kilogramm schweren Sohn noch.