Der Abstieg St. Pöltens Damen steht fest. St. Pöltens Damen können auch mit einem Sieg über Wr. Neustadt die rote Laterne in der WHA nicht mehr abgeben.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 07. Mai 2019 (00:43)
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Begovic schied verletzt aus, fehlte an allen Ecken und Enden.

Sieben Punkte sind nach der Niederlage am Konto der St. Pöltnerinnen – das hätte in den letzten Jahren immer zum Klassenerhalt genügt. Doch heuer hilft auch ein Sieg im letzten Spiel gegen Wr. Neustadt nichts. Selbst wenn Trofaiach nächste Woche verliert, geht das direkte Duell an Trofaiach. Auswärts 26:24 gewonnen, daheim 29:31 verloren – somit zählt die höhere Anzahl der Auswärtstore und da haben die Steirerinnen die Nase vorn.

Das Schicksalsspiel in Perchtoldsdorf begann ganz schlecht. Vcelar, Kovarik und Babler stellten in den ersten Minuten auf 3:0. „Wir liefen hinterher und Perchtoldsdorf konnte den Vorsprung einige Male sogar auf sechs Tore ausbauen“, erzählt Sektionsleiter Gerhard Halm.

Obwohl Trainer Norbert Visy in den letzten Wochen gezielt versucht hatte, den Druck herauszunehmen und die Spielerinnen positiv zu motivieren, wussten natürlich alle, dass eine Niederlage den Abstieg bedeutete und reagierten entsprechend nervös. „Sichere Torchancen wurden vergeben, Pässe kamen auf Kniehöhe an“, schildert Halm. Erst nach der Pause stabilisierte sich die Leistung der Spielerinnen und sie kämpften sich in der 37. Minute bis auf zwei Tore heran (16:14).

Ausfall von Begovic ist entscheidend

Als alles schon nach einer Wende aussah, musste Aufbauspielerin Melissa Begovic mit einer Knieverletzung vom Platz. In den folgenden turbulenten Minuten geriet die Abwehr ins Trudeln, Hetemaj und Szostak mussten mit Zeitstrafen vom Feld und Perchtoldsdorf baute in doppelter Überzahl den Vorsprung wieder aus. Bis zur 53. Minute (21:17) war noch Hoffnung, doch Kovarik und Vcelar (beide acht Tore) erhöhten den Vorsprung der Heimischen rasch auf 25:18 und sicherten den Klassenerhalt für Perchtoldsdorf/Vöslau, während St. Pölten nächste Saison in der Bundesliga spielen wird.

„Eine neue Erfahrung für uns, denn aus sportlichen Gründen ist der Verein noch nie abgestiegen“, weiß der Sektionsleiter, der eine schwierige Saison erwartet hatte. „Die Abgänge der Schlüsselspielerinnen ohne Neuzugänge war nicht zu verkraften. Die erfahrenen und eine ganze Gruppe junger, ehrgeiziger Spielerinnen unter einen Hut zu bringen, erfordert Zeit“, sieht er keine Schuld bei Coach Visy. „Wir hoffen, dass wir weiterhin auf ihn zählen können.“

Die sportliche Leiterin Waltraud Wagner erinnert an etliche Highlights: „Der Auftaktsieg in Trofaiach, ein toller Kampf gegen Hypo NÖ in der Prandtauerhalle, ein Sieg gegen Dornbirn – da steckt ganz viel Potenzial im Team“, wird sie an der Grundausrichtung des Vereins nichts ändern. „Wir wollen mit den Spielerinnen, die wir ausgebildet haben, in einer möglichst hohen Liga spielen. Natürlich müssen wir uns immer wieder punktuell verstärken, aber nicht um jeden Preis. Eine erfahrene Spielerin für unser junges Team steht aber auf der Wunschliste. Das Ziel in der nächsten Saison heißt natürlich Wiederaufstieg!“