„Auch heuer gibt es Motocross in Pyhra“. FRANZ KLANERT betreibt in Pyhra eine Motocross-Strecke, die alle Anforderungen erfüllt, nur die Sportstättenwidmung fehlt.

Erstellt am 04. April 2011 (00:00)
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WM-Pilot Günter Schmidinger hat sichtlich Spaß auf der spektakulären Strecke in Pyhra.
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VON CLAUS STUMPFER

NÖN: Vor vier Jahren haben Sie die Motocrossstrecke in Pyhra ins Leben gerufen, und mittlerweile genießt sie nicht nur unter den Fahrern Niederösterreichs Kultcharakter. Wie erklären Sie sich diese stolze Entwicklung?

Klanert: Wir füllen eine Lücke im Sportangebot Ostösterreichs. Es gab ja schon bis Mitte der 90er Jahre in Unterzwischenbrunn eine Strecke, aber nach deren Auflösung mussten die Fahrer aus der Gegend weite Anfahrtswege in Kauf nehmen, um überhaupt trainieren zu können.

 

NÖN: Kann bei Ihnen jeder Fahren, der Lust hat, oder sind Kriterien zu erfüllen?

Klanert: Unsere Strecke ist nur für Klubmitglieder offen. Das heißt, jeder darf einmal gratis probieren, aber wenn er die Strecke dann weiterhin nutzen will, dann muss er sich uns anschließen. Mittlerweile haben wir rund 250 Mitglieder, darunter etwa hundert Jugendliche zwischen 5 und 18 Jahren sowie 25 Frauen. Besonders stolz sind wir natürlich darauf, dass auch Günter und Jürgen Schmidinger Mitglieder sind. Günter war 2008 und 2009 Staatsmeister und fährt als Österreichs bester Motocross jetzt nur noch WM-Läufe. Sein Bruder ist regierender Vizestaatsmeister und er hat auch unsere Strecke designt. Aber auch Kris Rosenberger fährt regelmäßig bei uns.

 

NÖN: Was sind die Charakteristika der Strecke?

Klanert: Schon bei der Planung wurde großes Augenmerk auf die Sicherheit gelegt. Trotzdem wäre hier aber auch jederzeit ein Staatsmeisterschaftslauf möglich, wenn wir das Fahrerlager weiter ausbauen könnten.

NÖN: Warum ist das derzeit nicht möglich?

Klanert: Die Gemeinde müsste das Gelände in eine Sportstätte umwidmen, dann könnten hier auch Sanitäranlagen von uns errichtet und Container fix aufgestellt werden. Derzeit ist der Bürgermeister dazu aber nicht bereit. Die Veranstaltungen für heuer sind dennoch gesichert, da Bezirkshauptmannschaft und Sportland NÖ die Genehmigungen erteilen.

 

NÖN: Warum gibt es keine Umwidmung? Gibt es Anrainerbeschwerden oder besteht die Angst auf Kosten sitzen zu bleiben?

Klanert: Anrainer gibt es nicht und Letzteres wäre völlig unbegründet. Es handelt sich um mein Privatgelände und wir finanzieren alles aus den Mitgliedsbeiträgen. Wir haben ja bisher nicht nur die Motocrossstrecke errichtet, sondern auch einen Trialparcours und sogar eine Bogensportanlage. Dazu betreiben wir mit 6.000 Euro Eigenmitteln einen Jugendtreff in Pyhra. Das alles kostet die Gemeinde nichts!

 

NÖN: Auf welche Events können sich die Motorsportfans heuer in Pyhra freuen?

Klanert: Wir haben an zwei Wochenenden Rennen und zwar am 16. und 17. April sowie am 12. Juni. Beide Bewerbe zählen zum NÖ-Cup und werden auch für die Frauenstaatsmeisterschaft gewertet. Im April wird Wiens ÖVP-Vorsitzende Christine Marek die Siegerehrung vornehmen, aber auch andere Parteien unterstützen uns. Und bei der Eröffnung 2007 waren auch Vertreter von der Verkehrsabteilung NÖ hier und ganz begeistert, da gerade das Üben auf der Trialstrecke zur Verkehrssicherheit beiträgt.