St. Pöltens Falken suchen noch Ersatz für Arapovic. Erst am Montag hat St. Pöltens Legionär erklärt, dass er doch nicht zur Verfügung steht. Top 4 im Grunddurchgang bleiben Ziel.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 01. September 2021 (02:09)
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Die jungen Spieler hängen an seinen Lippen. Ex-Nationalteamspieler Damir Djukic hat seine Karriere als Spieler endgültig beendet. Heuer will er mit seinen Jung-Falken trotzdem ins Obere Play-off.
Claus Stumpfer

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Die Handball Ligen Austria präsentieren sich heuer in einem komplett neuem Corporate Design, mit gemeinsamen Logo. ÖHB und WHA teilen sich dabei einen gemeinsamen Außenauftritt. In der HLA Meisterliga kämpfen ab 3. September erstmals zwölf Vereine um den Titel, in der zweigeteilten HLA Challenge, in der auch die SU Die Falken Bachner Bau St. Pölten vertreten ist, wird von 19 Klubs die Mission Aufstieg in Angriff genommen.

Neuer Modus: Was von der HLA als Meilenstein verkauft wird, kommentiert St. Pöltens Obmann Michael Kögl nicht mit der gleichen Begeisterung. Vor allem die Ost-West-Trennung ist ihm, wie vielen, ein Dorn im Auge. „Die Westklubs sind definitiv nicht gleichwertig“, gibt er zu bedenken, und dass sich von ihnen fürs Aufstiegs-Play-off nur zwei statt den vier Teams aus dem Osten qualifizieren dürfen, gibt für ihn die Ungleichheit nur ungenügend wieder.

Dass die Westklubs gar nicht Mitglieder der HLA-Liga sind, also keinen Mitgliedsbeitrag entrichten müssen, und es für sie reicht, beim ÖHB gemeldet zu sein, stößt Kögl sauer auf. Auch müssen die Westklubs keinen kostenintensiven Liveticker während der Matches betreuen und auch Nachwuchsmannschaften stellt kaum ein Westklub in der eigentlich nötigen Anzahl.

Der Nachwuchs: Die Union St. Pölten ist von der U 9 aufwärts in allen Altersklassen vertreten, stellt mit der U 14 und U 16 sogar Mannschaften im Future-Cup, also der bundesweiten Nachwuchsliga. „Außerdem spielt ein Großteil unserer U 16 auch schon U 20“, ist Kögl stolz.

Der Abgang: Trotz der starken Jugend liegen turbulente Tage hinter Falken-Obmann Kögl und Coach Damir Djukic! Nachdem Rückraumspieler Danijel Arapovic wenige Tage vor Meisterschaftsstart völlig überraschend seine Rückkehr in die Heimat bekannt gegeben hat — „seine Frau, die er im Juli geheiratet hat, erwartet ein Baby und es handelt sich um ein Risikoschwangerschaft, sonst wären beide in St. Pölten geblieben“, erzählt Djukic — muss man sich nochmals am Transfermarkt umsehen.

Die erste Option ist am Freitag zwar geplatzt, aber noch hat Djukic die Hoffnung auf einen Rückraumspieler für die rechte Mitte, der defensiv auch Martin Zettel etwas entlasten kann, nicht aufgegeben. „Wollen wir um den Titel mitspielen, brauchen wir auf dieser Position Ersatz“, weiß der Coach. Er selbst steht definitiv nicht mehr zur Verfügung.

Die Vorbereitung: Mit Arapovic oder einem adäquaten Ersatz kann man die St. Pöltner sicher zum erweiterten Favoritenkreis zählen. Die fünf Testmatches, allerdings — bis auf das Mittwochsmatch gegen Hollabrunn noch mit Arapovic — waren vielversprechend. Gegen die drei Ligakonkurrenten Langenlois/Krems II, Tulln und Hollabrunn konnte man allesamt glatt gewinnen, gegen die HLA-Meisterligaklubs (Krems und West-Wien) kassierte man die erwartbaren Niederlagen.

Die Stammkräfte: Schon am Ende der letzten Saison gab es eine tolle Steigerung, nun kehrt auch Johannes Kral nach seinem Intermezzo in Krems und einer einjährigen Verletzungspause zurück. „Für uns praktisch ein Neuzugang“, meint Djukic.

Dazu hat man mit Matthias Bruckner einen der besten Flügel der Liga und mit Mark Hübner einen starken Junggoalie. Martin Zettel als Abwehrchef ist auch offensiv eine Waffe. Die erste Sechs von Coach Djukic wird wohl von Mark Hübner (Tor), Alex Pils (Kreis), Martin Zettel, Jojo Kral, Paul Posset (alle Rückraum), sowie Matthias Bruckner und Jan Neumaier/Jan Hübner (Flügel) gebildet.

Das Derby: Ein Handicap ist, dass man die ersten drei Spiele auswärts bestreiten muss. Eigentlich wäre das erste Match gegen Korneuburg daheim gewesen, doch da das Sportzentrum NÖ nicht frei ist, erfolgte der Platztausch. Rein sportlich ist der Derbykonkurrent ohnehin eine harte Nuss, gelten die Korneuburger doch nach Leoben als heißeste Titelaktie.