Schlintner springt noch ins Olympia-Flugzeug

Erstellt am 19. Januar 2022 | 02:54
Lesezeit: 3 Min
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Alexander Schlintner hat am letzten Drücker bei der EM in St. Moritz das Olympiaticket gelöst.
Foto: privat
Purkersdorfer wird am Wochenende beim Weltcup bester Österreicher und am Montag erfolgt sensationell die Nominierung fürs Team Austria. „Entdecker“ Kurt Teigl kann es kaum fassen.
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Als Neunjähriger kam Alex Schlintner im Rahmen des Handball-Programm von Team Teigl. „Bis zu seinem 14. Lebensjahr trainierte er bei mir nur Handball und Leichtathletik, dann habe ich zum Bobtraining mitgenommen, aber er ist beim Skeleton hängengeblieben“, erzählt Kurt Teil, der fortan für ihn Trainingspläne für diese Sportart aufgesetzt hat.

„Schnellster Starter in Österreich war er eigentlich immer, aber die großen Schritte vorwärts im fahrerischen Bereich sind erst in dieser Saison passiert“, ist nun auch Teigl überrascht, dass sein mittlerweile 23-jähriger Schützling, der schon vor zwei Jahren nach Tirol übersiedelt ist, um in Igls praktisch rund um die Uhr trainieren zu können, nun bereits heuer zu den Olympischen Spielen mitgenommen wird.

„Eigentlich war das erst für die Spiele in vier Jahren geplant, aber es ist natürlich super, wenn er Erfahrung bei diesem Großereignis sammeln kann“, gratuliert auch Teigl.

Schlintner, der in St. Pölten das Sportleistungszentrum besucht hat, aber die Handelsschule bereits extern abgeschlossen hat, gehört seit 2017 dem österreichischen B-Team an, doch der Sprung ins Weltcupteam ließ bis zum Vorjahr auf sich warten.

Als im Dezember in Altenberg Florian Auer erneut völlig neben der Spur war, kam die große Chance für Schlintner. der neue Nationaltrainer Jeff Pain (dreifacher Weltmeister aus Kanada) holte statt dem Sohn von ÖBSV-Sportdirektor Christian Auer fix Heeressportler Schlinter in die Weltcupmannschaft, neben Samuel Maier. Die beiden Youngsters sollten es nun richten.

In Winterberg vor zwei Wochen vergab Schlintner auf einer immer schlechter werdenden Bahn noch eine bessere Platzierung (23.), blieb hinter Maier (16.). Doch bei der EM in St. Moritz schlug Schlintner zurück. Auf der legendären Naturbahn in der Schweiz schaffte er immerhin einen Achtungserfolg als EM-Elfter beziehungsweise Weltcup-Zwölfter, seine beste Platzierung bislang. Maier, der nach Lauf eins als Dritter Medaillenkurs gelegen war, verpatzte den zweiten Durchgang und fiel auf EM-Platz zwölf (15. im Weltcup) zurück.

„Ich bin im Abschlusstraining gut auf Linie gekommen, die Zeiten haben gepasst. St. Moritz ist immer eine spezielle Herausforderung, da sich der Kurs jedes Jahr anders präsentiert. Da muss man in den ersten Fahrten immer rum probieren“, war Schlintner zufrieden.