Ein Großer tritt in St. Pölten ab. Max Wagesreiter macht gegen Bärnbach sein letztes Match, und der Ex-Nationalteamspieler ist nochmals „Mann des Spiels“.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 01. Mai 2018 (01:09)
Markus „Max“ Wagesreiter wurde von den Jungfalken zum Abschied wie
NOEN, ein

Wenn ein Großer abtritt, dann tut er das nicht lautlos — und so war es am Samstag auch bei Markus „Max“ Wagesreiter. Der Spielertrainer der St. Pöltner beendete seine Karriere mit einem fulminanten Spiel, in dem er in der zweiten Halbzeit seinen Youngsters viel Spielzeit gab.

„Sie haben in den letzten Wochen große Fortschritte gemacht“, ist Wagesreiter mit seiner Arbeit bei seiner ersten Trainerstation zufrieden und Obmann Michael Kögl pflichtet bei. „Wir hatten Glück, dass Max die Aufgabe übernommen hat.“ Für ihn eine Ehrensache: „Ich wollte in meiner Stadt, wo ich mit dem Handball bei der Union begonnen habe, die Karriere ausklingen zu lassen!“

Dass es nun vorbei ist, kam doch überraschend, doch Wagesreiter hatte seine Entscheidung schon vor eineinhalb Monaten gefällt, und sie dem Klub mitgeteilt. „Nach 30 Jahren Handball auf Topniveau brauche ich eine Auszeit und beende meine aktive Karriere“, hat der 36-Jährige, der in 126 Länderspielen für Österreich 101 Tore erzielt hat, aber vor, als Trainer zurückzukehren. „Es war heuer stressig, mit Hausbau, Trainer-Prolizenz-Kursen, 40-Stunden-Job und als Spielertrainer“, will sich der dreifache Vater jetzt auf die Familie konzentrieren.

Was er immer noch drauf hat, bekam aber beim letzten Saisonspiel Bärnbach zu spüren, das bereits als bestes UPO-Team feststand, aber mit sämtlichen Stammspielern aufgekreuzt war. Bei den Falken fehlte hingegen mit Peter Schildhammer der zweite Routinier weiterhin verletzt.

Bis zum 6:6 verlief die Partie ausgeglichen (13.), doch dann starteten die Falken ihren Höhenflug — 17:8 (26.). Mark Hübner im Tor als Rückhalt, tolle Angriffskombinationen, und Wagesreiters Abwehrregie, zwangen die Bärnbacher zu Fehlern, die eiskalt ausgenützt wurden. 19:11 lautete der Halbzeitstand und nach der Pause ging es so weiter. Der entnervte Bonic auf steirischer Seite wurde nach seiner dritten 2-Minuten-Strafe duschen geschickt — 27:17 (44.).

Mit dem überragenden Oliver Kaufmann im Tor gab Wagesreiter immer mehr Jungen Spielzeit, weshalb die Gäste das Resultat noch verschönern konnten.