Jakob Dusek & Kathi Neussner sind am Weg an die Spitze. Der Herzogenburger Jakob Dusek zog nach Innsbruck, um seinen Traum vom Snowboardprofi zu leben. Wölblings Kathi Neussner nutzt das neue Olympiazentrum St. Pölten.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 23. Juli 2019 (01:09)
ÖSV
Herzogenburgs Jakob Dusek will als zweifacher Europacup-Gesamtsieg heuer im Weltcupmitmischen.

Jakob Dusek und Katharina Neussner werden ab kommender Saison als Mitglieder des österreichischen A-Kaders bei allen Boardercorss-Weltcuprennen, die übrigens von ORF Sport+ ausnahmslos übertragen werden, an den Start gehen!

„Mein Helm bietet übrigens noch Platz für einen Kopfsponsor, der daher heuer besonders werbewirksam sein wird“, macht Neussner Werbung in eigener Sache.

Wöll
Wölblingers Kathi Neussner gewann im Vorjahr auch den Europacup im Boardercross und träumt von mehr.

Sonst ändert sich für die Wölblingerin, die zuletzt die Europacup-Gesamtwertung im Boardercross gewinnen konnte, vorerst aber wenig. Sie wird bis Herbst sogar die Vorbereitung mit ihrer alten Trainingsgruppe absolvieren und erst mit den Rennen Ende November so richtig in den A-Kader einsteigen.

Seit Ende letzter Saison ist Neussner wie schon letzten Sommer mit dem Team von Fit4Motion zusammen. „Wir trainieren hauptsächlich im Olympiazentrum in St. Pölten“, erklärt Neussner, die als Sportsoldatin derzeit eigentlich in Linz auf der Gugl stationiert ist. „Doch das Sportzentrum NÖ ist meine Haupttrainingsstätte und deswegen wichtig für mich. Ich kann jederzeit und auch spontan dort trainieren.“

Dusek hingegen hat noch keine Bekanntschaft mit dem Olympiazentrum in St. Pölten gemacht. Der zweifache Europacup-Gesamtwertungssieger trainiert seit Ende Juni im Olympiazentrum in Innsbruck und wird auch von einem Trainer aus dem OZ Innsbruck betreut. Außerdem ist er jetzt in Innsbruck im Heeressportzentrum stationiert. „Ich bin nach Innsbruck gezogen, um im Winter näher am Geschehen zu sein, da auch mein Schneetrainer aus Tirol kommt und ich somit flexibler bin“, erklärt der Herzogenburger. Ab September wird wieder auf Schnee trainiert.

„Ich bin nach Innsbruck gezogen, um im Winter näher am Geschehen zu sein, da auch mein Schneetrainer aus Tirol kommt und ich somit flexibler bin“

Beim ersten Rennen, den Österreichischen Staatsmeisterschaften (Europacup-Rennen von 25. bis 28. November im Pitztal), wollen Neussner und Dusek vorn mitmischen. Neussner sieht sich nach Rücktritten in Österreichs Team als neue Leaderin. „Mit Pia Zerkhold hab ich zwar eine starke Konkurrentin, sie wird kommende Saison aber hauptsächlich Europacuprennen bestreiten. Und Hannah Kocher arbeitet hart für den Aufstieg in den Weltcup“, weiß sie.

Neussner will sich aber auf alle Fälle im Weltcup etablieren. „Bei den letzten WC-Rennen waren die Qualiläufe schon ganz okay“, hofft sie, sich künftig in den Heats noch besser durchsetzen zu können. Dann sollte der Einzug ins kleine Finale immer möglich sein, Ziel ist aber natürlich unter die letzten Vier, also ins große Finale zu rutschen.“

Weit größer ist die Konkurrenz, der sich Dusek bei den Herren stellen muss. Schon Team intern ist der gesamte Boardercross-A-Kader des ÖSV auf allerhöchstem Niveau. „Da wird oft nur eine Kleinigkeit oder die Tagesverfassung ausschlaggebend sein“, weiß auch Dusek, dass es keine Garantie gibt, sich in diesem Feld auch durchzusetzen. „Noch im Dezember wird beim ersten Weltcup der Saison im Montafon eine Entscheidung fallen, wohin es geht“, hat Dusek aber die Top Ten im Weltcup fest im Visier. „Das ist realistisch, da ich im letzten Jahr auch auf diversen Weltcupstrecken sehr gute Trainingsleistungen erzielt habe“, gibt er sich selbstbewusst.

Trotz aller Ambitionen im Weltcup will Dusek aber auch weiterhin Europacuprennen bestreiten. „Jedes Rennen, das sich anbietet, werde ich auch in Angriff nehmen, da man aus jedem Rennkilometer etwas lernen kann“, ist er überzeugt.

Als Heeressportler sind beide Snowboard-Profis

Beide ÖSV-Nachwuchshoffnungen sind derzeit als Heeressportler Vollprofis und denken daher nicht wirklich, was sie nach ihren Sportkarrieren beruflich einmal machen wollen. So gibt Dusek zu, keinen konkreten Plan zu haben. „Ein paar Berufe kommen mir zwar schon in den Sinn, in denen ich mich wiederfinden könnte, zurzeit liegt der Fokus jedoch ganz beim Snowboarden, mit dem Ziel in die Weltspitze hineinzufahren. Und das Bundesheer zusammen mit dem ÖSV geben mir alle Möglichkeiten, um diesen Traum auch zu realisieren.“