Weiss und Aumair sind überragend. Die deutlich schwerere Strecke als im Vorjahr bringt keine Überraschungen.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 04. August 2021 (01:11)
Michael Weiss
Michael Weiss kam wie üblich mit etwas Verspätung aus dem Wasser (3.), machte aber schon am Rad seinen Favoritensieg klar. Ins Ziel lief er fast schon entspannt.
Claus Stumpfer

Teilnehmer, die auf den Wetterbericht vertraut und mit Regen und kühlen Temperaturen gerechnet hatten, wurden überrasht. Der Traismauer Triathlon geriet bei seiner dritten Auflage zur Hitzeschlacht!

Vor allem war den Natursee derart aufgeheizt, dass bei 25 Grad Wassertemperatur die Auftaktdisziplin Schwimmen von den mehr als 200 Startern ohne Neoprenanzug absolviert werden musste. Schon deshalb war ein Streckenrekord für Michi Weiss, der sich auch heuer diesen Bewerb in der traumhaft schönen Aulandschaft nicht entgehen ließ, über die Olympische Distanz (1.500 Meter Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und 10 Kilometer Laufen) außer Reichweite.

Schnellster Schwimmer nach dem Massenstart war Martin Mitteregger, der nach rund 23 Minuten aus dem Badeteich stieg, der von den Athleten zweimal zu umrunden war. Dahinter liefen Julian Höllmüller und Topfavorit Weiss als Verfolger in die erste Wechselzone.

Steigung und Wind machen Rennen hart

Die Entscheidung fiel auf der anspruchsvollen Radstrecke rasch. Weiss hängte die Konkurrenz früh ab! Vor allem die Steigung Krustetten und starker Wind verlangte den Athleten alles ab. Weiss gewann in 1:02:34 Stunden die zweite Disziplin und ließ danach auch keinen Zweifel über den Sieger mehr aufkommen. Als Zweiter in die Wechselzone kam der Grieskirchner Andi Silberbauer, der nur 30 Sekunden mehr für die 40 Kilometer Radstrecke benötigt hatte, aber beim Schwimmen zu viel Zeit verloren hatte.

Und auch auf der Laufstrecke wurde Weiss seiner Favoritenrolle gerecht, baute den Vorsprung sukzessive aus. Aber auch Silberbauer auf Rang zwei war ungefährdet. Als Dritter überquerte Daniel Grabner (2:15:21) die Ziellinie am Donauufer beim Donaurestaurant.

Die 2-Stunden-Marke, die Weiss im Vorjahr knapp knacken konnte, war diesmal für ihn außer Reichweite, verpasste der Gumpoldskirchner diesmal klar — 2:03:51 Stunden. Trotzdem wusste er die Leistung aufgrund der veränderten Voraussetzungenrichtigeinzuschätzen. Denn nicht nur das Neoprenverbot sorgte für deutlich schwerere Bedingungen als noch 2020.

„Im Vorjahr sind wir vormittags gestartet, diesmal in der Nachmittagshitze. Dann gab es bei der Steigung Krustetten eine Umleitung durch die Weinberge, die nicht nur noch steilere Passagen aufwies, sondern auch deutlich schlechtere Straßenverhältnisse. Und die völlig neue Laufstrecke lag zwar schattig im Auwald, hatte aber einige tiefe Schotterpassagen, die sie nochmals schwerer machten“, schilderte Weiss im Ziel die Strapazen. Mit den Töchtern Lola und der erst sechs Monate alten Maya hatte der mittlerweile 40-Jährige diese aber rasch vergessen.

Beim Laufsplit sind nur fünf Männer vor Aumair

Bei den Damen lief Silberbauers Lebensgefährtin Susanne Aumair (2:25:10) entfesselt zum Sieg. Sie war nach dem Schwimmen noch klar hinter Jacqueline Kallina zurückgelegen, konnte am Rad den Rückstand aber auf wenige Sekunden reduzieren. Nach knapp der Hälfte der Laufstrecke übernahm sie die Führung und baute diese immer weiter aus. Mit einer Zeit von 39:18 Minuten lief Aumair die sechstschnellste Zeit! Rang zwei sicherte sich Kallina (2:29:59) vor Silvia Wührer (2:42:27).