St. Pöltner Falken sind unbekümmert. Die Quali-Phase ist erst zu Ende gegangen, doch alle Augen sind längst auf das Viertelfinal-Derby am 5. Mai gegen Hollabrunn gerichtet.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 28. April 2021 (01:18)
Legionär Danijel Arapovic (r., beim letzten Spiel in Tulln) soll im Derby gegen Hollabrunn zum „Überflieger“ werden und die Jungfalken ins Semifinale führen.
Stritzl, Stritzl

Bei den St. Pöltnern stand das Derby gegen Tulln nur mehr unter dem Vorzeichen einer optimalen Vorbereitung auf das Viertelfinale im Play-off und Trainer Damir Djukic probierte daher einiges aus. „Das erklärt vielleicht auch die vielen Auf und Abs in unserem letzten Match der Qualirunde“, meinte er zum 32:28-Sieg.

Obmann Michael Kögl wusste nicht ganz, was er davon halten sollte. „Ich habe auf der Tribüne Blut geschwitzt, weil ich gedacht habe, das es vielleicht besser wäre, wenn die jungen Spieler mit einem hohen Sieg Selbstvertrauen tanken würden“, gibt er sich aber einsichtig und erkennt auch ein wenig Taktik dahinter: „Die Hollabrunner werden sicher, wie wir auch wir, eine eingehende Matchanalyse vor dem Derby betreiben und da schauen sie sich mal eine Partie umsonst an!“

Denn mehr als das eigene Ergebnis interessierte die St. Pöltner diesmal fast schon das Resultat vom Schlager der Bonusrunde, denn da wurde ja quasi der erste Play-off-Gegner ermittelt. Am Ende gab’s ein 28:28-Remis, das Bruck/Trofaiach zum ersten Tabellenplatz reichte. Die Steirer wählten danach natürlich auch die Fivers 2 als Gegner, da die nicht fürs Play-off startberechtigt sind, was einem Freilos für Bruck gleichkommt.

Unbekümmert gegen Hammerlos Hollabrunn

Die Hollabrunner wählten dann als Zweitplatzierte (ein Zähler Rückstand) wenig überraschend die Falken als Gegner. „Das Derby ist natürlich ein Hammerlos, denn auch beim 28:28 waren die Hollabrunner sicherlich nicht die schlechtere Mannschaft“, hat Djukic längst in Erfahrung gebracht, dass sie am Samstag auf eine katastrophale erste Halbzeit eine extrem starke zweite folgen ließen, und beinahe in doppelter Unterzahl noch gewonnen hätten.

„Aber wir wollen den harten und beschwerlicheren Weg in Richtung Finale und HLA-Aufstieg gehen“, richtet Obmann Kögl eine Kampfansage an die Titelfavoriten aus dem Weinviertel. Auch einen kleinen Twitter-Krieg mit dem Ex-St. Pöltner Kevin Wieninger gab es bereits. Dessen Ansage, dass er sich auf zwei Heimspiele freue, konterte Kögl trocken: „Ein Drittes können wir nicht anbieten.“ Es knistert also vor dem Derby.

Das erste von maximal drei Viertelfinalduellen wird bereits am Mittwoch, den 5. Mai, über die Bühne gehen. Warum die Hollabrunner die Landeshauptstädter, die alle ihre Spieler im unteren Tableau für sich entscheiden konnten und jetzt sicher besser in Form sind als noch im Grunddurchgang, gewählt haben? „Weil unser Trainer meint, dass ihre Spielanlage uns liegt“, begründet der sportlicher Leiter Gerhard Gedinger. „Aber eigentlich ist es egal, denn wir wollen aufsteigen, müssen deshalbjedenGegnerschlagen.“

Stichwort Spieler: Beide Teams werden wohl auf all ihre Asse zurückgreifen können. Auch Patrick Prokop und Max Wagner kehren in den Hollabrunner Kader zurück.