Zweite Luft fehlte dem SKN gegen Vizemeister Gmunden. St. Pölten bot auch Vizemeister Gmunden bis in den Schlussabschnitt Paroli, zur Überraschung reichte es aber nicht.

Von Manuel Burger. Erstellt am 15. Oktober 2019 (02:26)
Mayer
Florian Trmal war erneut der Anführer des SKN. Hier behauptet er sich im Duell mit dem ehemaligen St. Pöltner Toni Blazan (l.).

Der Vizemeister vom Traunsee startete einem Topklub entsprechend mit sechs verwandelten Würfen, darunter zwei Dreipunktwürfen gleich zum Auftakt. So stand es nach nicht einmal drei Minuten 12:4 für die Gäste.

Kolaric (sieben Punkte im ersten Abschnitt) und Co fighteten rasch zurück und gingen in Minute acht zum ersten Mal in Führung — 15:14. Dank eines Buzzerbeaters mit der Schlusssirene gewann Gmunden das erste Viertel mit 22:17 in der Höhe etwas glücklich.

Zunächst sollten die Gäste wieder hochprozentig treffen, in Minute zwölf stand es bereits 30:19 für die Oberösterreicher. Doch diese hatten die Rechnung ohne St. Pöltens bestem Spieler, Trmal, gemacht. Der Teamspieler steuerte in den zweiten zehn Minuten gleich 13 Punkte bei, nach einer ganz starken Phase ging der SKN mit einer Führung in die Pause (44:43).

Im dritten Viertel gab es neben einer über weite Strecken ausgeglichenen sportlichen Leistung (23:20 für Gmunden), auch Kurioses. Aufgrund von Ungereimtheiten am Schreibertisch gab es eine vom Schiedsrichtertrio einberufene kurze Pause. St. Pölten lag zu diesem Zeitpunkt mit sechs Punkten vorne (57:51).

Routinierte Schwäne springen vom Haken

So schnell der Vorsprung da war und erste Gedanken an den Sieg kamen, so schnell war er auch schon wieder weg. SKN-Headcoach Worenz: „Das ist der Unterschied zu Gmunden. Sie spielen ihren Stiefel runter, egal ob sie sechs Punkte vorne, oder hinten sind. Da müssen wir früher aufstehen.“

Sein Team lag im Schlussabschnitt noch einmal vorne (70:69, 33.), danach waren die Swans aber nicht mehr zu bändigen. St. Pöltens Starting-Five ging die Puste aus, man agierte zu eigensinnig, die Trefferquote rasselte in den Keller - es gelangen nur mehr vier Punkte. Worenz: „Wir waren immer dran, es war hop oder top. Nachher ist man immer schlauer. Wenn wir einen Fehler gemacht haben, hat ihn Gmunden ausgenutzt. Sie haben auch jeden offenen Dreier getroffen.“

Am Ende lagen die Gäste mit elf Punkten so hoch vorne, wie im gesamten Match nicht. „Ein Sieg mit zwei Punkten Unterschied hätte das Spiel besser widergespiegelt“, fand Worenz zurecht.

Nun geht es nach Wels (live auf Sky). Worenz: „Wir müssen uns vor niemanden verstecken. Wels ist mit uns auf Augenhöhe. Es wird eine harte Partie, da es nie leicht ist, in Wels zu spielen. Aber wir werden gut vorbereitet kommen.“