Spusu-Challenge:Falken verlieren nach Siebenmeter-Drama. Fivers treffen in der Overtime. St. Pölten protestiert gegen die Wertung des Spiels. Nun warten zwei Auswärtspartien.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 04. September 2018 (03:03)
Fivers Margareten
Stummer von den Fivers II war von den St. Pöltnern Pils (l.) und Kral kaum zu halten. So wie Peter Schildhammer auf Seiten der Falken war er bei den Wienern mit seinen Toren der Man of the Match. Für St. Pölten war es eine unglückliche Niederlage, die allerdings noch am Grünen Tisch ausgefochten wird.

Zum Auftakt der 2. Bundesliga am Sonntag in der Hollgasse zeigten die Frey-Schützlinge, dass sie den Abgang von Spielertrainer Markus Wagesreiter in die Handball-Pension gut verkraftet haben. Praktisch in letzter Sekunde mussten sie durch einen umstrittenen Siebenmeter eine unverdiente Niederlage gegen das Zweierteam der Fivers im Duell der beiden jüngsten Teams der Liga einstecken. Die Wiener spielen die Saison mit einem Altersschnitt knapp über 19 Jahren, aber der St. Pöltner Kader hat nur wenig mehr am Buckel.

Trotzdem war es mit Peter Schildhammer ein Oldie, der als Ex-HLA-Fiver in Diensten der Falken eindrucksvoll zeigte,, dass er mit seinen dreißig Jahren noch nicht zum alten Eisen zählt. „Defensiv machte er mit dem starken Martin Zettel in der Mitte zu, und vorn schoss er Tor um Tor“, war auch Falken-Obmann Michael Kögl begeistert.

Es war ein schnelles Spiel auf Augenhöhe, wobei zu Beginn der junge Falken-Goalie Mark Hübner gleich für die ersten Highlights sorgte. Er entschärfte beispielsweise den ersten Siebenmeter der Hausherrn und wenig später noch einen.

Auf der Gegenseite zeigt sich auch die Deckung der Fivers kompakt, kein Team kann sich deshalb entscheidend absetzen. Nach zwölf Minuten steht es 4:4, nach 19 Minuten 7:7. Auffallend war, dass Fivers-Coach Sandra Zapletal ständig durchwechseln konnte, was Janos Frey auf der Gegenseite mit seinem deutlich kleineren Kader verwehrt war. Ein Umstand, der allerdings bis zum Schluss keinen entscheidenden Unterschied ausmachen sollte. „Meine Burschen sind körperlich hundertprozentig fit“, war Frey zufrieden.

Ihren ersten 2-Tore-Vorsprung (22.) bauten die Hausherren bis zur Pause sogar auf plus vier aus — 12:8. „Ohne den starken Hübner im Tor, wäre die Partie zu diesem Zeitpunkt wohl entschieden gewesen“, fehlte Falken-Pressesprecher Thomas Zettel im Angriff aber auch etwas „das Wurfglück bei zugleich zu vielen 2-Minuten-Strafen“.

Plötzlich brennt bei den Fivers der Baum

Den deutlich besseren Start in die zweite Hälfte erwischen dann aber die St. Pöltner. Nach nur drei Minuten steht es nur mehr 12:11, und Peter Schildhammer gelingt mit seinem bis dahin vierten 7-Meter-Tor bei insgesamt sieben Treffern wieder der Ausgleich (39.). Und nach einem Stangentreffer der Fivers kann er erstmals seit der 18. Minute seine Farben wieder in Führung bringen — Schildhammers achter Streich!

Als Johannes Kral noch ein Tor drauflegt, brennt bei den Fivers der Baum, und die 40 mitgereisten Fans der St. Pöltner übernehmen die Fivers-Festung. Erst ein Time-out beim Stand von 14:16 (42.) bringt dank aggressiverer Deckung die Wiener wieder zurück ins Spiel. 13 Minuten vor dem Ende führen die Falken aber noch 19:18 und erhöhen in Überzahl auf 20:18. Hübner spielte sich in dieser Phase in einen Rausch“, weiß Zettel. Nikolas Weilguny besorgt sogar das 21:18 und Schildhammer, nachdem Stummer um ein Tor verkürzt hatte, das 22:19 — St. Pöltens höchste Führung.

Doch Jürgen Pfaffinger muss wegen seiner dritten Zeitstrafe vom Feld, und Stummer sorgt wieder für den Anschlusstreffer zum 22:23 (53.). Den Ausgleich erzielt dann Mathias Rieger.

Schildhammer mit seinem elften Tor und Wieninger stellen nach Ausgleichstreffern zwar jeweils wieder die Falken-Führung her, die dann durch Jan Neumaier drei Minuten vor dem Ende sogar 25:23 lautet. Hutecek legt wieder für die Fivers nach, dann klärt der Wiener Goalie Haag einen wichtigen Ball und Max Nicolussi gleicht für die Margaretner aus.

Der Falken-Angriff bringt nichts ein, 30 Sekunden vor dem Ende nehmen die Fivers ein letztes Time-out. Stummer trifft per eingespielten Sensations-Flieger 15 Sekunden vor dem Ende zum 26:25.

Die Falken gehen ins Time-out und erhalten sechs Sekunden vor dem Abpfiff einen Siebenmeter. Schildhammer gleicht natürlich aus.

St. Pölten legt Protest gegen Wertung ein

Es folgt ein Tumult, bei dem Kevin Wieninger beim Abwurf zu nah am Gegner gestahnden haben soll, weshalb der Schiri ihm die Rote Karte zeigt und einen 7-Meter für die Fivers verhängt. Hutecek trifft praktisch in der Overtime — die Uhr war abgelaufen — zum 27:26. Die St. Pöltner legten nach dem Spiel noch Protest gegen die Wertung ein, die ÖHB-Gremien werden sich damit zu befassen haben.

„Was jetzt am Ende rauskommen wird, entscheidet wer anderer – wir können aber stolz auf unsere Leistung sein“, meinte Falken-Routinier Peter Schildhammer, der seinen Titel Man of the Match an Mark Hübner weiterreicht: „Was er heute gehalten hat, war sensationell. Mark hat uns vor allem zu Beginn im Spiel gehalten, als wir noch zu fehleranfällig am Feld agierten.“

Nun folgen zwei weitere Auswärtspartien, am kommenden Wochenende in Kärnten und am darauffolgenden Wochenende geht es gegen Bruck, dem Absteiger aus der HLA vom Vorjahr. „Hier gilt es so viele Punkte als möglich mit nach Hause zu nehmen, doch es wird nicht leicht, da einige Jungs leider zum Bundesheer müssen und dadurch das Training etwas darunter leidet“, weiß Zettel.