St. Pölten

Erstellt am 13. November 2018, 01:27

von Claus Stumpfer

St. Pöltner Falken erkämpfen Remis gegen Fivers. Hoch motiviert gingen die Falken ins Heimspiel gegen die Fivers. Am Ende stand die Partie auf Messers Schneide.

Kevin Wieninger riss im zweiten Durchgang das Spiel an sich und führte die Falken zum 29:29-Remis.  |  Claus Stumpfer

Das Hinspiel in Margareten hatte im Tumult geendet. Nachdem die Wiener den Siegtreffer erst nach Ertönen der Schluss-Sirene erzielt hatten, was auch ein Zuschauervideo der St. Pöltner beweisen soll, hatten die Falken vergeblich gegen die Niederlage protestiert. Umso motivierter waren die Frey-Schützlinge, die Scharte im Rückmatch auszuwetzen. Und das Match wurde zur Werbung für den Handballsport!

Im gut gefüllten Sportzentrum NÖ zeigten die von Janos Frey gut eingestellten Jungfalken eine mehr als ansprechende Leistung. „Das ist insofern beachtlich, als ich mit der Mannschaft komplett praktisch nur am Freitag trainieren kann, weil wir derzeit so viele Spieler beim Bundesheer haben“, ist auch der Coach vom derzeitigen Hoch des Teams überrascht.

„Seit dem Sensationssieg über Hollabrunn sind alle wie ausgewechselt, spielen plötzlich mit breiter Brust, weil sie gesehen haben, dass sie gegen jeden mithalten können“, freut sich auch Obmann-Stellvertreter Kral.

Ein Schlüssel, um gegen die Fivers bestehen zu können, bei denen wieder der Ex-St. Pöltner Damböck die Fäden zog, war die sehr aggressive Spielweise zu Beginn. Und zunächst war auch Falken-Goalie Mark Hübner hellwach. „Er brachte die Angreifer zum Verzweifeln“, lacht sein Teamkollege Kevin Wieninger. So führten die Hausherrn nach 15 Minuten erstmals mit +2 Toren (9:7) und in der 19. Minute sogar +3. „Die Defensive stand in dieser Phase sehr stabil und ließ kaum Würfe zu“, lobt Frey.

Doch dann kommen die Wiener doch zu ein paar einfachen Toren, sodass beim Gleichstand von 16:16 die Seiten gewechselt wurden.

Und der zweite Durchgang begann hektisch, was die Gäste ihrerseits zu einer erstmaligen Zwei-Tore-Führung nutzten. Doch die Falken kämpften sich zurück, glichen zum 21:21 aus (42.). Oldboy Peter Schildhammer brachte dann die Hausherrn sogar wieder in Führung (23:22), doch etliche 2-Minuten-Strafen bringen sie immer wieder in Bedrängnis. Abwehrchef Martin Zettel sah dann sogar wegen der dritten Zeitstrafe Rot (46.). „In der Hektik hatte ich das gar nicht bemerkt, wollte Martin ins Spiel bringen, da war der nicht mehr da“, schildert Frey, der im Finish daher ein Spiel auf Messers Schneide sah. Für Hübner, der mit Fortdauer des Spiels unkonzentrierter wurde, ging der Zweiergoalie Oliver Kaufmann ins Tor (45.) und hielt sensationell. Offensiv hielt Wieninger das Team am Leben. So konnte sich keine Mannschaft absetzen — bis zur 58. Minute. Da führten die Wiener plötzlich 29:27.

Was folgt, ist Gänsehaut pur. Kaufmann pariert sämtliche Würfe der Gäste, Frey nimmt das Time-out und durch geschickte Spielzüge treffen Nico Weilguny und Johannes Kral noch zum verdienten Ausgleich — 29:29. „Ein gerechtes Unentschieden“, ist auch Obmann Michi Kögl überzeugt. Und minutenlanges Standing Ovations bestätigen den Eindruck.

Beste Werfer der Falken war einmal mehr Peter Schildhammer (10), dicht gefolgt vom „Man of the match“ Kevin Wieninger (8). Pfaffinger und Kral trafen je vier Mal.

Es folgt nächsten Sonntag das Heimspiel gegen schlafraum.at Kärnten. Anpfiff im Sportzentrum ist um 18 Uhr.