SKN St. Pölten mit Blick nach oben. St. Pöltner trotzen der Krise und blicken hoffnungsvoll auf kommende Saison. Kader soll gehalten werden.

Von Manuel Burger. Erstellt am 10. Juni 2020 (02:42)
Der SKN will US-Boy Kelvin Lewis längerfristig an den Verein binden, eventuell auch über sein Karriereende als aktiver Spieler hinaus.
Mayer

Just kurz vor dem Saisonhöhepunkt, den Play-offs, war auch für die Basketballer des SKN St. Pölten die bis dato erfolgreiche Saison beendet. Nun laufen die Planungen für die kommende Spielzeit an, vieles hängt aber noch am seidenen Faden.

Der Trainingsbetrieb: Die Nachwuchsmannschaften des SKN sind entsprechend den behördlichen Vorgaben wieder ins Training eingestiegen. Auch für die Bundesligamannschaft gilt weiterhin kein Kontakt- sondern nur Individualtraining. „Das ist überschaubar und kein richtiger Trainingsbetrieb“, so Headcoach Andreas Worenz. In den nächsten Wochen wird im Sportzentrum der neue Bodenbelag fertiggestellt, dann soll es auch wieder in die heimische Halle gehen.

Die Finanzen: Die herkömmlichen Förderungen von Land, Gemeinde und Verband wurden bis Ende Juni zugesagt. Einige Sponsorengelder blieben aufgrund des Saisonendes aus. „Das tut uns weh, wir sind aber sonst gut aufgestellt“, schildert Obmann Alfred Muschik. Der Klub reichte beim Verband die gewünschte Aufstellung an Kosten und entgangenen Einnahmen für den Hilfsfonds ein, genauso wie beim AMS den Antrag auf Kurzarbeit für vier Personen. Einen Zahlungseingang hat der Verein aber weder erhalten noch verbucht. „75 Prozent des Budgets werden wir schaffen“, meint Muschik mit Blick auf die Vorsaison. Vorausgesetzt es herrscht bald Klarheit und es läuft alles nach Plan. Der derzeit vorhandene Schaden ist für den SKN nicht lebensbedrohlich. „Dank unserer konservativen Politik“, wirft Muschik ein. Um sich auch auf der Suche nach Sponsoren auf breitere Beine zu stellen, plant der SKN auch eine Ausweitung des Vorstands.

Die SKN-Mannschaft: Fast das gesamte Team soll gehalten werden. Gespräche wurden geführt, Verlängerungen gibt es aufgrund der ungewissen Situation aber noch nicht. Drei absolute Leistungsträger des SKN, Trmal, Lewis und Jalalpoor, die in der abgebrochenen Saison unter den Top 4 der Scorer landeten, gehen unterschiedliche Wege. Trmal setzt auf seine Karriere bei der Polizei und wird deshalb zurückschrauben, aber noch eine oder zwei Spielzeiten absolvieren. Lewis soll längerfristig an den Verein gebunden werden, eventuell auch nach seinem Karriereende. Jalalpoor jagen mehrere Klubs aus der Deutschen BBL, sein Abgang ist fix. Koroschitz wird nach seiner Knieverletzung frühestens im nächsten Jahr wieder ins Training einsteigen. Worenz gibt sich zuversichtlich: „Wir werden eine schlagkräftige, finanzierbare Truppe aufstellen.“

Die neue Saison: Am Mittwoch wird in der Liga über den Saisonstart beraten. Dabei gibt es verschiedene Szenarien. Plan A und derzeit am wahrscheinlichsten wäre ein regulärer Beginn Anfang Oktober. Mit Zuschauern. Letztmöglicher Start aus heutiger Sicht wäre Ende Dezember. Ein Wiederbeginn 2021 würde wohl den endgültigen finanziellen Kollaps auslösen. Schon derzeit befindet sich der eine oder andere Klub in argen Turbulenzen. Jedenfalls passte die Liga ihre zu erfüllenden Kriterien für die neue Saison an. Die Budgetuntergrenze wurde für die Klubs von 340.000 auf 275.000 Euro reduziert. Vor der Krise war noch eine Anhebung auf 380.000 Euro geplant.