Der Traum von Tokio lebt noch. Die St. Pöltnerin Kristin Wieninger holt sich von Teamkollegin Funda Celo den Staatsmeistertitel zurück, darf weiter aufs Olympiaticket hoffen. In Paris fällt die Entscheidung.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 09. Juni 2021 (01:05)
Kristin Wieninger hat sich den Staatsmeistertitel zurückgeholt, den sie im Vorjahr an Funda Celo abtreten musste. Als Titelträgerin darf sie auch zu den olympischen Spielen, falls sie sich am Wochenende in Paris dafür auch qualifiziert.
Kremser, Kremser

Spannend ging es am Samstag bei der Karate-Staatsmeisterschaft im ASKÖ Center Graz-Eggenburg zu, die im Rahmen der Austria Sport Finals – der gemeinsamen Staatsmeisterschaft von 22 Sportverbänden — ausgetragen wurde. Mit dabei eine Handvoll blau-gelber Karateka, die allesamt das SLZ/BORGL/HASL absolvierten beziehungsweise noch besuchen.

Mit Spannung wurde die Begegnung der Kata-Top-Sportlerinnen erwartet: Funda Celo, 19, aus Neulengbach hatte der St. Pöltnerin Kristin Wieninger den Staatsmeistertitel 2019 abgenommen. Heeressportlerin Wieninger holte sich nun diesen Titel mit dem knappen Vorsprung von 0,2 Punkten zurück. Beide Zen-Tai-Ryu-Asse präsentierten in der Endrunde auf hohem Niveau die herausfordernde und risikoreiche Kata „Chatanyara Kushanku“, wobei die 22-jährige Wieninger die Kampfrichter um einen Hauch mehr überzeugen konnte. Die beiden dritten Plätze erkämpften Isra Celo, 15, und Patricia Bahledova, 22. Verena Köfinger, 22, aus Langenlois belegte Rang fünf.

Spannung vor der Olympiaqualifikation

„Ich bin überglücklich, dass ich mir den Titel von Funda zurückholen konnte und sehe nun der Olympia-Qualifikation gespannt aber mit Selbstvertrauen entgegen“, meinte die Siegerin nach ihrer Final-Vorstellung.

Bei den Herren konnte der eingebürgerte 22-jährige Serbe David Rakic in Zen-Tai-Ryu-Diensten bei seiner ersten Staatsmeisterschaft bis ins Finale vordringen. Der Neo-Österreicher, der erst kürzlich die Staatsbürgerschaft verliehen bekam, gab dem Kärntner Routinier Patrick Valet einen würdigen Gegner ab und holte Silber. Um Bronze kam es zu einem Duell der beiden SLZ-Athleten Cenk Tosun, 17, und Florian Zöchling, 15, welches der Herzogenburger Tosun für sich entscheiden konnte. Dennoch Platz fünf für den jüngsten Teilnehmer Florian Zöchling aus Pyhra.

„Gold, zweimal Silber, dreimal Bronze und zwei fünfte Plätze können sich sehen lassen. Unser Zen-Tai-Ryu-Weg stimmt nach wie vor – trotz Corona-Krise!“ freute sich Trainer Erhard Kellner über die Leistung der Niederösterreicher.

Am Wochenende steht in Paris das Olympia-Qualifikationsturnier an, bei dem Kristin Wieninger versuchen wird, sich für Tokio zu qualifizieren.