Harlander bleiben im Abstiegskampf cool

Mit dem Polen Rajski als einzigem Legionär und trotz einem angeschlagenen Goldsteiner wird gegen Schwaz der Platz in der Bundesliga locker gehalten.

Erstellt am 30. Juni 2021 | 01:17
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Die Gemeinderätin Yeliz Zwinz übernahm die Patronanz beim letzten Meisterschaftsspiel des TC Harland und wurde begleitet von ihrem Kollegen Michael Pieber (l.). Harland spielte in der Besetzung Holzinger, Wirlend, Sedletzky, Rajski (hinten, v. l.), Jastraunig udn Goldsteiner. Für die Betreuung sorgten Obmann Didi Sedltezky (r.) und Matthäus Nguyen (Mitte).
Foto: CS, CS

Nach der bitteren Niederlage in Radstadt, ging es für den TC Harland am Samstag daheim gegen Schwaz im direkten Duell um den Klassenerhalt weiter. Verlieren war verboten, wollte man nicht in Tirol gegen Telfs, das man im Grunddurchgang daheim nur knapp mit 5:4 hatte besiegen können, gegen den Abstieg spielen.

Die Sorgen von Harlands Obmann Dietmar Sedletzky vor dem vorentscheidenden Spiel waren aber groß. Statt wie vorgesehen in Bestbesetzung antreten zu können, waren ihm die Legionäre reihenweise ausgefallen. Der Deutsche Daniel Masur, als Spieler auf Eins gehandelt, schaffte es in Wimbledon mit einem Sieg über Österreichs Sebastian Ofner sensationell ins Hauptfeld. „Wir freuen uns mit ihm und wünschen ihm dort viel Erfolg, aber für uns kommt dieses Karrierehighlight doch zum ungünstigsten Zeitpunkt“, meinte Sedletzky.

Der Brasilianer Bruno Sant‘Anna spielte in Deutschland Bundesliga, auch Daniel Brands und Vaclav Safranek fielen aus, der Deutsche laboriert an einer Knöchelverletzung, der Tscheche hat wie Thiem Probleme mit der Schlaghand. Also versuchte Sedletzky seinen slowakischen Star Jozef Kovalik zu reaktivieren, doch der sagteaus familiärenGründen ab. Kovalik gegen Österreichs Nummer 30 auf Eins auflaufen zu lassen, wäre purer Luxus gewesen, doch weil auch Peter Goldsteiner nicht fit war, schien es nötig.

Am Morgen des Matchtags kam dann der 30-jährige Goldsteiner trotz Knöchelblessur doch leicht humpelnd ins Klubhaus. „Wenn ihr mich braucht, dann trete ich an“, lautete sein Angebot.Die Harlander nahmen dankend an, wohl wissend, dass die Partie auf Zwei für ihn zwar nicht zu gewinnen sein wird, aber so wuchsen die Chancen für die restliche Truppe.

Nervenflattern beim gemeinsamen Frühstück

„Die Stimmung im Team beim gemeinsamen Frühstück war dann aber doch angespannt wie selten zuvor“, schildert Sedletzky. Dass die Begegnung vor einer spärlichen Zuschauerkulisse eröffnet wurde, verbesserte die Laune auch nicht wirklich.

Doch nach den ersten Games der Spiele auf den Positionen zwei, drei und vier hellten sich die Mienen der Harlander schlagartig auf. Denn sogar Goldsteiner gibt zu Beginn das Tempo gegen Schroll vor. Erst mit Fortdauer des Matches nutzt sein Gegner aber den eingeschränkten Bewegungsradius des Harlanders aus — 4:6 2:6.

Doch Dominik Wirlend fegt dafür auf Drei über die ehemalige Nummer 460, Matthias Haim, wie ein Tornado hinweg. Der 30-Jährige führt mit 6:3, 3:0, ehe der Tiroler ein letztes Aufbäumen zeigt. Wirlend bleibt cool und holt sich auch den zweiten Satz mit 6:3.

Zeitgleich auf Platz Eins zeigt Markus Sedletzky sein bestes Tennis und gewinnt gegen den Deutschen Daniel Baumann 6:3, 6:2. Nach der Wellness-Woche war der 32-Jährige gegenüber dem Radstadt-Auftritt kaum wieder zu erkennen, wirkte topfit, nachdem er dort noch vom Platz „gekrochen“ war.

Auf Eins spielte als einziger anwesender Legionär Maciej Rajski. Schon bei seinen bisherigen Einsätzen war der Pole für Harland immer eine sichere Bank, meist aber auf Zwei. Diesmal serviert er humorlos Waldner ab — 6:2, 6:0. Lukas Jastraunig siegt übrigens mit demselben Ergebnis auf Sechs. Nur Paul Holzinger macht es wieder spannend: Nach einem schnellen 2:6 wehrt er in Satz zwei bei 5:6 vier Matchbälle ab und kämpft sich ins Tiebreak. Dort liegt er 2:6 zurück und wehrt nochmals drei Matchbälle ab, ehe er doch mit 5:7 unterliegt.

Trotzdem muss man den 26-Jährigen bewundern. Nach absolviertem Medizinstudium arbeitet er bereits im Klinikum St. Pölten, macht aber dazu noch die Ausbildung zum Kieferchirurgen. „Ich versuche trotzdem voll zu trainieren, aber manchmal bin ich müde“, hat er eine gute „Ausrede“, warum es nicht ganz so toll läuft wie im Vorjahr.

„Ich versuche trotzdem voll zu trainieren, aber manchmal bin ich müde“

Der Zwischenstand von 4:2 nach den Einzeln machte die Doppel nochmals interessant. Eines mussten die Harlander gewinnen, doch bei der Aufstelung hätte sich Dietmar Sedletzky fast selbst „überdrippelt“. „Nach langer Überlegung wird meine Aufstellung riskanter als geplant, da die Gegner sie antizipiert und quasi gespiegelt haben“, wurde der Obmann nochmals nervös.

Doch auf die heurige Doppelstärke der Harlander Jungs ist heuer Verlass. Wirlend/Sedletzky holen das Einserdoppel mit 6:3, 6:4 und fast zeitgleich gewinnen Goldsteiner/Holzinger 6:3, 6:4. Rajski/Jastraunig benötigen nur wenig länger — 6:2, 7:5. Der Klassenerhalt steht fest!