Weltklasse begeistert am Rathausplatz. Spektakuläre Höchstleistungen, tolle Stimmung und Mitmachbewerbe machen Stabhochsprung-Event zum Kult.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 05. September 2017 (03:42)

Es war eine mehr als gelungene Premiere, die da am Samstag am Rathausplatz in St. Pölten mit dem 1. CityJump über die Bühne ging. Obwohl das Wochenende nicht gerade Traumwetter versprach, konnten die Stabhochspringer im Trockenen und bei Windsstille ihre Höchstleistungen abrufen — einzig die niedrigen Temperaturen wirkten sich etwas leistungshemmend aus.

Geniale Idee von Veranstalter Gottfried Lammerhuber

Die Idee von Veranstalter Gottfried Lammerhuber, nach dem Ausfall des heurigen Liese-Prokop-Memorials (wegen der Umbauarbeiten im Sportzentrum NÖ) mit einem Ersatzprogramm direkt zu den Leuten zu gehen, hat sich ohne Zweifel als genial erwiesen.

Schon zum Damenbewerb waren zahlreiche Besucher auf den Rathausplatz gepilgert, die extra aufgebaute große Tribüne war bis auf den letzten Platz besetzt, und auch auf der anderen Seite des Anlaufs der größten mobilen Stabhochsprunganlage Europas, die zwischen Rathaus und Pestsäule aufgebaut worden war, standen die gespannten Besucher Spalier.

Selbst Österreichs Langzeit Stabhochsprung-Rekordhalter Hermann Fehringer (5,77 Meter) war extra angereist und vom Format begeistert. „Schon in meiner Zeit waren solche City-Bewerbe das Schönste“, lobte er den Event in St. Pölten und die Leistungen der Athleten. „Wer solche Höhen erreicht, hat vorher zehn bis fünfzehn Jahre intensiv trainieren müssen!“

Fans zeigten sich begeistert

Und auch bei den Fans und vielen Promis, wuchs mit jeder weiteren Höhe die Bewunderung für die Athleten. Europameisterin Irina Ptacnikova markierte ihre drittbeste Leistung der Saison und gewann mit 4,41 Metern den Damenbewerb. Lokalmatadorin Agnes Hodi übersprang mit 4,01 wieder die vier Meter-Marke und wurde Zweite. An ihrer Rekordhöhe von 4,11 Meter scheiterte sie dreimal, zweimal davon sehr knapp.

Hochkarätig war das zehnköpfige Feld der Männer. Bei nur 12 Grad Celsius heizten sich Publikum und Springer gegenseitig ein. Drei Athleten ließen sich zu einer Höhe von 5,11 Meter beflügeln. Sieger wurde Favorit Pavel Wojchiekowski aus Polen, der 5,61 packte. Beim Berliner Istaf-Meeting im Olympiastadion vor wenigen Tagen schaffte der Weltmeister von 2011 bei idealen Verhältnissen die gleiche Höhe, was klar für die großartige Atmosphäre beim Cityjump spricht. Der Olympiavierte Jan Kudlicka (CZE) und EM-Bronzemedaillengewinner Kevin Menaldo (FRA) komplettierten das Podest.

Gute Leistungen der Lokalmatadoren

Olympia- und WM-Zehnkämpfer Dominik Distelberger begeisterte die Zuschauer mit 4,91 Meter am Ende einer langen Saison als bester Österreicher. Stabhochsprung-Staatsmeister Sebastian Ender enttäuschte aber als einziger aller Athleten. Er scheiterte dreimal an der Einstiegshöhe von 4,71 Meter und war zerknirscht. „Es tut mir unendlich leid, dass ich vor dieser tollen Kulisse mein Potenzial nicht abrufen konnte.“

Großer Beliebtheit erfreuten sich die zahlreichen Side-Events. Auf der eigens installierten Kugelstoßanlage, die dem Ansturm der Zuschauer kaum gewachsen war, zeigte auch Österreichs Siebenkampf-Aushängeschild, die Neo-St. Pöltnerin Ivona Dadic, mit 13,79 Meter nach drei Wochen Urlaub und Pause ihr Potenzial und stand zwischendurch Fans Rede und Antwort.

Für Dadic gab‘s großen Korb mit Schokolade

Unter tosendem Applaus wurde Dadic dann noch für ihrem sechsten WM-Platz von London geehrt. Natürlich gab‘s für die selbst ernannte „Naschkatze“ Schokolade satt.

Auch die Kinderbewerbe beim Sportunion Action-Day und bei der Sportunion-Challenge waren im wahrsten Sinne des Wortes ein großer Renner und wurden den ganzen Nachmittag stark frequentiert.

„Nach dem gestrigen Tag ist klar, dass es eine Neuauflage des Sportland Cityjumps geben muss“, denkt Cheforganisator Lammerhuber einen Zweijahres-Rhythmus an. „Ich will nämlich mein großes Team von der Sportunion St. Pölten, das so großartig mitgeholfen hat, auch nicht überfordern, obwohl es jedem, der tatkräftig dabei war, auch wirklich riesigen Spaß gemacht hat.“

Bedankt hat sich Lammerhuber auch bei den Sponsoren. „Sportland NÖ, die Sportunion NÖ und Stadtgemeinde St. Pölten haben dieses Event erst möglich gemacht!“

Für das Team der Union St. Pölten Leichtathletik gibt es aber keine Verschnaufpause, denn nach dem CityJump ist vor dem CityLauf! Bereits am 14. Oktober geht’s am Rathausplatz St. Pölten mit den Volksläufern weiter.