Tolle Premiere trotz Panne. Dass Sieger Michi Weiss beim Kreisverkehr falsch umgeleitet wurde, sorgte zwar kurz für Panik beim Organisationsteam, doch die Athleten blieben cool und fair.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 06. August 2019 (01:43)
SEPA.Media, Bollauf
Der kleine Naturbadesee beim Donaurestaurant brodelte, als sich die 300 Starter auf den Weg machten. Die Kulisse der Donauauen war gigantisch.

Eine Umleitungspanne, die dazu geführt hat, dass der überlegen führende Michi Weiss auf der Radstrecke beim Kreisverkehr in Traismauer rund zwei Kilometer kürzer gefahren ist als der Rest des Feldes, sorgte kurz für Herzrasen bei Organisator Christoph Schwarz und seinen Teamleitern. Doch nach Rücksprache mit den Spitzenathleten selbst, konnte eine amikale Lösung gefunden werden. Weiss bot selbst an, eine Runde mehr zu laufen, also 2,7 Kilometer, mehr als er auf der Radstrecke verkürzt hatte, und der Zweitplatzierte Nikolaus Wihlidal aus Wolfsgraben willigte ein: „Dann wird‘s ja noch richtig spannend!“

Siegprämie für Weiss und Wihlidal

Im Finish konnte Weiss tatsächlich Wihlidal überrunden und das Rennen für sich entscheiden. „Ein verdienter Sieg“, gratulierte Wihlidal fair und wurde vom Veranstalter ebenfalls mit dem Siegerpreisgeld bedacht, wie Michi Weiss. Die Chance zur Revanche gibt‘s für ihn bereits am 15. August beim Ausee-Triathlon in Blindenmarkt, für den ebenfalls Weiss und Wihlidal beim Veranstalter Bestzeitagentur genannt haben.

„Es war ein hochklassiger Event gleich bei der Premiere, mit diesem kleinen Anfänger-Hoppala, das die Athleten für uns aber auf großartige Weise ausgebügelt haben“, bedankte sich Schwarz im Ziel nochmals und gelobte Besserung. „Bis auf dieses kleine Missverständnis zwischen Polizei und Helferteam ist aber alles gleich beim ersten Mal perfekt abgelaufen.“

Bereits unter der Woche hatte Schwarz nochmals nachgebessert, was die Teilnehmerzahl betrifft. Eigentlich war das Rennen nur für 200 Athleten zugelassen gewesen, doch durch den großen Andrang aus ganz Österreich und dem umliegenden Ausland, haben die Veranstalter noch kleine Änderungen vorgenommen, sodass es möglich war, im kleinen Naturbadesee beim Donaurestaurant 300 Starter ins Wasser zu lassen.

Nach dem Wechsel aufs Rad ging es auf die Spuren des Challenge Triathlon, dem Mitteldistanzbewerb, der 2020 die Nachfolge vom IRONMAN 70.3 antritt und unter der neuen Schirmherrschaft das erste Mal in St. Pölten stattfinden wird.

Insgesamt zweimal (40 km) hatten die Starter der olympischen Distanz den Anstieg nach Krustetten zu bewältigen, gefolgt von jeweils einer rasanten Abfahrt. „Damit hebt sich unser Bewerb in Traismauer wohltuend von anderen Olympischen Strecken ab“, freut sich Schwarz, dass dies auch von den Spitzenathleten gelobt wurde.

NOEN
Niko Wihlidal gratulierte im Ziel Sieger Michi Weiss neidlos.

Die „Sprintdistanzler“ absolvierten die 20-km-Runde einmal, ehe es für sie erneut in die Wechselzone am Seeufer ging. Die anschließende Laufstrecke führte durch die schattige Traisen-Au, bei doch fast 30 Grad am Sonntag eine Wohltat. Die Runde wurde von den Athleten der Sprintdistanz zweimal und jenen der Olympischen Distanz viermal gelaufen.

Tanja Stroschneider stieg als Erste aus dem Wasser, knapp gefolgt von zwei Herren. „Diese Ehre konnte ich mir nicht nehmen lassen, als erste Athletin vor den Männern aus dem Wasser zu steigen“, erklärte die Siegerin der olympischen Distanz freudestrahlend im Ziel.

Weiss holt Sieg am Rad, auch ohne Abschneider

Bei den Herren siegte eben Weiss nach dem kleinen Umleitungsmalheur. Er war als Dritter knapp hinter der ersten Dame und Wihlidal aus dem Wasser gestiegen und hatte sich auf der Radstrecke seinen Vorsprung herausgearbeitet.

Die Laufstrecke schätzte der Gumpoldskirchner: „Der Waldboden war eine angenehme Abwechslung beim Laufen“, war er froh, sich zum Start entschlossen zu haben. „Top Wasserqualität beim Schwimmen, anspruchsvolle aber sehenswerte Radstrecke und ein super Lauf – ich komme gerne wieder““, ortete er viel Potenzial bei diesem kleinen aber feinen Triathlon.

Die Sprintdistanz konnte bei den Damen Ursula Kirchberger und bei den Herren Patrick Rapp für sich entscheiden.

Auch Wölblings Bürgermeisterin Karin Gorenzel hat die Sprintdistanz in Angriff genommen, ist aber auf der Radstrecke schwer zu Sturz gekommen. Sie befindet sich noch im Uniklinikum St. Pölten, hofft aber natürlich, es so schnell wie möglich wieder verlassen zu können.

Das Feedback der restlichen Athleten war durchwegs positiv und Schwarz zieht ein sehr positives Resümee: „Die Kulisse bietet sich an und hat alles, was man für einen Triathlon braucht. Und unsere Partner und Sponsoren, allen voran Bürgermeister Herbert Pfeffer, Tourismus-Chef Rudi Hofmann und Caterer Georg Loichtl, setzten alle Hebel in Bewegung, als sei es ihr eigener Event!“

Von den Athleten wird so manch einer den Anstieg auf der Radstrecke und die Hitze verflucht haben, doch am Ende entschädigte das prall gefüllte Startersäckchen mit Wein, Fruchtsaft, Äpfel und Speck.