Hoffmann crasht mit Tempo 230. Unter keinem guten Stern standen die Rennen in der Formel Renault für unsere zwei Fahrer aus dem Bezirk St. Pölten

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 05. Mai 2021 (00:09)
Der Formel Renault von Roman Hoffmann geht wie die Feuerwehr und ist schier unzerstörbar. Selbst nach einem Crash mit 230 km/h reicht‘s am nächsten Tag schon wieder für Rang zwei! 
Team Hoffmann Racing

An Spektakel herrscht bei den Ersatzrennen für Brünn kein Mangel! Und die Bezirksfahrer Hannes XL Gsell und Roman Hoffmann sind am Slovakiaring mittendrin statt nur dabei.

Vor allem Hoffmann erwischt es gleich beim ersten Rennen heftig. In der Formel Renault komfortabel vor seinem Teamkollegen Benni Dam in Führung liegend, fährt direkt hinter dem Böheimkirchner der in der Formel 3 startende Philipp Thiel mit den Messern zwischen den Zähnen. Der Youngster verschätzt sich beim Anbremsen vor Start und Ziel bei 230 km/h und fährt Hoffmann schräg übers Heck. Thiel überschlagt sich mehrmals, sein Bolide zerfällt in Einzelteile. „So ein Unsinn“, knurrt Hoffmann fassungslos, fahren die beiden doch in verschiedenen Klassen! Dam, knapp dahinter, kann mit guter Reaktion und Glück den Teilen, die quer über die Strecke verteilt sind, gerade noch ausweichen und zum Sieg fahren.

Die Sensation in der Nacht: Team Hoffmann Racing kann den beschädigten Boliden für Sonntag in Stand setzen! „Mein Dank gilt den Mechanikern, das war großartig“, lobt Hoffmann.

„Mein Dank gilt den Mechanikern, das war großartig“

Während Dam im Qualifying seinen Wagen wieder an die Pole setzt, plagen Hoffmann erste Kupplungsprobleme (7. Platz). Doch beim Rennstart überholt er drei Autos bis zur ersten Kurve. Gsell nach einem guten Start auch Platz zwei hinter Dam, dreht diesen ins Kiesbett. „Warum bremst er so früh“, lautet Gsells launiger Kommentar. Er kann das Momentum aber nicht nutzen. Nachdem er schon das erste Rennen wegen einem Sensorproblem von ganz hinten angegangen ist — am Ende gab’s aber Rang vier — kann er im zweiten die Führung nicht halten. Hoffmann und Youngster Alex Geier überholen. „Das war ein wunderschöner Zweikampf über mehrere Kurven mit Hoffmanns Ex-Piloten“, findet Gsell, der auf Rang drei liegt, als erneut das Safety-Car ausrückt.

Nach sieben Runden überholt Geier dann Hoffmann und auch Gsell rückt an und kann schon Hoffmanns Gedanken lesen: „Verdammt, jetzt kommt der Gsell!“ Der wird aber Opfer seines eigenen Renauer-Teamkollegen. „Er schupft mich glatt in einen Dreher, der Motor stirbt ab und mein wehleidiger Starter bewegt sich kaum“, klagt Gsell. Erst nachdem das ganze Feld vorbei ist, kann er weiterfahren, der letzte Platz ist aber besiegelt.

Auch Hoffmann entgleitet der Sieg, Geier überholt ihn in der Schlussrunde. Wegen Kupplungsproblemen bleibt Hoffmann als Zweiter in der Auslaufrunde stehen, bedauert aber vor allem Dam: „Er hat unverschuldet wichtige Meisterschaftspunkte verloren. Ich wollte ja nur den zweiten Wagen präsentieren.“ Beim nächsten Event Ende Mai am Salzburgring soll er „in perfektem Zustand“ vermietet werden.