Bei den St. Pöltner Falken reißt der Faden. St. Pöltner können Leoben phasenweise fordern. Zur Überraschung in Donawitz reicht‘s aber nicht.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 09. September 2020 (01:34)
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Im Vorfeld hatte Falken-Trainer Damir Djukic damit gerechnet, dass Leobens neuer Spielertrainer Vytas Ziura nach langer Verletzungspause noch nicht fit wäre, um bereits aufzulaufen. Er sollte sich täuschen! Die Fivers-Legende stand sehr wohl gleich zum Saisonstart für die Obersteirer am Parkett und bestätigte zumindest die zweite These von Djukic: „Mit ihm sind sie zwei Klassen stärker und definitiv auch Titelkandidaten!“

Bitter war zudem, dass neben Ziura auch Mathias Nikolic statt wie in der Vorsaison bei der Sportunion Die Falken Bachner Bau St. Pölten nun für die Montanstädter aufspielt. Und mit ihrer Erfahrung aus der spusu-Liga zogen die beiden auch die weiteren Neuzugänge der Hausherrn sowie die Routiniers Aistis Pazemeckas und Marek Kovacech zu Höchstleistungen.

Da konnten die Falken nur in den hektischen Auftaktminuten einigermaßen mithalten. Neuzugang Sebastian Feichtinger zeigte auf Falken-Seite in dieser Phase seine Klasse aus HLA-Zeiten und nach zehn Minuten führten die Djukic-Schützlinge in der Donawitzer Halle sogar mit 4:3.

Leobener ziehen unaufhaltsam davon

„Beide Abwehrreihen standen zunächst gut, aber Vitas Ziura hat dann einmal mit Alleingängen die Führung für Leoben besorgt“, schildert Djukic (5:4, 15.). Postwendend sorgte Jan Neumaier für den erneuten Ausgleich. Es sollte aber das letzte Mal in diesem Spiel sein, dass die St. Pöltner egalisieren können. Denn danach ziehen die Leobner unaufhaltsam davon.

„Wir haben zu viel über die Mitte probiert, wo Ziura und Szabazgiraev mit ihrer aggressiven Deckung aber stets gut zugemacht haben“, analysiert Djukic.

Technische Fehler bei den Jungfalken taten das Ihrige. Djukic entschied sich daher früh dazu, seine Formation fleißig durchzuwechseln. „Mir war es auch wichtig, dem ganzen Kader Spielzeit zu gönnen“, sieht er darin für die kommenden Spiele den richtigen Schritt. Zur Pause führte Leoben aber dann bereits mit 15:8.

Nach der Pause entwickelt sich aber wieder ein Spiel auf Augenhöhe. „Doch unser großes Manko ist die Chancenauswertung“, weiß Falken-Obmann Michi Kögl. Einige Paraden von Goalie Arit Nimanaj, der seit heuer ebenfalls neu bei den Falken ist, und flexiblere Spielzüge in der Offensive ließen den Rückstand aber trotzdem auf 14:18 schmelzen (41.). Doch wie schon in Halbzeit eins reißt nach einer Viertelstunde der Faden völlig und Leoben zieht erneut auf 24:18 davon. St. Pöltens Coach reagiert. Djukic nimmt das Time-out und die Falken erfangen sich tatsächlich wieder, doch gefährden können sie die Hausherren, die nun auch ihren ganzen Kader einsetzen, natürlich nicht mehr. St. Pölten unterliegt beim Saisonauftakt doch deutlich mit 24:29.

Feichtinger sorgt für sechs Volltreffer

Beste Werfer bei den Falken und auch Man of the match aus St. Pöltner Sicht waren Feichtinger (6), Matthias Bruckner (4), sowie Jan Neumaier und Morithz Mossgöller (je 3). Bei Leoben war der überragende Marek Kovacech nicht zu halten, traf gleich 12 Mal!

Falken-Obmann Kögl blieb trotz der deutlichen Niederlage gefasst. „Der Weg ist das Ziel! Unsere Jungs sind auf einem guten Weg in die neue Saison“, findet er.

Es folgt am Samstag (19 Uhr) im Sportzentrum NÖ das Heimspiel gegen UHC Hollabrunn. Vorspiel gibt es keines, denn die U 20 spielt heuer meist an anderen Terminen!

Neben Leoben erwischte auch Hollabrunn einen Traumstart. Beim Gipfeltreffen mit den Füchsen siegte der Titelfavorit mit 28:23. Neuzugang Vlatko Mitkov erzielte dabei zwei Tore.

Erster Tabellenführer in der neuen Saison ist aber roomz JAGS Vöslau, das sich bei Union Sparkasse Korneuburg mit 30:24 durchsetzen konnte. Beeindruckend dabei die Breite im Kader: gleich zehn Spieler der Thermalstädter trugen sich in die Torschützenliste ein!

Mehr in der Kragenweite der Falken sollten die weiteren Teams der Liga sein. Liganeuling HIB Großschädl Stahl Graz darf sich aber gleich über den ersten Punkt freuen, trennte sich von WAT Atzgersdorf vor Heimpublikum 22:22. Beendet wurde der erste Spieltag am Montag (nach Redaktionsschluss mit der Partie HC Fivers WAT Margareten II gegen den UHC Tulln.