St. Pölten nach 19 Jahren wieder im Cup-Final-Four. Nach 19 Jahren steht St. Pölten wieder in einem Cup Final-Four. Dank einer sensationellen Aufholjagd.

Von Manuel Burger. Erstellt am 21. Januar 2020 (03:36)
SKN-Neuzugang Ben Marello (l.) scorte auch gegen Klosterneuburg zweistellig.
NOEN

Ein Sieg für die Geschichtsbücher! Zuletzt feierte der St. Pöltner Basketball mit der UKJ 1998 den letzten Cupsieg. Damals wurde in der Wr. Neustädter Arena Nova Wörthersee 68:50 bezwungen. Vor mittlerweile 19 Jahren zog St. Pölten zum letzten Mal ins Final Four ein. Damals musste man sich im Halbfinale Kapfenberg geschlagen geben. Mit dabei war mit Andreas Worenz der heutige Headcoach der St. Pöltner.

Nun geht es für ihn am 1. Februar erneut in die Arena Nova, dank einem Super-Finish im Viertelfinale gegen Gmunden. Drei Minuten vor Schluss lag seine Mannschaft mit 81:88 im Hintertreffen. Doch Lewis (sechs Punkte), Kolaric (drei) und Steven Kaltenbrunner (zwei) schafften tatsächlich noch den Umschwung. Gmunden vergeigte mit einem Ballverlust den letzten Angriff, der Final-Four-Einzug von St. Pölten war perfekt.

„Es ist ein Traum, ins Cup Final-Four einzuziehen.“ Andreas Worenz, Headcoach, SKN St. Pölten

„Ein Wahnsinn. Es war eine super Teamleistung“, jubelte Worenz nach der Partie, der auf zwei Starter verzichten musste (Ligatopscorer Trmal: Bänderriss im Knöchel, Defensivspezialist Jagsch: Fasereinriss im Oberschenkel).

Abgesehen von fünf vergebenen Freiwürfen bot Marko Kolaric (r.) mit 18 erzielten Punkten eine starke Leistung.
Wolfgang Mayer

Gleich fünf SKN-Spieler scorten im zweistelligen Bereich. St. Pölten entschied das Spiel auch aufgrund der Stärke jenseits der Dreierlinie. Die sensationelle 58 Prozent-Quote (10/17) überdeckte da sogar die niedrigere Erfolgsquote von der Freiwurflinie (10/18).

Ins Spiel selbst war St. Pölten stark gestartet, in nicht mal fünf Minuten hatte man schon 16 Punkte markiert und eine Zehn-Punkte-Führung in der Tasche. Dieser schmolz im zweiten Viertel zwar auf einen Zähler (29:28), war dann rechtzeitig zur Pause aber wieder hergestellt. Das Spiel blieb spannend und Gmunden dran. Zwei Dreier von Neuzugang Barton brachten den Ausgleich (73:73), ehe kurz darauf die Traunstädter schon wie die sicheren Sieger ausgesehen hatten.

SUPERLIGA. ST. PÖLTEN - KLOSTERNEUBURG 73:89. Am Donnerstag zog auch Klosterneuburg erfolgreich ins Cup Final-Four ein. Die Müdigkeit durch die kurze Vorbereitungszeit war den Gästen am Samstag aber nicht anzumerken. Ganz im Gegenteil. Angeführt von einem überragenden Blazevic (zehn Punkte in nicht einmal fünf Minuten) gelang den Dukes zuerst einen 8:0-Lauf zum 10:2. Und kurz darauf sogar 16 Punkte in Folge. Nach acht Minuten hatte man schon eine hohe 26:7-Führung in der Tasche. Klosterneuburg stark, St. Pölten von der Rolle.

Im zweiten Viertel sollte sich das stark relativieren, denn der SKN holte dank Jalalpoor (neun Punkte) und Marello (acht) systematisch auf und war in Minute 17 schon auf 32:36 dran. Die Dukes zogen zwar dann wieder auf eine zweistellige Führung davon (47:37), gegen Ende des dritten Viertels hatte St. Pölten aber tatsächlich die Aufholjagd erfolgreich vollendet: 58:56 (28.).

Den längeren Atem hatte aber Klosterneuburg. Die starke Trefferquote, die Überlegenheit am Rebound (41:27) und die längere Bank brachten trotz zahlreicher Turnovers den am Ende ungefährdeten Favoritensieg. Nicht weniger als sechs Dreier der Dukes fanden im Schlussabschnitt (25:13) das Ziel. St. Pölten musste sich also auch im dritten Saisonduell Klosterneuburg geschlagen geben.

„Die Offensive und Defensive war im ersten Viertel katastrophal. Wir haben uns Punkt für Punkt zurückgekämpft, dann ist der Faden gerissen. Die Niederlage ist aber zu hoch ausgefallen“, fand Worenz

Beim SKN musste in der Schlussphase Spielmacher Jalalpoor nach einem Foul des Ex-St. Pöltners Jakubowski mit einem Nasenbeinbruch ins Krankenhaus. Lukas Böck, der im Sommer den Verein aus beruflichen Gründen verlassen hatte, kehrte hingegen zurück.

Nun jagt ein Match gegen ein Topteam das Nächste. Worenz bremst die Erwartungen: „Die Platzierungsrunde wird nicht leicht. Wir müssen die Kirche im Dorf und die Mannschaft darf sich nicht unter Druck setzen lassen.“