Zwei Niederlagen für SKN St. Pölten nach Coronapause. Beim Comeback am Parkett schrammt SKN zweimal am Sieg vorbei.

Von Manuel Burger. Erstellt am 25. November 2020 (01:08)
St. Pöltens erst 17-jährige Forward Guylain Mbemba Rashaan gab alles.
Wolfgang Mayer

ST. PÖLTEN - WELS 81:82. Die Devise war, nach der 21 Tage langen Coronapause, möglichst schnell den Rhythmus wieder zu finden. Das fiel in der ersten Hälfte schwer. Auch weil Topscorer Lewis schon nach vier Minuten am Knie verletzt raus musste. Die niederschmetternde Diagnose: Kreuzbandriss und mindestens ein halbes Jahr Pause.
Wels hatte zunächst die Nase vorne, aber nicht weit genug. Ein zweistelliger Rückstand blieb den Gastgebern erspart. Nach einem 20:26 am Ende des Eröffnungsviertels geriet man in der letzten Minute der ersten Halbzeit neun Zähler in Rückstand.

Aus der Pause kam St. Pölten stark, vor allem dank Trmal, der im dritten Abschnitt neun Punkte markierte (Gesamt: 24). So lag der SKN in Minute 25 zum ersten Mal vorne: 52:51. Im Viertel führte man souverän mit 22:13 vorne, ehe in der Schlusssekunde Rimsa per Buzzerbeater zuschlug. Damit ging Wels doch wieder mit einer Führung in die letzten zehn Minuten: 62:60.

Der letzte Abschnitt entwickelte sich zu einem Schlagabtausch. Der SKN schien nun das Blatt zu wenden und ging mit einem 79:76 in die letzte Minute. Doch während Trmal bei seinem Dreierversuch Pech hatte, landete der Distanzwurf der Oberösterreicher im Korb. Trmal stellte schließlich auf 81:80, vergab aber den fälligen Freiwurf. Die Schwäche von der Freiwurflinie fiel den Niederösterreichern schließlich auf den Kopf. Denn beim letzten Angriff holte sich Ray dank seiner Explosivität zwei Rebounds und traf mit der Schlusssirene zum Sieg.

„Ich bin traurig, dass wir verloren haben. Aber auch stolz auf die Leistung nach den vergangenen Wochen. Wir haben gekämpft und konnten mit erhobenem Haupt das Feld verlassen“, schildert SKN-Headcoach Andreas Worenz.
 

GMUNDEN – ST. PÖLTEN 77:74. Ohne den verletzten Lewis ging der SKN als krasser Außenseiter in der Traunstadt an den Start. Die Gäste waren aber gleich im Spiel, stellten nach Dreipunktwürfen von Cutuk und Oikonomopoulos auf 6:0. Nach acht Punkten in Folge lag Gmunden mit 10:8 in Front und behielt bis zum Viertelende einen knappen Vorsprung (24:23).

Der SKN begann auch den zweiten Abschnitt mit zwei erfolgreichen Distanzwürfen, dieses Mal trafen Trmal und Wonisch. In Minute 13 führte St. Pölten mit acht Punkten (34:26), etwas mehr als zwei Minuten später noch mit sieben (38:31). Doch danach drehten die Oberösterreicher auf und entschieden schließlich auch das zweite Viertel für sich: 22:19.

Im dritten Abschnitt zog Gmunden auch auf acht Punkte davon, eine starken Leistung in der Defensive ebnete jedoch den Weg zum Ausgleich am Ende des Viertels: 61:61. Hier gelang dem SKN über 3,5 Minuten kein Punkt. Nach sechs verwandelten Freiwürfen des Ex-St. Pöltners Friedrich schien die Partie bei 75:68 entschieden.

Doch der SKN kam auf einen Punkt heran (75:74), vergeigte aber die folgende Offensivaktion. Gmunden durfte danach wieder an die Freiwurflinie (77:74) und vereitelte den St. Pöltner Dreipunktwurf durch ein Foul vier Sekunden vor Schluss.

Absichtliches Zeitfoul nicht richtig bewertet

„Das war ein absichtliches Foul“, ärgerte sich SKN-Headcoach Andreas Worenz, nachdem die Referees nur ein „normales“ Foul pfiffen. „Eine krasse Fehlentscheidung!“ So gab es statt Freiwürfen und Ballbesitz nur Freiwürfe. Jagsch musste den Freiwurf ob der Zeitnot absichtlich vergeben, doch der Ball fand nicht mehr zurück zur Dreipunktlinie.
St. Pölten schnupperte an der Sensation und scheiterte hauchdünn. Auch weil Leader Lewis in der Crunchtime nicht zur Verfügung stand. „Jetzt reicht es mit den knappen Spielen. Das nächste möchte ich wieder gewinnen“, ist Worenz, der sein Team für seine Kampfkraft lobte, auch zuversichtlich: „Ich bin stolz auf die Jungs!“