St. Pölten muss sich Trofaiach geschlagen geben. St. Pöltner Falken werden von den Füchsen zerfleischt. Gäste rächen so die Heimniederlage am Grünen Tisch.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 03. Februar 2021 (01:14)
Keine Geburtstagsgeschenke gab es von den Füchsen für Falken-Spielertrainer Damir Djukic (l.). Auch er hatte nicht seinen besten Tag.
Claus Stumpfer

ST. PÖLTEN - TROFAIACH 23:35. Eigentlich wollten die Falken am Sonntag im Sportzentrum NÖ zur Fuchsjagd blasen, doch rasch wurde klar, dass man es mit extrem motivierten Gegnern zu tun hat. Denen war noch vor der Coronapause ihr Heimsieg gegen die St. Pöltner aberkannt worden, nachdem ein Spieler, der nicht am Blankett gestanden hatte, eingesetzt wurde.

Diesmal lief aber alles regelkonform ab, allerdings von Anfang an wie auf einer schiefen Ebene gegen die St. Pöltner. „Heute kannst Du schreiben was Du willst“, meinte daher auch ein sichtlich schlecht gelaunter Obmann Michi Kögl voller Frust nach dem Heimdebakel. Nachdem nach der 1:0-Führung, die einzige im Spiel, gleich drei Siebenmeter vergeben worden waren und ebenso oft ein Überzahlspiel aufgrund von Strafminuten nicht genutzt werden konnte, stand für ihn fest, dass erneut bei Anwesenheit von Präsidentin Veronika Steiringer kein Sieg im Sportzentrum NÖ gefeiert werden würde. Zwischenstand in der 14. Minute 3:7 aus Falkensicht. „Die 5:1-Defense der Steirer war sehr aggressiv und im Angriff gelangen ihnen einfache schnelle Tore“, meinte Geburtstagskind Damir Djukic.

„Wir haben oft falsche Entscheidungen getroffen und zu viele Abspielfehler im Angriff gemacht, aber wir wollen da jetzt nicht zu zählen beginnen, sondern müssen hart weiterarbeiten und aus den Fehlern lernen“, meinte der Spielertrainer nach dem Match zu seinen jungen Mitspielern. Warum er nicht zählen will, bekannte er im anschließenden NÖN-Gespräch freimütig: „Das würde nicht gut aussehen für mich!“

Marinovic im Tor zog den Falken den Nerv

Auf der Gegenseite war es mit Tormann Luka Marinovic ein Djukic-Freund, der den Unterschied ausmachte. Mit einer 40-Prozent-Quote zog er den Falken den Nerv. Dazu war er beim Einleiten der Konter, als Djukic wieder einmal das 7:6-Spiel riskierte, eine tödliche Waffe. Djukic verteidigt trotzdem den Versuch, bei Angriffen oft den Goalie herausgenommen zu haben. „Wir waren auch im 6:6 chancenlos, deshalb war’s den Versuch wert.“ Und er sieht einen weiteren Vorteil. „Diese Spielweise ist kraftschonender, weshalb sie beispielsweise auch bei der WM so beliebt war. Und nach der langen Pause und dem nur kurzen Training vor dem Restart, sind auch wir alle körperlich noch nicht bei hundert Prozent.“

Aber Djukic kennt auch die Gefahren: „Man muss, wie die Portugiesen, die es perfekt spielen, die Statistiken sehr gut im Kopf haben, wann es gegen einen Gegner etwas bringt. Und man muss es sich zutrauen und im Angriff voll Draufdrücken, sonst geht es schief — wie heute!“

Entscheidend waren die paar Minuten mit dem 7:6-System aber ohnehin nicht, denn die Trofaiacher hatten sich schon bis zur Pause einen Polster von sechs Toren erarbeitet. Das 16:10 bauten sie dann binnen acht Minuten auf acht Tore aus. Beim Stand von 25:15 verließ Falken-Goalie Mark Hübner entnervt sein Gehäuse. Danach tauschten beide Teams munter durch.

Bester Spieler wurde bei den Falken Danijel Arapovic, wohl mehr aus Verlegenheit der Gäste, wen sie benennen sollten. Wirklich gut war auch der Legionär nicht. Bei den Gästen agierte neben Marinovic noch Ante Ratajec herausragend und er erhielt dann auch verdient die Flasche Wein.