Wihlidal freut auch Platz zwei. Wolfsgrabener muss sich beim ältesten Triathlon des Landes am Ebersdorfer See nur Paul Ruttmann geschlagen geben.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 09. Mai 2018 (02:20)
Stumpfer
Niko Wihlidal (hinten) kletterte als Zweiter aus dem Wasser, und war dann auch im Ziel Zweiter.

Kaum zu glauben, dass der 34. Chin-Min-Triathlon am Ebersdorfer See in Ober-Grafendorf wie im Vorjahr am ersten Mai-Wochenende stattfand. Hatten 2017 fast winterliche Verhältnisse geherrscht, so gab es heuer sommerliche Temperaturen, kaum Wind — erst auf der Laufstrecke frischte er auf — und fast 23 Grad Wassertemperatur (um zehn mehr als zuletzt).

Ein kleines, aber hochkarätiges Feld

Es war also angerichtet für drei der besten Triathleten Österreichs, die sich bei den Herren um den Sieg matchten: Paul Ruttmann, der Wolfsgrabener Niko Wihlidal und Andi Silberbauer, der sich erst vor zwei Wochen in Rohrbach zum Duathlon-Staatsmeister gekürt hatte.

Stumpfer
Niko Wihlidal gratuliert Sieger Paul Ruttmann im Ziel.

Letzterer ließ aber bereits beim Schwimmen zu viel Zeit liegen, um ernsthaft mitkämpfen zu können. Er hatte auch damit gerechnet, dass er am Rad Zeit gut machen würde, doch Ruttmann drehte am zweiten Split richtig auf und fuhr den Vorsprung zum Sieg heraus. Auch Wihlidal hatte dem nichts entgegenzusetzen. Auf der Laufstrecke tat sich dann nicht mehr viel, die Abstände blieben ziemlich konstant.

Mit der Siegerzeit von 1:49:58 Stunden setzte Ruttmann eine Hausmarke, aber richtig Freude wollte bei ihm nicht aufkommen. „Ich hatte einen Bauchfellriss und im Finish waren die Schmerzen wieder da“, fürchtet er um seine Saisonziele. Nach der Polizeimeisterschaft wollte er sich in Klagenfurt für die WM auf Hawaii qualifizieren.

Ein perfekter Triathlon aus Veranstaltersicht

Wihlidal, der seine sportliche Karriere schon seit etlichen Jahren Familie und Beruf etwas unterordnet, hat bescheidenere Ziele, und war nicht unzufrieden. „Paul ist ein Klassemann und meine Leistung hat schon gepasst“, konnte er vor allem mit der Schwimmstrecke zufrieden sein, denn immerhin kam er als Zweiter hinter dem Spezialisten Bauer aus dem Wasser.

Die Veranstalter des ältesten Triathlons Österreichs haben die 34. Auflage auch routiniert abgewickelt. Ein wenig hing ihnen bei den Nennungen noch das Wetterdesaster des letzten Jahres nach. Diesmal war aber alles perfekt, sodass Wettkampfleiter Kirchner und die Union Obergrafendorf als Organisatoren bei der 35. Auflage wieder auf ein ausverkauftes Rennen hoffen dürfen.