Spätzünder Pallitsch überraschte mit Gold. Der 32-jährige SVS-Athlet Raphael Pallitsch gewann Gold über die 800m bei den Hallenstaatsmeisterschaften in Linz.

Von Felix Novak. Erstellt am 24. Februar 2021 (01:33)
Allein auf weiter Flur. Raphael Pallitsch richtete beim Zieleinlauf seinen Blick auf die Anzeigentafel. 
Plohe

EM-Teilnahme, Halbfinaleinzug bei der WM und Gold bei den Meisterschaften über 800m im Freien: das Jahr 2012 war das erfolgreichste in der Leichtathletikkarriere von Raphael Pallitsch. Eine schwere Fersenbeinverletzung warf den Mittelstreckenläufer dann zurück. Zehn Jahre später steht er wieder auf der Laufbahn und verpasst nur knapp das EM-Limit!

Der große Coup gelang in der „Tips Arena“ in Linz. Bei den Hallenstaatsmeisterschaften wollte er es wieder wissen. „In den Jahren zuvor hatte er sich immer wieder für Meisterschaften angemeldet, aber es ist nie etwas daraus geworden“, mussten laut SVS-Pressesprecher Heinz Eidenberger schon viele Klubkollegen schmunzeln. Nun, nach etlichen Fitnesstrainingseinheiten, wagte Pallitsch den Schritt und triumphierte - auch dank der Mithilfe von Nikolaus Franzmair von der Zehnkampf Union (Linz).

Mit einem Linzer Tempomacher zum Sieg

Beide kennen sich von damaligen internationalen Auftritten. Franzmair entschied sich kurzfristig als Tempomacher zu fungieren. Die letzten eineinhalb Runden musste Pallitsch aber dann alleine laufen. Zu lange für das EM-Limit, aber genug, um den Titel in 1:50,96 Minuten einzufahren. „Ein Riesendankeschön an Niki. Seine Unterstützung war gewaltig“, meinte der Gewinner nach dem Rennen. Dass er um nur vier Zehntel das EM-Limit verpasste, störte den 32-Jährigen nicht. Seine internationalen Ambitionen halten sich auch aufgrund seiner Trainertätigkeit bei der SV Schwechat in Grenzen. „Das Limit war ja nie ein Ziel von mir.“

Die zweite Schwechater Goldene steuerte Andreas Steinmetz im Hochsprung bei. Er steigerte sich mit jedem Versuch und gewann schließlich mit 2,12m. „Der Druck drüber zu kommen ist nicht mehr so hoch. Mein Ziel in der Freiluftsaison ist 2,20m.“

Für Aufsehen sorgte auch Bettina Weber. Mit 13,92m holte sie Silber, ließ aber etliche starke Konkurrentinnen, wie die WM-Bronzemedaillengewinnerin im Siebenkampf, Verena Preiner, hinter sich.