Erstellt am 29. August 2017, 03:42

von Claus Stumpfer

Saisonstart in St. Pölten: Tormannfrage noch offen. Trotz großer Bemühungen hat Falken-Obmann Michael Kögl keinen Ersatzmann für Goalie Filzwieser gefunden.

Auf Spielertrainer Markus Wagesreiter (l.) wartet eine mammutaufgabe. Er muss die jungen Spieler führer und selbst Höchstleistungen abrufen, wollen die Falken in der HBA bestehn.  |  NOEN, Stumpfer

Am Samstag ist die Zeit des Wartens für die Handballfans auch in der Landeshauptstadt vorbei. Am 2. September fällt der Startschuss in Österreichs zweithöchster Liga und die St. Pöltner Falken empfangen die Zweier-Mannschaft der HLA-Fivers aus Margarethen.

Nach einer 20:40-Pleite gleich im ersten Testspiel gegen das HLA-Team aus Krems hat sich die neu zusammengewürfelte und sehr junge Truppe von Spielertrainer Max Wagesreiter erfangen und zuletzt ein Remis gegen Hollabrunn geholt.

Filzwieser-Abgang weiterhin bitter

„Die Verunsicherung war anfangs schon groß, weil wir nach dem Abgang von Filzwieser, der sich letztlich doch für Krems und die Rückkehr in die HLA entschieden hat, auf einen sicheren Rückhalt heuer verzichten müssen, aber schön langsam fasst die Truppe Vertrauen in unsere Youngsters im Tor“, ist Obmann Kögl eine Woche vor Saisonstart doch guter Dinge.

Lange hatten er und sein Vorstandskollege Johannes Kral mit Torleuten verhandelt, doch letztlich scheiterte man an den Finanzen. Ein Slowene wollte etwa 1700 Euro netto plus Wohnung bei 25 Stunden Arbeit in der Woche. „Ich hätte ihn bei mir in der Firma für 38 Stunden angestellt, aber das wollte er nicht“, ärgert sich Kögl.

Auch ohne Stars ist oberes Play-off das Ziel

Obwohl neben Filzwieser mit Prokop, Vuksa und Nigg drei weitere echte Leistungsträger den Klub im Sommer verlassen haben, hofft er aber auch heuer wieder auf einen Platz im Oberen Play-off. „Mit dem Abstieg wollen und sollten wir auch nichts zu tun haben“, ist er überzeugt.

Optimistisch stimmen ihn die bisherigen Leistungen in den Testspielen der Neuzugänge. So ersetzt der 25-jährige Markus Zupanac aus Tulln nun Vuksa am Kreis. „Spielerisch ist auf dieser Position vielleicht Alex Pils besser, aber der Neue bringt Kampfkraft mit“, freut sich Kögl.

Am rechten Flügel soll Linkshänder Jürgen Pfaffinger (21) den Abgang von Prokop vergessen machen. „In Krems hat Pfaffinger kaum Spielzeit bekommen, aber er ist ein guter Griff“, ist Kögl überzeugt und setzt sonst voll auf die eigene Jugend. „Abgesehen von den motivierten Routiniers Wagesreiter und Schildhammer, welche die jungen Spieler führen sollen, müssen sich nun Leute wie Posset, Kral und Weilguny bewähren.“

Was uns nochmals zu den Torleuten bringt. Am Samstag dürfte Mark Hübner in der Startformation stehen, Alternative ist Marc Hevesi. Im Verletzungsfall würde dann schon der 17-jährige Obmannsohn Jakob Kögl nachrücken.

Bei so einem jungen Team ist natürlich die Trainerfrage immens wichtig. Hier mussten die Falken auch noch den Abgang von Co Andi Starkl verkraften. Zum Klub neu hinzugestoßen ist aber Milan Ivanovic für U 18/U 20. Der Linkshänder hat in Hollabrunn seine Spielerkarriere beendet. Außerdem ist der Ungar Janos Frey für die Jugendarbeit zurück.

Mit Puma gibt‘s einen neuen Ausrüster, ein Hauptsponsor wird aber noch gesucht. Und wie sich das Sportzentrum NÖ am Samstag präsentiert, in dem die Umbauarbeiten in vollem Gang sind, wird vielleicht die spannendste Frage zum Saisonstart sein.