Volleyballer hoffen auf Beachevents. Die beiden Bezirksklubs St. Pöltner Panthers und Böheimkirchen Hot Shots bedauern zwar, dass die Meisterschaft vorzeitig abgebrochen werden musste und keine Meister gekürt werden, können mit der Situation aber ganz gut leben. Die St. Pöltnerinnen dürfen sich in der 2. Landesliga nämlich trotzdem über den Aufstieg freuen und die Böheimkirchnerinnen erhalten somit einen Derbygegner in der kommenden Saison.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 06. April 2020 (19:03)
Die Hallensaison ist auch im Volleyball vorzeitig beendet worden. Für die St. Pöltner Panthers hat der Abbruch keine Auswirkungen auf ihre erneute Teilnahme in der 2. Bundesliga kommende Saison. Im Sommer hofft man aber zuvor noch auf Beachvolleyball-Turniere.
Claus Stumpfer

In den aufgrund der Coronavirus-Pandemie abgebrochenen österreichischen Meisterschaften der Volley-League der Damen und Herren wird es in dieser Saison keine Meister, allerdings einen Endstand geben. Dieser wird für die Vergabe der Startplätze im Europacup und der mitteleuropäischen MEVZA-Liga 2020/21 herangezogen.

Das beschloss der Vorstand des österreichischen Volleyballverbands (ÖVV) am Freitag. Dass es aufgrund der außergewöhnlichen Situation keinen Absteiger gibt, stand bereits mit Abbruch aller Volleyball-Ligen am 18. März fest. Da es zu keinen Play-offs kam, wird auch der Staatsmeistertitel heuer nicht vergeben, stattdessen gibt es in den beiden höchsten Spielklassen einen „Rang 1“, der an die beiden Vorjahresmeister SK Zadruga Aich/Dob (Männer) und ASKÖ Linz/Steg (Frauen) geht. Bei den Herren ergibt sich das Ranking aus den Endplatzierungen in den Setzrunden, bei den Damen nach dem Endstand des Grunddurchgangs.

Laut einer Verbandsmitteilung wurden die Meldefristen für die kommende Saison verlängert. Für Vereine der 2. Bundesliga mit Aufstiegsambitionen sei bei Erfüllung der formalen Kriterien der Aufstieg möglich, die Teilnehmerzahl sei in beiden Denizbank-Ligen aber auf zehn Teams begrenzt. 

Kaum Auswirkungen für St. Pöltner Panthers

Für die St. Pöltner Herren haben die Beschlüsse keine Auswirkungen, sie werden auch kommende Saison in der 2. Bundesliga an den Start gehen. Die Einserdamen sind fix in der 1. Landesliga, obwohl sie offiziell auch nicht als Meister anerkannt werden. „Vom NÖVV wurden wir aber als solcher bestätigt“, erklärt Harald Hofko als Sektionsleiter der Union St. Pölten Panthers. Die St. Pöltnerinnen lagen beim Saisonabbruch in der 2. Landesliga bereits uneinholbar voran. Hofko vermutet aber, dass die Coronakrise für die Zukunft von so manchem Großklub im österreichischen Volleyball Einfluss haben wird. „Die Budgets werden wohl etwas schrumpfen“, geht er von einem „größeren Umbruch“ in den beiden Bundesligen aus.

Bei den Panthers soll aber weitgehend alles beim Alten bleiben. „Auf uns hat der Abbruch keine großen sportlichen Auswirkungen, außer dass wir gerne die letzten Heimspiele natürlich noch ausgetragen hätten“, betont Hofko aber auch die wirtschaftlich solide Basis. „Gott sei dank ist die USP ein gesunder und super funktionierender Verein, bei dem alle zusammenhalten und auch füreinander da sind – gerade in solchen Zeiten weiß man das dann umso mehr zu schätzen!“ 

Beachvolleyplatz noch im Winterschlaf

Den Blick haben die Panthers bereits nach vorn gerichtet. Die Hoffnung, bald am Beachplatz auf der Union-Sportanlage trainieren zu können, lebt jedenfalls. „Wichtig wäre, dass wir bald wieder hineinkönnen, um die Anlage aus dem Winterschlaf zu holen“, weiß auch Hofko, dass noch einiges zu tun wäre, um die Plätze und das Rundherum wieder herzurichten. Im Vorjahr hat man auch eine Flutlicht Anlage in Betrieb genommen, damit die Spieler länger trainieren können und am Reinkeweg steht auch der Cupsiegerbaum der Damen anlässlich des NÖ-Cupsiegs, gespendet von Bürgermeister Matthias Stadler. Geplant wäre für 5. Juni das 2. USP-Firmenturnier gewesen.

„Letztes Jahr war das ein riesen Spaß und wir hätten auch schon wieder viele Anmeldungen“, hoffte Hofko bis zuletzt, diesen Bewerb nicht absagen zu müssen. Die Ankündigung der Bundesregierung am Montag, bis Ende Juni alle Events abzusagen, hat diese Hoffnung zunichte gemacht.

Videos der Asse sollen Volleykids motivieren

Die St. Pöltner Spieler und Spielerinnen halten sich derzeit jedenfalls zu Hause mit Kraft- und Balltraining jeder individuell fit. Für die Nachwuchsteams wurden auf der Homepage eigene Videos von den Bundesligaspielern und Damenspielerinnen draufgestellt, auf denen diese Übungen zeigen, die man auch zu Hause machen kann. „Auch in diversen Whatsapp-Gruppen werden die Kids immer wieder zu lustigen Challenges motiviert“, erzählt Hofko, der die vermehrte Freizeit jedenfalls bereits nutzt, um die Planungen für kommende Saison voranzutreiben.

„Das geht bei uns unabhängig von Corona immer zu der Zeit los: Zusammenstellen des Trainerstabs für den Nachwuchs, Planung des Trainingslagers, das wir hoffentlich auch machen können, und natürlich der Fokus auf die Beachsaison, in der Hoffnung, dass es auch eine gibt, sind jetzt aktuell die Schwerpunkte.“ Ungewohnt sei nur, dass man im Moment die Abstimmungsgespräche via Videokonferenzen zu Hause machen müsse. „Sonst sind wir guter Dinge, dass die Situation im Frühsommer entspannter ist, wir am Beachplatz wieder baggern und pritschen können und dann nächste Saison mit den Herren in der 2. Bundesliga und den Damen verdienterweise in der 1. Landesliga am Start sind.“

Hot Shots freuen sich auf Derbys kommende Saison

Die Böheimkirchner Hot-Shots-Damen hatten in der 1. NÖ Landesliga eigentlich noch drei Heimspiele offen. „Wir hätten alles dafür gegeben, mit unseren Heimfans im Rücken die notwendigen Punkte für den Klassenerhalt zu holen“, sagt Coach Matthias Poller. Rein rechnerisch hätte es in der Liga ja auch noch den bis dahin Viertplatzierten erwischen können. „Es wären auf alle Fälle heiß umkämpfte Matches gewesen und es ist natürlich schade - wenn auch voll verständlich- dass wir die Saison nun so beenden mussten“, freut sich Poller aber schon jetzt auf die Derbys mit den St. Pöltnerinnen in der kommenden Saison.

„Die St. Pöltner Damen haben es sich über den sportlichen Weg mehr als verdient, aufsteigen zu dürfen“, erinnert Poller an die Tatsache, dass sie zwei Runde vor Schluss uneinholbar Erster und damit Fixaufsteiger aus der 2. Landesliga waren. „Daran wurde zum Glück nicht gerüttelt“, ist er froh darüber, dass der NÖ Volleyballverband sportlich fair entschieden hat.

"Neustart der Saison wäre schwierig gewesen"

Poller war auch zufrieden mit der Entscheidung des Verbands, früh die Saison abzubrechen. „Hätte die Saison jetzt noch irgendwann zu Ende gespielt werden müssen, wäre ein „Neustart“ der Meisterschaft ohne gemeinsames Balltraining über Wochen hinweg schon schwierig geworden. Jetzt bleibt zu hoffen, dass sich die Lage über den Sommer bessert und wir mit neuer Motivation und Kraft in die Saison 2020/21 starten können.

Auch Poller erwartet große Umbrüche

Auch Poller sieht wie St. Pöltens Harald Hofko die Gesamtsituation natürlich auch als einen schweren Schlag (wie in sämtlichen Sportarten) für den Volleyballsport und die Vereine. „Von den Platzierungen für internationale Startplätze, über den Einnahmenentgang bei Heimspielen, den Entfall von Trainergehältern, wirtschaftliche Krisen bei Partnern und Sponsoren bishin zu den Absagen von Beachvolleyball-Events wie beispielsweise in Baden oder das Major in Wien, bleibt kein Stein auf dem anderen“, meint Poller.