Derbycomeback mit Feuerwerk. Tabellenführer Klosterneuburg setzt sich bei einem Offensivspektakel im Sportzentrum NÖ mit 106:86 gegen SKN durch.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 19. November 2019 (01:22)
Marko Kolaric (r.) hielt gegen die Dukes um Kapitän Moritz Lanegger, der sein Comeback feierte, gut dagegen. Am Ende sollte es aber in der vollen Halle gegen den Tabellenführer nicht reichen.
Stumpfer

SKN ST. PÖLTEN - BK DUKES 86:106. Das Spiel war nach dem Aufstieg der Landeshauptstädter das Comeback des Traditionsderbys im Sportzentrum NÖ. In den 1980ern und 1990ern prägte dieses Duell Österreichs Basketball und die St. Pöltner Fans fieberten der Neuauflage in der Superliga sichtlich entgegen. Nur im Fansektor der Gäste sind Sitzplätze freigeblieben. Da wurde offenbar doch die bequeme Sky-Live-übertragung dem Weg in die Landeshauptstadt vorgezogen.

Dabei hatten die Gäste gleich zu Beginn etwas zu feiern. Kapitän Lanegger verstärkte nach langer Verletzungspause erstmals wieder den Backcourt der Dukes. Danek und Bavcic mussten die Gäste zwar weiterhin vorgeben, dennoch sorgten sie mit einem furiosen Start binnen weniger Minuten für eine 11:2-Führung.

„Es war wichtig, gleich die letztwöchige Niederlage gegen Oberwart aus den Köpfen zu kriegen, denn wir wussten, dass die St. Pöltner jederzeit für Überraschungen gut sind“, erklärte Dukes-Headcoach Werner Sallomon die konzentrierte Leistung zu Beginn.

St. Pölten mit einer tollen Aufholjagd

St. Pöltens Headcoach Andi Worenz, sah sich bereits nach fünf Minuten genötigt, das erste Time-out zu nehmen, und erlebte danach eine verwandelte SKN-Truppe. Angeführt von Florian Trmal, der bereits im ersten Viertel elf Punkte erzielte, hat man den Rückstand, der zwischenzeitlich auf elf Punkte angewachsen war, schnell wettmachen können. Denn nun waren es die Klosterneuburger, die in der Offensive wie Defensive mit etlichen Spielern von der Bank unkoordiniert agierten.

Dukes-Headcoach Sallomon verteidigte die frühe Wechselpraxis: „Die Saison ist lang, und dass ich konsequent die Mannschaft durchmische, soll sich am Ende lohnen.“ Außerdem will er so die Stimmung in der Mannschaft hochhalten. „Nur Spieler, die regelmäßig eingesetzt werden, sind zufrieden, das gilt besonders bei den jungen Talenten!“

Die Hausherren nützten Sallomons Praxis aber geschickt aus und konnten bis Ende des ersten Viertels auf 25:19 stellen.

Auch im zweiten Viertel drückten die Hausherrn offensiv zunächst aufs Gas. Die Dukes konnten nun aber wieder Paroli bieten und schafften nach kurzer Zeit den 32:32-Ausgleich. Bis 35:38 ging es weiter recht ausgeglichen dahin, doch ein Einwurf beim Angriff der St. Pöltner direkt auf Gegenspieler Miletic, der dadurch allein auf den Korb ziehen und das 40:35 für die Gäste per lay-up besorgen konnte, gab der Worenz-Truppe einen sichtlichen Dämpfer.

In weiterer Folge waren die Dukes wieder klar spielbestimmend. Vor allem Miletic und Hopfgartner drückten nun dem Spiel ihren Stempel auf. Die Klosterneuburger erzielten allein in Abschnitt zwei 35 Zähler und konnten mit einer 54:44-Führung in die Halbzeitpause gehen. Acht Klosterneuburger hatten sich bis dahin bereits in die Scoring-Liste eingetragen.

Nach der Pause setzte sich auf Seite der St. Pöltner Marko Kolaric immer gut in Szene. Mit erfolgreichen Abschlüssen unter dem Korb hielt er sein Team im Spiel. Defensiv fand der SKN aber weiter keine Antwort. „Bei den Offensivrebounds bin ich mit der Quote zufrieden, defensiv nicht so sehr“, erklärte Worenz. Allerdings gaben die Gäste den St. Pöltnern auch nicht viele Chancen für Balleroberungen in der Defensive. Klosterneuburgs Feldwurfquote war immens stark und damit konnte die Führung immer weiter ausgebaut werden. Mit einem Buzzer-Beater sorgte Dukes-Shooter Jurica Blazevic für ein spektakuläres Ende des dritten Viertels und eine 23-Punkte-Führung (63:86).

St. Pölten kämpfte weiter sehr beherzt und versuchte zu Beginn des Schlussviertels mit einer Zonendefense den Offensivdrang der Gäste zu stoppen. Dies gelang zunächst nicht, doch die Gastgeber kamen dadurch offensiv wieder ins Spiel und konnten ihren Rückstand auf bis zu 14 Punkte reduzieren. Die Klosterneuburger ließen sich das Spiel jedoch nicht aus der Hand nehmen und setzten sich schlussendlich mit 106:86 durch.

Ami Lakoju erzielte mit 23 Punkten und 15 Rebounds als überragender Spieler des Abends nicht nur ein Double-Double, sondern stellte auch seine Bestleistung in der Admiral-Superliga auf.

Auf ebenfalls 23 Punkte kam St. Pöltens Florian Trmal und 21 steuerte Jalalpoor bei, mit zusätzlich neun Rebounds und neun Assists auffälligster SKN-Spieler. Gut agierten offensiv auch Lewis (19) und Kolaric (12). „Am Ende war es doch die längere Bank, die den Unterschied ausgemacht hat“, weiß auch St. Pöltens Vize-Präsident Markus Mayer. Die St. Pöltner Bankspieler erzielten nur vier Punkte, die der Dukes satte 31!