Bock lief zum Sieg. Auch bei seiner achten Auflage platzte der Wilhelmsburger Stadtlauf aus allen Nähten.

Erstellt am 28. Juli 2015 (23:59)
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Laufinitiator Günther Dörflinger mit den Siegern Gerhard Steinböck, Michaela Zöchbauer und Marius Bock (v. l.).

693 Starter sorgten für einen neuen Teilnehmerrekord — um 144 Starter mehr als im Vorjahr! „Ich hab letzte Woche noch zweimal Laufchips nachbestellt“, kann den enormen Zuspruch auch Laufinitiator Günther Dörflinger kaum fassen. Das Konzept, den Lauf mit dem Parkfest zu kombinieren, geht voll auf.

Auch die Qualität des Felds konnte sich sehen lassen, obwohl die Siegerzeit aus dem Vorjahr nicht erreichbar war. „Unter 31 Minuten klingt wie von einem andern Stern“, meinte der diesjährige Sieger Marius Bock zum Streckenrekord von Lemawork Ketema.

Bock gewann die 10.000 Meter in 33:07 Minuten vor Wolfgang Wallner, der wie erwartet schnell begonnen hatte, aber den Angriff in der dritten Runde von Bock nicht parieren konnte — am Ende fehlten dem österreichischen M-50-Meister 12 Sekunden.

„Ich wusste, dass Wallner verwundbar ist, wenn man einen Zwischensprint einlegt“, ging die Taktik des Theresienfelders Bock, der eine Marathonbestzeit von 2:28 Stunden (Frankfurt 2012) stehen hat, voll auf. Nach Wilhelmsburg verschlagen hat es Bock, weil er einen Vorbereitungslauf für den Wachau-Marathon gesucht hat, bei dem er unter 1:11 Stunden laufen will. „Freunde haben gemeint, dass der Lauf in Wilhelmsburg gut organisiert ist, und nicht zu viel versprochen“, feierte der Sieger mit den Organisatoren bis in die Nacht. „Ich komme nächstes Jahr wieder“, meinte er beim Abschied. Schließlich muss er sich „sein“ Riesensalzstangerl abholen, das irrtümlich bei der Tombola statt bei der Siegerehrung ausgegeben wurde.

Den angepeilten dritten Platz verpasste Michael Simmer knapp. Der schnellste Pfarrer Österreichs musste sich mit Rang vier begnügen. „Ich hatte am Vortag eine Hochzeit, bei der ich bis drei Uhr früh geblieben bin, das waren wohl die paar Sekunden aufs Podest“, lachte er. Auch er hat sich für den Wachau-Marathon viel vorgenommen. „Da will ich unter 2:40 Stunden laufen, und den Allzeit-Rekord für einen Priester brechen“, sieht er aber ein Hindernis. „Der Geburtstermin für das dritte Kind fällt aufs selbe Wochenende …“

Bei den Damen jubelten in Wilhelmsburg bei perfektem Laufwetter die Gäste vom LC Mank. Michaela Zöchbauer verwies im Hauptlauf in 40:30 Minuten Vorjahressiegerin Balint auf Rang zwei. Zöchbauers Teamkollegin Anita Hollaus ließ über die fünf Kilometer die St. Pöltnerin Pointner um 1:11 Minuten hinter sich.

Aufgrund des Andrangs starteten die Knirpse und Kinder in drei Wellen. Bei den Jugendlichen absolvierte Lokalmatador Marco Rauscher die 1200 Meter in 4:30,4.

Im Rahmen der Siegerehrung wurden auch die Wilhelmsburger Stadtmeister geehrt. Bei den Herren setzte sich Billy Stöckl durch, Stadtmeisterin wurde die für das riesige St. Pöltner Voith-Team startende Martina Trimmel. Die schnellsten Wilhelmsburger „Fünfer“ waren Richard Spörer und Martina Stiefsohn.