St. Pölten hat erneut den längeren Atem. Starker Beginn, tolles Ende: Dazwischen herrschte im Spiel St. Pöltens gegen das Schlusslicht Leerlauf.

Von Manuel Burger. Erstellt am 29. Oktober 2019 (02:28)
Mayer
Wieder nicht zu stoppen: St. Pöltens Florian Trmal war mit 29 Punkten gegen die Timberwolves der beste Scorer auf dem Feld.

Es war ein hartes Stück Arbeit für den SKN. Die Gastgeber vermochten über weite Strecken der Partie, höflich ausgedrückt, nicht zu glänzen und hatten schlussendlich das nötige Glück auf ihrer Seite. Entscheidend war aber auch die individuelle Klasse der beiden Topscorer Florian Trmal (29 Punkte) und Philip Jalalpoor (27), die über 75 Prozent aller SKN-Punkte scorten. Und vor allem die Partie in einer Phase herumrissen, als die Timberwolves kurz vor ihrem Premierensieg standen.

Das dynamische Duo St. Pöltens

Es waren 32 Minuten gespielt und die Wiener hatten eine Zehn-Punkte-Führung in der Tasche (59:49). Zwei Dreier von Jalalpoor und Trmal sowie ein Zweier von Jalalpoor brachten acht schnelle Punkte in Folge. Nach einem Zweipunkter für die Gäste, legte Trmal noch einen erfolgreichen Dreier nach. Beide Distanzwürfe des besten Scorers trafen ihr Ziel weit jenseits der Dreipunktelinie.

Die Wiener hatten in Hälfte zwei genügend Chancen, um das Spiel zu ihren Gunsten zu entschieden, waren aber im Abschluss zu fahrlässig. In einem wahren Dreierfestival trafen sie nur elf von 42 Versuchen. Diese 26-Prozent-Quote hatte auch St. Pölten (8/31).

So war es, wie schon in Wels, US-Legionär Kelvin Lewis vorbehalten, mit einem Vier-Punkte-Spiel (Dreier mit Foul und anschließend verwandeltem Freiwurf) für den Umschwung zu sorgen. St. Pölten lag mit 67:64 vorne, Jalalpoor machte den Sack mit vier verwandelten Freiwürfen zu. Sinnbildlich: Beim letzten Korb schenkte Jalalpoor Trmal den Titel des Topscorers. Nur die beiden und Lewis mit seinen vier Punkten scorten für St. Pölten im Schlussabschnitt.

In den ersten 13 Minuten hatte es noch gut für den SKN, der sich eine 30:21-Führung erspielte, ausgesehen. Dann riss der Faden aber komplett, die Trefferquote rasselte in den Keller und es gelangen über 13 Minuten lang nur zehn Punkte: 40:48. Vor allem Lewis war von seiner zuletzt gezeigten Form meilenweit entfernt. „So gut wir ins Spiel gestartet sind, so schlecht ist es dann geworden“, schildert Headcoach Andreas Worenz. „Wir hatten zu viele Einzelaktionen, wollten mit dem Kopf durch die Wand und haben zu viele offene Würfe zugelassen.“ Die Ausgangslage tat ihr übriges dazu. „Als Spieler ist es immer schwer, gegen den Letzten zu spielen. Es war das erste Spiel, bei dem wir am Papier der Favorit waren und gewinnen mussten. Das war für die Spieler eine neue Situation und ist ein Lernprozess.“