Ein Wintersport-Märchen wird für Kathi Beierl wahr. Kathi Beierl wird zur Freude von Landespräsident Teigl erste österreichische Gesamtweltcupsiegerin.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 03. Februar 2021 (01:12)
Kathi Beierl (r.) und Jenny Onasanya stemmen das Kristall.
IBSF

„Kathi Beierl hat für unseren Landesverband Geschichte geschrieben“, konnte es Präsident Kurt Teigl nach dem Rennen auf der Heimbahn in Innsbruck-Igls kaum fassen. „Das ist wie im Märchen! Noch dazu, weil sie im entscheidenden Lauf vor allen Deutschen geblieben ist.“ Zusammen mit Jennifer Onasanya als Anschieberin gelang Beierl als erster Österreicherin der Sieg im Gesamtweltcup!

Zwei Jahrzehnte hatte Teigl fast im Alleingang Bobsport in NÖ vorangetrieben. Aber erst als die Himbergerin Beierl mit sehr viel Eigeninitiative hinzukam, wurde substanziell viel weitergebracht. „Und mit dem Sportzentrum NÖ als neuem Olympiastützpunkt ist auch nochmals neues sportwissenschaftliches Know-how hinzugekommen“, lobt Teigl.

„Kathi Beierl hat für unseren Landesverband Geschichte geschrieben“

In Igls hat Beierl ein dritter Platz, sechs hundertstel Sekunden hinter Siegerin Kaillie Humphries und zwei hinter Meyers Taylor, zum Triumph gereicht. Die US-Amerikanerinnen waren im Gesamtweltcup nicht mehr gefährlich und die Deutsche Kim Kalicki, die sie noch abfangen hätte können, hielt Beierl mit gesamt 1.506 PunkteninSchach.

Die 27-Jährige, die nach Knieproblemen am Samstag zum zweiten Lauf im Monobob nicht mehr angetreten war, zeigte sich selbst vom Ergebnis überrascht. „Wir haben natürlich spekuliert, dass es sich für den Gesamtweltcup ausgeht, aber dass wir in Igls, wo die Bahn sicherlich nicht zu meinen Lieblingen gehört, aufs Podest fahren, hätte ich nicht geglaubt“, meinte die Pilotin.

Beierl hatte sich mit „vielen Schmerztabletten“ über den Sonntag gerettet. Und schon Montagfrüh ist sie zur WM nach Altenberg weitergereist ist. „Gefeiert haben wir rasch mit einer Pizza“, meinte sie lachend gegenüber der NÖN.

„Und wieder war der Start entscheidend“

Auch im Viererbob der Herren belegte Österreich im Gesamtweltcup hinter dem überragenden Deutschen Francesco Friedrich den tollen zweiten Gesamtrang durch den Tiroler Benni Maier, der auch von NÖ für die Startzeiten mitbetreut wird. „In der Bahn waren wir schon in den letzten Jahren schnell, aber wir haben die Sommervorbereitung selbst in die Hand genommen. Mit diesen Startzeiten ermöglicht das einen wöchentlichen Podestplatz“, meinte er dazu im ORF-Interview. „Und wieder war der Start entscheidend“, sieht sich Teigl bestätigt, der in die Arbeit mit den Anschiebern viel Zeit investiert hat.

Maier konnte auf seiner Heimbahn nach dem verpatzten Samstag im Zweier am Sonntag im Vierer zurückgeschlagen. Der EM-Dritte im Zweier musste sich mit Danut Moldovan, Markus Sammer und Kristian Huber nur dem großen Dominator aus Deutschland, der alle vier WC-Saisonbewerb heuer gewann, geschlagen geben. „Friedrich sponsert mit einem kleinen Betrag auch Maiers Schlitten“, weiß Teigl.