Stefan Ratheyser hat‘s für Pressbaum gerichtet. St. Pöltens Stefan Ratheyser hat mit einer fantastischen Leistung das erste Finalspiel der Bundesliga für Pressbaum entschieden.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 16. April 2019 (01:31)
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Erster Schritt zum Titelgewinn. Steven Stallwood und Dimitria Popstoykovajubeln mit Stefan Ratheyser.

Die neue Durchführungsbestimmung für Play-off-Spiele im Badminton könnte spannender nicht sein. Nach einem 4:4 muss ein entscheidender letzter Satz („Golden Set“) gespielt werden. Beide Teams streichen ihre am wenigsten geliebten Disziplinen — bei den Pressbaumern sind das in der Regel Dameneinzel und Damendoppel — bis eine über bleibt. Diesmal war es das Herrendoppel.

Im Grunddurchgang hat Pressbaums Nummer eins, Adi Pratama, gegen Zauner/Koch seine bislang einzige Niederlage in der Bundesliga kassiert — mit dem Briten Steven Stallwood an seiner Seite (19:21 im dritten Satz). Diesmal spielte er mit dem St. Pöltner Stefan Ratheyser und gewann 25:23.

Schon das reguläre Doppel hatte Pratama mit Ratheyser bestritten und gewonnen, doch da standen ihnen noch nicht die Trauner Doppellegenden gegenüber. Für Ratheyser war es eines der besten Spiele seiner Karriere, auch wenn fast ein 19:16-Vorsprung vergeben worden wäre. Beim Stand von 21:22 hatten sogar die Gegner den Ball auf 1:0 in der best-of-three-Serie zu stellen. Jetzt haben Ratheyser und Co am Osterwochenende gleich zwei Chancen den Staatsmeistertitel zu erringen.

Besonders bemerkenswert: Die Pressbaumer müssen ab sofort auf ihren indonesischen Doppelspezialisten Adistia verzichten, weil sein Visum abgelaufen ist. Eine Verlängerung um zwei Wochen wurde nicht bewilligt.“ Daher war Pressbaum krasser Außenseiter. Doch Ratheyser war ein glänzender Ersatzmann. Und auch Stallwood war nicht böse, diesmal in der Aufstellung für den Golden Set übergangen worden zu sein. „Ich bin nicht so scharf auf diesen einen Satz, weil mein letztes Spiel heute länger zurückliegt, als das von Stefan und man gleich voll da sein muss“, plädierte er sogar für Ratheysers Einsatz. Und Pratama/Ratheyser gingen gleich 4:1 in Führung — nervlich ein riesiger Vorteil.