Nächstes Abenteuer wartet auf Helmut Tschellnig. Der Purkersdorfer Helmut Tschellnig plant rund um seinen 66. Geburtstag im September den nächsten World‘s Marathon. „Denn da fängt das Leben an!“

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 28. April 2021 (01:32)
Mitte April testete Helmut Tschellnig seine Form und wäre auf den Feldern nahe Herzogenburg beinahe erforen“, wie er lebhaft schildert.
privat, privat

Im September wird Helmut Tschellnig 66 Jahre alt und gemäß eines alten Udo Jürgens Schlagers fängt da bekanntlich das Leben erst an. Also steckt der Purkersdorfer wieder in Trainingsvorbereitungen für einen Wüstenlauf. Aber da wir mitten in einer Pandemie stecken, hat der Routinier neben einem Plan A auch einen zweiten Lauf als Alternative angedacht.

„Am liebsten würde ich natürlich rund um meinen Geburtstag laufen und da wäre von 20. bis 26. September die Salzwüste Uyuni in Bolivien im Extremsport-Eventangebot“, hat er sich dafür bereits angemeldet. Für Bolivien spricht auch, dass er sich zuletzt bei Läufen in Südamerika stets gut gefühlt hatte. Mit einer Distanz von 220 Kilometern scheint der Lauf für Tschellnig auch nicht allzu fordernd. „Doch dazu muss man wissen, dass es ein ständiges bergauf und bergab gibt und das ganze zwischen 3.500 und 4.000 Metern Seehöhe stattfindet, was extreme Temperaturschwankungen garantiert“, erklärt Tschellnig die Besonderheiten, die das Rennen richtig hart machen können. Geschmeichelt vom Veranstalter fühlt sich Tschellnig schon jetzt: „Erstmals wurde mir die Startnummer eins zugeteilt“, freut er sich.

„Ich hatte Gott sei Dank eine Regenjacke im Gepäck, sonst wäre ich auf den Feldern irgendwo hinter Herzogenburg erfroren.“ Helmut Tschellnig über den Wetterumschwung bei seinem Testlauf am 12. April

Sollte es coronabedingt für Tschellnig aber unmöglich sein, in Bolivien an den Start zu gehen, dann gibt es mit einem Extremevent in Mosambik bereits einen gleichwertigen Plan B. „Auch die Wüsten im südlichen Afrika sind für mich immer großartige Rennen gewesen“, würden dort ebenfalls 220 Kilometer warten, dann allerdings erst zwischen 21. und 25. November. Als Vorbereitung würde Tschellnig dann auch noch zum ursprünglichen Bolivien-Termin eine Tour in Österreich laufen wollen. „Möglichkeiten gäbe es gleich mehrere“, hat er bereits in Erfahrung gebracht.

Schon jetzt trainiert Tschellnig wöchentlich rund 130 Kilometer. Und am 12. April gönnte er sich eine „Königsetappe“ von Untertullnerbach über Furth hinauf zum Stift Göttweig. Für die 82 Kilometer benötigte er 10:23 Stunden.

„Keine Strecke für Anfänger, aber landschaftlich herrlich und in meiner Form trotz ständigen Gegenwinds nicht wirklich ein Problem“, befand Tschellnig, der um 6.45 Uhr gestartet war und die erste zehnminütige Pause erst um 11.30 Uhr in Würmla einlegte, „zur Nahrungsaufnahme“, wie Tschellnig sagt. „Schinkenbrote mit Schokolade, einfach herrlich!“

Bis dahin hatten auch fast sommerliche Temperaturen geherrscht, doch kurz nach Herzogenburg setzte leichter Regen ein und es wurde bitterkalt. „Ich hatte Gott sei Dank eine Regenjacke im Gepäck, sonst wäre ich auf den Feldern dort irgendwo erfroren“, schildert Tschellnig, der dann doch froh war, als er in Paudorf erstmals freien Blick auf sein Ziel Göttweig hatte. „Den letzten Anstieg schaffte ich auch noch ganz easy über den Göttweiger Berg vorbei am Stift und runter zum Bahnhof.“

Für Tschellnig war vor allem das Wetter an diesem Tag ein echter Test für Bolivien. „Dort kann es am Tag auch ziemlich heiß werden, doch in der Nacht kühlt es um diese Jahreszeit auf diesen Höhen oft bis minus 15 Grad ab“, weiß er. Nur Regen gibt es, obwohl man sich in den Tropen befindet, keinen. „Den gibt‘s nur auf der anderen Seite der Berge“, wurde ihm erzählt.