Erstellt am 13. Januar 2015, 14:23

von Wolfgang Wallner

Ex-Teamspieler Atan am Prüfstand. Mit Cem Atan hat Juniors-Coach Jochen Fallmann einen prominenten Trainingsgast. Der langjährige Profi steht vor einem Neuanfang – und soll beim SKN eine Chance bekommen.

Im Mattersburg-Dress sorgte Cem Atan (rechts) einst in der Bundesliga für Furore. Nun steht er bei den SKN-Juniors am Prüfstand.  |  NOEN, APA/Rubra
Im Sommer beim „FC AMS“, dem Camp der arbeitslosen Fußballprofis in Steinbrunn, zuvor in der dritten türkischen Liga – und jetzt auf Probetraining beim SKN St. Pölten: Cem Atan will in Österreich wieder Fuß fassen. Über die Juniors-Abteilung der „Wölfe“, die in der Regionalliga Ost um den Klassenerhalt kämpfen. „Wir werden uns einmal anschauen, ob Atan noch genügend Feuer hat und ob er das wirklich will“, bleibt Sportdirektor Frenkie Schinkels vorsichtig, „ ich weiß, dass er als Problem-Boy gilt, aber ich würde ihm gerne eine Chance geben.“

Ein Hitzkopf im Karriere-Wellental

Sein Hitzkopf und sein Lebenswandel abseits des Fußballfelds standen Atan immer im Wege. Mit 18 Jahren debütierte der Wr. Neustädter für Rapid in der Bundesliga, mit 21 im Nationalteam. Doch nach zwei Partien und einigen unschönen Vorfällen war die Karriere im ÖFB-Dress auch schon wieder vorbei. 145 Mal stand der Mittelfeldmann in der heimischen Bundesliga am Feld, war im österreichischen Profi-Zirkus zuletzt im Herbst 2011 zu sehen – bei Hartberg.

Floridsdorfer Talent als Testkandidat

Der 29-jährige kickte bis zum Sommer in der dritthöchsten türkischen Liga bei Gümüshanespor am Schwarzen Meer. Wie auch Christian Varga (19, Mittelfeld) vom Wiener Stadtligisten Columbia Floridsdorf muss sich Atan nun im Probetraining bei den Juniors bewähren. Schinkels: „Wir stehen dazu, alles für den Klassenerhalt zu tun – in der Ersten Liga wie in der Regionalliga.“ Darum gab's auch ein Veto des Vereins gegen einen Wechsel von Philipp Koglbauer zu Regionalliga-Krösus Ritzing.

„Elchtest“ gegen Amstetten für die Profis

Für die St. Pöltner Profi-Abteilung steht am Freitag der erste Härtetest am Programm (17 Uhr). In Neuhofen treffen die Wölfe auf Ostligist SKU Amstetten. „Eine erste Bestandsaufnahme“ erwartet sich Cheftrainer Michael Steiner. „Wir wollen gleich sehen, wo wir stehen und woran wir, abgesehen von der Physis, noch arbeiten müssen.“ Mit den Eindrücken der ersten Trainingswoche ist Steiner zufrieden: „Die Spieler und das Trainerteam ziehen an einem Strang.“ Das Ziel steht fest: „Wir möchten nicht lange etwas mit dem Abstiegskampf zu tun haben.“