Marathon-Ass Köpper für 10 Jahre gesperrt. Die Rauchenwartherin Cornelia Köpper wurde unter anderem wegen Weitergabe von Dopingmitteln sowie der Anwendung regelwidriger Infusionen für zehn Jahre gesperrt.

Von Felix Novak. Update am 30. Dezember 2020 (05:55)
Aushängeschild des Laufsports. Cornelia Köpper dominierte die heimische Laufszene. Jetzt steht sie unter Doping-Verdacht.
Schneeweiß

„Mich als Dealer und Doper hinzustellen, ist ein Wahnsinn“, fühlt sich Conny Köpper von den Ereignissen der letzten Tage überrumpelt. Gerne hätte sie vom Christkind ein anderes Geschenk erhalten, als jenes, das bei ihr einflog. Ein Schreiben der österreichischen Anti-Doping-Rechtskommission (ÖADR) informierte die 38-Jährige über die verhängte Sperre über einen Zeitraum von zehn Jahren.

Die Vergehen: Weitergabe von Erythropoetin (Epo), Genotropin und Testosteron sowie die verbotene Methode und Anwendung von intravenösen Infusionen von mehr als 50ml innerhalb eines Zeitraumes von sechs Stunden. „Ich bin kein Schwerverbrecher“, versuchte die Langstreckenläuferin im NÖN-Gespräch klarzustellen, dass sie zwar Fehler gemacht, aber nie gedopt oder Geld lukriert hat.

Es war eine einmalige Sache, aber das soll keine Entschuldigung sein. Ich habe diese Mittel von A nach B gebracht.“ Conny Köpper über die Umstände des Vorwurfs des Weitergabe von Dopingmitteln

Als „dumm und naiv“ bezeichnete sie jenen „Freundschaftsdienst“, den sie vor einigen Jahren für den Vater eines Triathleten erledigen sollte. So habe er sie gebeten die Substanzen Epo, Genotropin und Testosteron zu besorgen. „Es war eine einmalige Sache, aber das soll keine Entschuldigung sein. Ich habe diese Mittel von A nach B gebracht. Ein Blödsinn eben“, gesteht sie heute den Fehler ein.

Unwissenheit gibt Köpper vor, als sie von den intravenösen Infusionen berichtet, die vor den Marathonstarts in Graz (2014) und Linz (2015) erfolgten. Dabei hatte sie sich innerhalb von sechs Stunden 50 Milliliter einer Kochsalzmagnesiumlösung verabreicht. „Sie hilft gegen die Krämpfe“, erklärt Köpper. „Ich wusste zum damaligen Zeitpunkt aber nicht, dass diese Methode verboten war und es auch ein bestimmtes Zeitfenster für die Verabreichung gab. Heute sind sogar größere Mengen erlaubt“, ergänzt die 38-Jährige.

Köpper musste sich vor Gericht außerdem über die angebliche Verabreichung von Humanalbumin (wird zur Wiederherstellung und Aufrechterhaltung des Blutvolumens eingesetzt) äußern. In diesem Fall wurde sie freigesprochen.

Köpper könnte noch Einspruch erheben

Gegen die Entscheidung der Anti-Doping-Rechtskommission kann Köpper noch Rechtsmittel erheben. „Es würde mir aber ein Vermögen kosten. Außerdem frage ich mich, was es jetzt noch bringen soll,“ will die Rauchenwartherin mit ihrem Anwalt Rücksprache halten.

In Graz holte sie 2014 Gold beim Marathon, ein Jahr später beendete sie den Linz-Marathon in 2:43,10 Stunden. Große Ambitionen hatte die 38-Jährige zuletzt nicht mehr. „Ich wollte nur mehr bei Hobbyläufen starten“, hält sie abschließend fest.