Klassenerhalt bleibt das Ziel der Harlander Tennis-Cracks

Erstellt am 25. Mai 2022 | 02:21
Lesezeit: 5 Min
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Pauli Holzinger ist der Herzogenburger im Bundesligateam des TC Harland und er soll den Gegnern vor allem mit seiner Kondition die Zähne ziehen. Außerdem ist er Zahnarzt von Beruf …
Foto: Foto Claus Stumpfer
Auf die St. Pöltner Vorstädter wartet gleich eine Doppelrunde. Am Donnerstag geht es nach Radstadt, am Samstag kommt Dornbirn.
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Am Samstag ging die erste Runde in Österreichs Bundesliga über die Bühne, doch in Harland war man noch zum Zuschauen verdammt.

Der Klub von Obmann Dietmar Sedletzky hat gleich zum Auftakt die spielfreie Runde erwischt. „Auch nicht schlecht, so haben wir jetzt gleich einen besseren Einblick über die tatsächlichen Kräfteverhältnisse gewonnen“, meinte Sedletzky.

Eine Überraschungen war jedenfalls dabei, denn mit Radstadt hat ausgerechnet Harlands Auftaktgegner sensationell daheim Anif 5:4 besiegen können. Seinen Aufstellungsplan wird „Don Didi“ dennoch nicht ändern.

Team hat Respekt vor der Höhenlage in Radstadt

Auch sein Team hat am Donnerstag das Auftaktmatch bei den Salzburgern in den Tauern auf fast 900 Metern Seehöhe. „Vor der Höhenlage haben wir Respekt, auch weil einige von uns in großen Höhen nicht so gut spielen“, nimmt sich Obmannsohn Markus Sedletzky selbst nicht davon aus.

Auch Luki Jastraunig mag die Berge nicht. Dafür hat man aber eine Neuverpflichtung aus Tirol! Der 19-jährige David Tomic ist aktuell Nummer 22 in Österreich und sollte als Ex-Silzer (2. Liga) zumindest mit der Höhenluft kein Problem haben.

Die tschechischen Legionäre der Radstädter scheinen sich bei diesen Bedingungen jedenfalls sehr wohl zu fühlen. Ihnen wollen die Harlander auf Eins und Zwei die Deutschen Daniel Masur und Neuzugang Tim Stodder gegenüberstellen. „Daniel soll deutlich öfter zum Einsatz kommen, als im Vorjahr“, das hat Sedletzky mit dem Einser-Legionär so ausgemacht.

Der 26-jährige Berliner Stodder kam auf Vermittlung von Dominik Wirlend zu den Harlandern. Wirlend selbst hat den Klub heuer in Richtung Attersee (OÖ Landesliga) verlassen.

„Dominik ging mit ein bisschen Wehmut, aber Attersee, das ist sein Heimverein, bei dem er die jungen Eigenbauspieler trainiert und mit denen will er heuer den Aufstieg in die 2. Liga angehen“, hat Sedletzky Verständnis.

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Dietmar Sedletzky hat die Plätze beim TC Harland in Tipp-Top-Zustand gebracht. Alles ist für das erste Heimspiel am Samstag bereit.
Foto: Stumpfer

„Und dass er uns als Ersatz für sich noch Stodder vermittelt hat, mit dem er in Deutschland selbst im Verein Meisterschaft spielt, zeugt von seiner menschlichen Größe“, schwärmt der Obmann.

Um Stodder in einem Heimmatch bewundern zu können, darauf werden die Harlander Fans aber noch etwas warten müssen, denn beim ersten Heimspiel am Samstag (11 Uhr) gegen Dornbirn, will Sedletzky auf bewährte Kräfte setzen. Neben dem 28-jährigen Masur soll es der 30-jährige Slowake Jozef Kovalik richten, der heuer in Paris, anders als in den letzten Jahren, aber gleich in der ersten Qualirunde gescheitert ist. „Aber wir wissen, was er kann und vertrauen in diesem wichtigen Spiel voll auf seine Klasse“, sagt Sedletzky.

Denn gegen Dornbirn sollte gewonnen werden, um nicht in den Abstiegssumpf hineingezogen zu werden. „Unser Ziel ist der Klassenerhalt“, erklärt Sedletzky. Und der Bundesligaverbleib sollte gelingen, zumal die zweite Bundesliga-Gruppe erneut als deutlich schwächer gilt. Bei Schwaz hat sich ein wichtiger Legionär verletzt und für ihn konnte keine Nachnennung mehr erfolgen und Wirbel gab es um Waidhofens Legionär, der vom ITF gesperrt wurde. Die Mannschaft steht somit ohne Legionär da und gilt als erster Abstiegskandidat.

Keine Abstiegssorgen also für Harland, doch das obere Play-off scheint aufgrund einer Regeländerung heuer auch außer Reichweite zu sein. Nur die beiden Topteams der beiden Gruppen kommen weiter, es gibt keine Kreuzspiele der zweiten und dritten um den Play-off-Einzug mehr.

Meister-Play-off wird nur mit Sieg in Radstadt Thema

Vor der ersten Runde sah Sedletzky den großen Titelfavoriten Irdning (8:1-Sieg über Dornbirn) sowie Anif vorn, Radstadt hat mit seinem Sensationssieg nun selbst den angestrebten dritten Platz für Harland aber etwas außer Reichweite gerückt. Würde man allerdings in Radstadt zu Christi Himmelfahrt gewinnen, wäre man plötzlich im Rennen ums Meister-Play-off voll dabei.

Mit Peter Goldsteiner auf drei, Paul Holzinger auf vier und Markus Sedletzky beziehungsweise Tomic auf fünf (da scheiden sich noch die Geister) sieht Don Didi sein Team jedenfalls solide aufgestellt. Jastraunig wird heuer wohl eher nur in Doppelpartien zum Einsatz kommen, da er nicht mehr ausreichend viel trainiert. Aber der Pole Maciej Rajski, der im Vorjahr tolle Partien im Harlander Dress abgeliefert hat, wird eingesetzt. „Fix dabei ist er am 3. Juni in Anif“, weiß Sedletzky.

Das große Saisonhighlight soll aber auch heuer das Heimmatch gegen Irdning werden. „Da geht es nicht ums gewinnen, aber natürlich werden wir alles aufbieten, was wir haben, um gegen Österreichs Elite dagegenzuhalten“, erklärt Sedletzky. Dennis Novak, Sebastian Ofner, der heuer in Paris ins Hauptfeld gekommen ist, Lucas Miedler, Jürgen Melzer und etliche Toplegionäre werden am Sonntag, dem 5. Juni, in Harland erwartet.