Der SKN verliert auch gegen Mattersburg. Zwei gehaltene Elfer durch Christoph Riegler und einige gute Chancen reichten nicht, um dem Tabellenführer aus dem Burgenland Punkte abzuknöpfen. Vielmehr setzte es bereits die siebente Niederlage im 13. Meisterschaftsspiel.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 03. Oktober 2014 (19:37)
NOEN, Wolfgang Wallner

Die Landeshauptstädter verlieren gegen den burgenländischen Leader, schlittern noch tiefer in die Krise. In Hälfte zwei versiebten die Gager-Kicker drei Hochkaräter, fingen sich im Konter das entscheidende 0:2.

Verunsicherung von Beginn an

Verunsicherung pur regierte bei den Platzherren, die zunächst auf das 4-2-3-1 von der LASK-Partie setzten. Leader Mattersburg übernahm bald das Kommando, ohne aber klare Chancen herauszuspielen. Gerade als die Wölfe ihren Biss langsam fanden, kassierten sie den ersten Tiefschlag: Thorsten Röcher schickte Sven Sprangler ins Loch, Tomasz Wisio klärte zur Ecke. Und aus dieser resultierte das 0:1.

Bei einem Zweikampf zwischen Dominik Hofbauer und  dem aufgerückten Lukas Rath entschied Schiri Ciochirca durchaus vertretbar auf Penalty. Karim Onisowo trat an, versuchte den Ball im rechten Eck zu platzieren – doch Christoph Riegler war zur Stelle, parierte den Ball. Im Nachsetzen war Ibser schneller als sein Bewacher, stellte auf 0:1 (18.).

Schibany verstärkt Offensive

Die Burgenländer ließen die Gäste kommen, die wenigen SKN-Chancen (Wisio-Kopfball, 22. und eine abgerissene Gluhakovic-Flanke, 34.,) fielen in die Rubrik harmlos. Zur Pause reagierte Trainer Herbert Gager. Daniel Segovia musste vorne nicht mehr alleine auf weiter Flur agieren, bekam mit Jannick Schibany einen Sturmpartner. 



Doch los ging’s mit Mattersburger Offensiv-Power. Röcher und Ibser verstolperten gleich nach Wiederanpfiff im Doppelpack (46.). Vier Minuten später scheiterte Ibser mit einem Drehschuss im Strafraum. Bei der ersten SKN-Aktion blieb Bernhard Luxbacher an Novak hängen, praktisch im Gegenzug konnte sich Wisio nur mit einem Foul an Ibser helfen.

Zwei Mal Elfmeter für SVM

Zum zweiten Mal in der Partie zeigte Schiri Ciochirca auf den Elfmeterpunkt. Und abermals erriet Riegler das Eck, entschärfte den Malic-Penalty (57.). Eine Minute später hatte Jano das 0:2 am Fuß, schoss auf der Linie zwei St. Pöltner an. 

Doch plötzlich witterten die bislang so ratlos agierenden Landeshauptstädter ihre Chance. Bernhard Luxbacher tankte sich durch, zog in den Strafraum und verpasste das lange Eck ganz knapp (60.). Kurz darauf schickte Kerschbacher Schibany auf rechts, der junge Stürmer bugsierte das Leder am Pfosten dabei (64.).

Bei einem „Bodycheck“ an Hofbauer verzichtete der Referee auf den durchaus angebrachten Elferpfiff (66.). Und vier Minuten später folgte die nächste SKN-Großchance: Segovia sah auf rechts Luxbacher, der ideal in die Mitte flankte. Dort köpfelte Kerschbaumer freistehend aus acht Metern über die Querlatte.

Strafe für vergebene Chancen

Die „Strafe“ folgte auf den Fuß:  Mattersburg-Joker Manuel Prietl bekam den Ball von den St. Pöltnern beim Herausspielen serviert, Karim Onisowo zog alleine auf Riegler und hämmerte den Ball ins kurze Kreuzeck (77.).

Nun mussten die Landeshauptstädter noch mehr aufmachen, Mattersburg hatte die Entscheidung am Fuß. Alexander Ibser schloss einen Konter mit einem Roller in die Arme von Keeper Riegler ab (78.), Alois Höller verzog von der Strafraumgrenze. Die Landeshauptstädter waren angezählt, kamen nur mehr durch einen Segovia-Kopfball gefährlich vor das Tor der Burgenländer (90.).

Der SKN kam damit nach wie vor nicht Fleck und hält nun weiterhin bei mageren 14 Punkten und 12 Treffer nach 13 Runden. 
 

Stimmen:

SKN-Trainer Herbert Gager: : „Das Spiel war typisch für unsere Situation. Da kommt alles zusammen – wie beim Elfer zum 1:0. Wenn das ein Penalty war, dann hätte es auch für uns einen Elfmeter geben müssen. Auf den Schiedsrichter will ich mich aber nicht ausreden. Wir hatten wieder vier Superchancen und bringen den Ball nicht einmal auf’s Tor. So kannst du nicht gewinnen. Vom Einsatz her kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen, nach den Umstellungen in Hälfte zwei war’s auch nach vorne hin gefährlich.“ 
„Für mich war der erste Elfer nicht zu geben. Wir hatten in der zweiten Hälfte wieder genug Chancen, um den Ausgleich zu machen. Natürlich ist es eine unangenehme Situation.“ 
 
SKN-Torhüter Christoph Riegler: „Heute mussten wir wieder einem Rückstand nachlaufen. Doch wir hatten unsere Chancen. Wir trainieren immer sehr gut, leider können wir das dann im Spiel nie so umsetzen wie wir uns das vornehmen."
„Wenn du vorne nichts triffst, bringt’s auch nichts, wenn du als Torhüter zwei Elfer hältst. Das war zu wenig.“ 

SVM-Trainer Ivica Vastic: „Unterm Strich geht der Sieg in Ordnung, die Jungs haben vor allem eine grandiose Laufleistung geboten. Nach der Pause hatten wir eine Phase, in der St. Pölten stärker wurde und auch den Ausgleich auf dem Fuß hatte – man darf aber nicht vergessen, dass die auch Fußball spielen können. Mit dem zweiten Treffer war das Match aber gelaufen, da haben wir den Glauben an den Sieg wieder komplett gehabt. Dass wir dieses Spiel positiv beendet haben, ist ein weiterer Entwicklungsschritt.“

Alexander Ibser, Torschütze zum 0:1: „Wir haben gut begonnen, sind aber nach dem Führungstor etwas zu tief gestanden. Nach der Pause hat St. Pölten ebenfalls Möglichkeiten gehabt, letztlich konnten wir das Spiel aber entscheiden und unterm Strich auch verdient gewinnen.“


SKN St. Pölten – SV Mattersburg 0:2 (0:1)

SKN St. Pölten: Riegler – Gluhakovic, Huber, Wisio, Holzmann – Ambichl (45. Schibany), Hofbauer, Parada (79. Starkl), Kerschbaumer (79. Drga), Luxbacher – Segovia

SV Mattersburg: Kuster – Farkas, Malic, Rath - Jano, Sprangler, Röcher (60. Höller), Perlak (66. Prietl), Novak – Ibser (79. Doleschal), Onisiwo

Tore: Ibser (17.), Onisiwo (77.) 

NV-Arena, 1.900 Zuschauer, SR Ciochirca 
 

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