Harter Kampf in Leoben: Knappe Niederlage für Falken . St. Pöltner führt seine Leobner als Spielertrainer zum Sieg. Zettel fällt mit Bänderriss in der linken Schulter länger aus.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 10. Oktober 2017 (02:03)
NOEN, Stumpfer
Damir Djukic (l.) erwies sich einmal mehr als Beißer. Der St. Pöltner gewann mit Leoben gegen Pils und Co aber nur knapp.

Die Zuschauer bekamen in dieser hektisch geführten Partie auf beiden Seiten viele Fehlwürfe zu sehen, doch mit Damir Djukic war zumindest ein St. Pöltner am Ende zufrieden. Auch wenn der St. Pöltner in Diensten der Gäste seine Freude aus Respekt vor seinen Freunden in der Halle nicht offen zur Schau stellen mochte.

Exil-St. Pöltner Damir Djukic spielte für Leoben groß auf

„Mit deiner Routine habt ihr das Spiel über die Zeit gebracht“, musste auch Falken-Obmann Michael Kögl dem Spieltrainer der Gäste gratulieren.

Im Finish hatte Djukic immer mehr das Heft in die Hand genommen. Beim Spielstand von 20:16 (48.) sahen die Leobener dann wie sichere Sieger aus. Doch die Falken stemmten sich gegen die drohende Niederlage.

Partie war bis zum Schluss offen

Mit dem 21:20-Anschlusstreffer zwang Pfaffinger die Gäste zum zweiten Time-out binnen fünf Minuten (57.) In der darauffolgenden Aktion traf Djukic selbst zur 22:20-Führung. Max Wagesreiter verkürzte nochmals, doch die Gäste ließen dann die Uhr geschickt herunterlaufen.

Wagesreiter, einst Nationalteamkollege vom Djukic, hatte gleich mehrere Wunden zu lecken. Eigentlich waren die St. Pöltner Außenseiter in dieser Partie, umso erstaunlicher, dass man sie bis zum Schluss offen gestalten konnte.

Wagesreiter noch immer nicht ganz fit

Bei den Falken musste sich Wagesreiter trotz Achillessehnenproblemen wieder selbst aufbieten, aber defensiv lässt er in der 2. Bundesliga auch so wenig Angriffe durch. Und der junge Mark Hübner im Tor sorgte ebenfalls dafür, dass es ein Low-Score-Game blieb.

Auf der Gegenseite war Junggoalie „Flixo“ Friedel sogar „Man of the match“. „Schon im Vorjahr mit den Fivers war er gegen uns bester Mann“, erinnert sich Wagesreiter, der aber selbst wegen einer Mittelfingerverletzung bei seinen Würfen diesmal gehandicapt war. „Bei unsere Personalsituationen muss ich mich durchbeißen“, weiß der Coach.

Weitere Ausfälle zu beklagen

Und die Verletzungssorgen sind nicht kleiner geworden. Nach einem schweren Foul von Sabazgiraev, das völlig ungeahndet geblieben war, blieb Talent Zettel mit einem Bänderiss in der Schulter liegen und fällt wohl sicher bis Weihnachten aus.

Es war übrigens nicht die einzige Fehlentscheidung des Schiedsrichterteams, das in der Halle für immer mehr Empörung sorgte. Die Schiedsrichter, Fehlwürfe bei 1:1-Situationen und technische Fehler führten dazu, dass am Ende ein Tor gefehlt hat. „Ein Remis wäre sicher gerecht gewesen“, trauert Wagesreiter.

An ein Heimtrauma glaubt der Coach aber nicht. „Wir hatten bislang einfach die starken Gegner daheim und Teams mit unserer Kragenweite auswärts“, rechnet er daher am Freitag mit dem nächsten Auswärtserfolg in Korneuburg. „Das wird ein Schlüsselspiel“, weiß Obmann Kögl.