Schaller träumt von Olympia-Teilnahme. Der 17-jährige Purkersdorfer ist gerade von einem Auslandssemster in Leeds zurückgekehrt, wo er mit dem Olympiasieger trainiert hat. Jetzt startet er Crowdfunding-Aktion.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 09. Mai 2018 (02:36)
Der 17-jährige Nico Schaller ordnet dem Wasserspringen derzeit alles unter. Das Toptalent aus Purkersdorf träumt von den Olympischen Spielen 2024.
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Der erst 17-jährige Nico Schaller ist drauf und dran, die neue Nummer eins im österreichischen Wasserspringen zu werden. Und dafür ist der Purkersdorfer auch bereit, einiges in Kauf zu nehmen.

Gerade ist er von einem Auslandssemester aus Leeds in England zurückgekehrt, wo er acht Monate lang an der Seite von Weltstars wie Jack Laugher, dem olympischen Silber- und Goldmedaillengewinner am 3-Meter-Brett, sowie anderen Springer-Stars des britischen Topkaders im City of Leeds Diving Club trainieren konnte. „Ich wollte unbedingt in dem Land sein, wo all meine Vorbilder und viele Weltstars springen, und konnte unglaublich viel von ihnen lernen“, geht Schaller nun voll motiviert in die Freiluftsaison.

Schaller ist für EM und WM bereits qualifiziert

„Diese Monate in Leeds haben mich schon zu Höchstleistungen in der aktuellen Saison getrieben“, konnte Schaller die Leistungen in seinen Paradedisziplinen am Ein- und am Drei-Meter-Brett, deutlich steigern. So hat er sich schon für die Jugend-EM im Juni in Helsinki und die Jugend-WM im August in Kiew qualifiziert. Bei internationalen Wettkämpfen hat er schon vier Silber- und zwei Bronzemedaillen in Amsterdam, Bergen, Kiew und Dublin geholt. In Österreich ist er Meister vom 3-Meter-Brett.

„Ich war immer schon sehr bewegungshungrig, das sagen zumindest meine Eltern. Und mit fünf Jahren schickte mich meine Mama dreimal die Woche zum Leistungsturnen, weil ich schwer zu bändigen war“, erzählt Schaller, der dann aber auch die typische Fußballphase hatte. „Doch mit elf Jahren entdeckte ich im Internet ein Wasserspringer-Schnuppertraining und von diesem Moment an hat mich dieser Sport nicht mehr losgelassen!“

Schaller trainiert zweimal täglich

Mit seiner vorbildlichen Einstellung konnte Schaller auch wettmachen, dass er sehr spät mit dem Wasserspringen begonnen hat. Täglich trainiert er zweimal, und das sechsmal pro Woche. Dazu kommt gewissenhafte Ernährung und mentale Arbeit. „Ich glaube, dass Disziplin ein Geheimnis in diesem schönen und eleganten Sport ist“, sagt Schaller, der für die Union Wien startet und seit 2013 Teil des österreichischen Jugendkaders ist und für den sein letztes Jahr in der Jugendklasse entscheidend ist.

Crowdfunding für den großen Olympiatraum. Der Purkersdorfer Nico Schaller mit seinen jungen Kollegen Anton Knoll und Selina Staudenherz (v. l.).
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„Meine bisherigen Trainer Anja und Irene Richter, sowie Langzeitcoach Michael Worisch, Beccy Gallantree in Leeds und mein jetziger Begleiter, der geniale „Didi“ Aristide Brun haben mich gut vorbereitet“, bedanbkt er sich. „Denn in Wahrheit geht es jetzt erst richtig los“, will Schaller bei Jugend-EM und -WM alles geben, um möglicherweise sogar die Qualifikation für die Jugend-Olympiade im Oktober zu schaffen.

Um die notwendigen Trainingsmaßnahmen und die intensive Wettkampfvorbereitung zu finanzieren, hat Schaller mit seinen zwei jungen Team-Austria-Kollegen, Selina Staudenherz (16) und Anton Knoll (13), eine Crowdfunding-Aktion gestartet. „Wir benötigen Geld für Physiotherapie, Massagen, Sportbekleidung (Badeanzüge, Sportschuhe, usw.) sowie um die Selbstbehalte für die Reisen zu Wettkämpfen abzudecken“, hoffen sie auf die Unterstützung von Gewerbetreibenden und Gönnern. „Wir sind eine Randsportart, aber das Potenzial unserer Generation ist groß“, verspricht Schaller.