Wolf überraschend zum Kapitän ernannt. St. Pöltner Turnerriege zeigt zu Saisonbeginn schmerzliche Ausfälle, aber auch erfolgreiche Nachwuchsarbeit.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 21. März 2018 (01:09)
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Der Tullnerbacher Martin Wolf an den Ringen. Er ist zum Kapitän der St. Pöltner Staffel avanciert.Vorstandlechner

Zu Saisonbeginn zeigte sich die Turnerriege der Sportunion St. Pölten bei der Landesmeisterschaft der Unionsvereine mit ihrem Nachwuchs höchst erfolgreich. Landesmeistertitel für ihren Verein holten in ihren Klassen der der Tullnerbacher Martin Wolf (U 14), der Herzogenburger Marcel Miedler (U 12) und der St. Pöltner Philip Steidl (Grundstufe).

Wolf startete seine Saison gleich mit zwei Premieren. Zunächst stieg der 12-jährige ÖFT-Nachwuchskader-Turner in seinem ersten Bundeskaderjahr in die nächste Wettkampfstufe U 14 auf, in der ihn zwar nicht mehr Vereins- und Kaderkollege Miedler erwartet, aber die Luft nach oben sehr viel dünner wird.

„Es werden nun am Sprung Elemente wie Tsukahara beziehungsweise Yurtchenko, an den Ringen Doppelsalto oder am Boden Flanken erwartet, und Martin arbeitet sechsmal wöchentlich an den neuen Anforderungen“, weiß St. Pölten LZ-Chefcoach Janos „Sivi“ Sivado.

Noch zwei Jahre Regelschule für Wolf

Noch zwei Jahre muss Wolf im Gymnasium bleiben, ehe auch das Schulumfeld mit dem BORGL St. Pölten auf dieses Traininspensum Rücksicht nehmen kann. Nebenbei hat er den Trainingsrückstand aus der Verletzungsserie im Vorjahr und der nun bereits seit einem Jahr fehlenden Schnitzelgrube im LZ St.Pölten aufzuholen. „Das ist schwer“ gibt der junge Turner zerknirscht zu, „ohne Schnitzelgrube kann ich nicht angstfrei an den schweren Sprüngen arbeiten, und dann muss ich sie auch noch viele hundert Mal wiederholen, bevor sie wettkampfreif werden.“

Sivado bestätigt und streicht Wolfs schwierige Position nach dem Ausstieg von drei älteren Teamkollegen hervor. „Martin muss nun schon mit diesen jungen Jahren in die Rolle des Teamkapitäns schlüpfen, das erzeugt zusätzlichen Druck, denn er muss als Vorbild fungieren und seine jungen Kollegen zusätzlich motivieren können und hat selbst niemanden im Alltag vor sich, an dem er sich orientieren kann.“

Bei den Landesmeisterschaften der Unionsvereine ist das gelungen. Wolf führte eine 10-köpfige Delegation seines St. Pöltner Vereins an und fuhr mit dem jungen Team neben den drei besagten Landesmeistertiteln noch sieben Medaillen ein.