St. Pölten unterliegt „verlorenem Sohn“. Bei Rückkehr ins Sportzentrum gewinnt Schreiner mit Kapfenberg 72:53. Steirer ziehen aber erst im Schlussviertel davon.

Von Manuel Burger. Erstellt am 30. Dezember 2020 (02:45)
Glatzkopf Thomas Schreiner (gegen Steven Kaltenbrunner und Lukas Böck) schnappt sich bei der Rückkehr ins Sportzentrum NÖ den Ball und den Sieg.
Wolfgang Mayer

ST. PÖLTEN – KAPFENBERG 53:72. 14 Punkte (4/6 Dreier) und acht Assists: An seiner alten Wirkungsstätte war der gebürtige St. Pöltner einer der Garanten für den Auswärtssieg der Bulls. Neben Topscorer Herrera (22 Zähler), der gleich elf seiner 13 Würfe versenkte.

Für Schreiner war es das erste Match in St. Pölten gegen seinen Heimatverein seit Oktober 2011. Damals war der Guard ebenfalls mit Kapfenberg zu Gast und hatte es beim 84:67-Sieg auf dem Feld mit dem jetzigen SKN-Headcoach Andreas Worenz, zuvor auch Teamkollege in St. Pölten, zu tun. Ebenfalls mit dabei: Florian Trmal und auf der Bank des damaligen UBC Hubert Schreiner.

Zum Spiel: Drei Viertel lang hielt der SKN die Partie offen, lag oft sogar in Führung. Dabei kam die Partie schwer in die Gänge: 2:2 nach drei Minuten. Mehr Fouls als getroffene Würfe prägten das Bild in der Anfangsphase. Die Gastgeber fanden schließlich als erstes Team ins Spiel. St. Pölten traf im ersten Abschnitt vier von sieben Dreierversuchen, die Steirer aus der gleichen Anzahl nur einen (durch Schreiner).

Bis nach der Halbzeit bleibt Partie spannend

Mit 17:11 ging es in das zweite Viertel, in dem Kapfenberg aus der Distanz nun deutlich präsenter war (3/6). Der SKN ging bei fünf Versuchen leer aus. So gelangen in den ersten fast fünf Minuten nur zwei Punkte. Den Gästen gelang ein 7:0-Lauf, Böck und Jagsch kassierten zudem schnell ihr drittes Foul. SKN-Center Cutuk, mit drei Fehlversuchen unglücklich in die Partie gestartet, geigte nun plötzlich auf und versenkte fünf Würfe am Brett en suite. So ging Kapfenberg nur mit einer Drei-Punkte-Führung in die Pause (33:30).

Und diese sollte im dritten Viertel noch weiter schmelzen. Nach einem offensivarmen 16:14 für St. Pölten auf nur mehr einen Punkt. Wie schon im Cup-Halbfinale gegen Oberwart brachen die Niederösterreicher im Schlussabschnitt aber komplett ein. In Minute 34 war man noch auf Schlagdistanz (50:56), danach hatten die Gäste aber leichtes Spiel. Mit 25:7 gingen die letzten zehn Minuten an Schreiner und Co, dabei trafen nur zwei Akteure des SKN. 53 erzielte Punkte bedeuten Minusrekord in dieser Saison (bisher 59 in Graz), Trmal ging ganz leer aus.

„Wir haben 33 Minuten umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Im Endeffekt ist uns dann aber die Luft ausgegangen“, bilanziert Trainer Worenz.

Nach dem Auswärtsspiel bei den Timberwolves (nach Redaktionsschluss) empfängt der SKN am Samstag daheim Oberwart. Neben der Revanche für die bittere Cuppleite steht die Begegnung im Zeichen des Kampfs um einen der begehrten Plätze in den Top sechs.