Ein Team geht in die Vollen. Das Renauer Team feiert seine 25. Rennsaison. Der St. Pöltner Hannes Gsell ist einer von vier Piloten.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 31. März 2021 (00:51)
Der St. Pöltner Hannes „XL“ Gsell fährt heuer für das Renauer-Team mit seinem eigenen Boliden in der Formel Renault.
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Seit 1997 betreuten Sepp und Monika Renauer mittlerweile 60 verschiedene Rennfahrer und Rennfahrerinnen aus dem In- und Ausland in vielen verschiedenen nationalen und internationalen Rennserien. Seit einigen Jahren ist auch Sohn Florian, der wie Sepp selbst eine erfolgreiche Rennfahrerkarriere aufweisen kann, mit im Team.

Zusammen können Sie mit viel Erfahrung und tollem Engagement punkten. Sepp, der als junger Spund den Motorsportvirus durch Jochen Rindt eingepflanzt bekam, konnte mit seinem Team in sehr angesehenen Rennserien Erfolge verbuchen. Zum Beispiel war da die Sportwagen-WM, die Formel Renault Italien, die heiß umkämpften FIA GT2 und FIA-GT-Meisterschaften, ein Einsatz in der LMES, der GT4 Ginetta-Cup und auch die Euro-NASCAR.

Seit 2020 setzt man nun wieder auf die Formel-Rennwagen, genauer gesagt die Formel Renault mit zwei Liter Motoren. Im Zuge des Histo-Cups, der seinerseits seit über 20 Jahren die größte heimische nationale Motorsportveranstaltung darstellt, gibt es ab heuer einen neuen FR 2.0 Cup, in dem genau diese Hochleistungsrennwagen zum Einsatz kommen. 2021 betreut das Renauer-Team mit Hannes „XL“ Gsell, Franz Irxenmayr, Bernhard Stitz und Alexander Talkanitsa gleich vier niederösterreichische Piloten und hofft, dass einer von ihnen den Gesamtsieg holen kann.

Der St. Pöltner Gsell konnte beim Testrennen letzten Oktober mit einem Laufsieg bei widrigsten Bedingungen toll aufzeigen. Dieser Erfolg hat „XL“ davon überzeugt, dass er sich mit vollstem Einsatz auf eine ganze Saison in der neuen Meisterschaft konzentrieren will. Mit erstmals eigenem Rennauto, das von Renauer Motorsport aufbereitet wurde, stellt sich Gsell der großen Herausforderung. Sein ambitioniertes Ziel sind 16 Podiumsplätze in 16 Rennen.

Gsell startet ohne jeden Testkilometer in Saison

„Eine Herkulesaufgabe, weil ich wegen der Pandemie bislang noch keinen Meter mit dem neuen Boliden zurücklegen konnte“, weiß XL, der somit ohne Test zum ersten Rennen am Red Bull Ring kommt. „Der Bolide hat zwar eine Paddle-Shift-Schaltung, die ich noch nie gefahren bin, aber andererseits hatte ich noch nie viel Vorbereitungszeit bei meinen Einsätzen, also sollte das zu schaffen sein“, bleibt er wie immer in seiner Motorsportkarriere Optimist.

Spannender ist für ihn schon die Frage, wer und wie stark seine Konkurrenten sind und ob ihm die größte Gefahr nicht in Form seiner motorsportlich erfahrenen Teamkollegen droht. „Wir verstehen uns wirklich gut, trotzdem wird jeder auf der Strecke keinen Zentimeter herschenken“, ist er überzeugt.

„Alle sind bis in die Zehenspitzen motiviert und können den Saisonstart nicht erwarten!“ Der Terminkalender ist jedenfalls prall gefüllt, denn nach dem ersten Rennen in Spielberg folgt eine Woche später der Hungaroring (da allerdings in einer anderen Serie) und eine weitere Woche drauf das Rennen in Brünn (Slovakiaring). „Vier Rennwochenenden in sechs Wochen ist heuer schon beinahe Formel-1-Niveau“, scherzt Gsell, der gleich auf „viele positive Erkenntnisse und Erlebnisse“ hofft.