Das war das Sportjahr 2021 in Stadt und Region St. Pölten

Die Höhepunkte des Sportjahres 2021 in Stadt und Bezirk St. Pölten auf einen Blick.

Erstellt am 30. Dezember 2021 | 05:33
Lesezeit: 5 Min

Überflieger unterm Korb

Die Basketballer des SKN St. Pölten mausern sich zur Überraschungstruppe der Superliga, setzen sich durch eine starke Serie im Herbst unter den Top Drei fest.

Rashaan Mbemba gehört zu den Aufsteigern bei der Worenz-Truppe und debütiert mit 18 Jahren auch schon im österreichischen Nationalteam.

Wölfinnen setzen Serie fort

Der SKN St. Pölten jubelt im Sommer über den sechsten Titel in der Planet Pure Frauen-Bundesliga. Auch die folgende Hinrunde beenden die Wölfinnen auf Platz eins.

Wölfinnen SKN setzen Serie fort
Der SKN St. Pölten jubelt im Sommer über den sechsten Titel in der Planet Pure Frauen-Bundesliga. Foto: Wallner
Foto: Wallner

In der Champions League-Qualifikation ist nach einem 7:0 gegen Besiktas Istanbul aber Endstation. Die Ladies von Liese Brancao müssen sich Juventus Turin beugen.

Dusek stößt in neue Sphären vor

Der Herzogenburger Boardercrosser fährt im Dezember seinen ersten Weltcupsieg ein.

440_0008_7208435_stps13snowboard_dusek_fowoell.jpg
Jakob Dusek fährt im Dezember seinen ersten Weltcupsieg ein.
Foto: Wöll

Das erfolgreiche Trendsport-Weichberger-Team hat ein neues Zugpferd. Im italienischen Cervinia feiert der 25-jährige Herzogenburger Jakob Dusek seinen ersten Sieg im Weltcupzirkus. „Es war ein unbeschreibliches Gefühl, als ich im großen Finale als Erster über die Ziellinie gefahren bin“, schwebt der Boardercrosser auf Wolke sieben. „Für mich geht ein Kindheitstraum in Erfüllung.“

Im Gesamtweltcup liefert sich Dusek ein hartes Rennen mit dem Vorarlberger Routinier Alessandro Hämmerle. Das große Ziel bleibt die Qualifikation für die Olympischen Spiele in China – und da liegt Dusek gut auf Kurs.

Die Region ist bei den Crossern gut vertreten. Und die nächsten Talente scharren schon in den Startlöchern – wie der Böheimkirchner Felix Powondra, der bei der Jugend-Weltmeisterschaft in Krasnojarsk mit einer sensationellen Silbermedaille aufhorchen lässt. Seine jüngere Schwester Paulina (16) legt mit Bronze bei der Staatsmeisterschaft Anfang April eine Talentprobe ab.

Schrott beendet ihre Karriere

Parade-Athletin der Union St. Pölten hängt die Laufschuhe an den Nagel.

Etwas endet, etwas Neues beginnt. Mitte August bestreitet Beate Schrott im oberösterreichischen Andorf ihr letztes Rennen. Die 33-jährige St. Pöltnerin gewinnt zum Abschluss noch einmal, absolviert die 100 Meter Hürden in starken 13,12 Sekunden. Danach ist Schluss.

Beate Schrott Rücktritt Rückblick Symbolbild
Start in einen neuen Lebensabschnitt. Beate Schrott beendet Mitte August ihre große Karriere. Als erste Österreicherin hat die St. Pöltnerin die 13-Sekunden Schallmauser knacken können. Foto: Wallner
Foto: Wallner

Die Parade-Athletin der Union St. Pölten beendet ihre Karriere, heiratet wenig später ihren Chris Taylor (zweifacher Dreisprung-Olympiasieger). Die studierte Medizinerin konzentriert sich auf Job und Familie.

Nach dem Karrierehöhepunkt gefragt, muss die Hürdensprinterin nicht lange nachdenken. 2012 läuft sie in London ins olympische Finale und belegt dort Rang sieben. Im selben Jahr stellt sie mit 12,82 Sekunden den heute noch gütigen Rekord über die 100 Meter Hürden auf.

„Rekorde sind dazu da, um gebrochen zu werden“, gibt Schrott der 23-jährigen Karin Strametz gute Chancen, ihre Bestmarke irgendwann zu knacken. Die St. Pöltnerin hat als erste Österreicherin die 13-Sekunden-Schallmauer durchbrochen: „Das kann mir keiner nehmen.“

2016 in Rio läuft‘s für Schrott gar nicht nach Wunsch. Sie wird unter 47 Starterinnen nur Vorletzte: „Danach wollte ich hinschmeißen.“ Heute ist sie froh, damals nicht aufgehört zu haben. „Weil ich die Leichtathletik mit einem schlechten Gefühl verlassen hätte“, bezeichnet es Schrott auch als einen Glanzpunkt ihrer Karriere, wieder Freude am Sport gewonnen zu haben.

2021 setzt sie noch einmal 13,04 Sekunden als Bestleistung in die Bahn, scheiterte knapp am Olympialimit für Tokio. Und verlässt somit den Sport erhobenen Hauptes – als echter Champion eben.

St. Pöltnerinnen schreiben Geschichte

Mit einem historischen Erfolg endet die Leichtathletiksaison für die Union St. Pölten. Erstmals nach 57 Jahren holt der Erfolgsverein den ÖLV-Cup-Gesamtsieg bei den Frauen. Diese Wertung beinhaltet die Ergebnisse aller österreichischen Meisterschaften, an denen heuer insgesamt 224 Vereine teilnehmen.

„In die großen Fußstapfen des Dreamteams um Liese Prokop, Maria Sykora, Eva Janko und Inge Aigner zu treten, ist etwas ganz Besonderes“, freut sich Union-Boss Gottfried Lammerhuber.

Tristans Premiere

Im Dezember schafft Skicrosser Tristan Takats erstmals im Weltcup den Einzug in ein großes Finale. In Innichen belegt der Böheimkirchner schließlich den vierten Rang im Endklassement.

Durchwachsene Handballsaison

In der HLA Challenge (zweithöchste Spielklasse) bleiben die St. Pöltner Falken lange unter den Erwartungen und tragen sogar kurzzeitig die rote Laterne. Im Herbstfinish können sich die Landeshauptstädter aber verbessern.

Die St. Pöltner Union-Girls kämpfen in der WHA Challenge um den Titel, kassieren aber im Topspiel gegen Tulln eine Niederlage – und den wohl entscheidenden Rückschlag. Die Ansetzung der Partie trotz Corona-Ausfällen bei den Union-Girls sorgt für mächtigen Ärger bei den St. Pöltnerinnen.

Reifeprüfung am Rad

Eigentlich will sich Cornelia Holland in ihrem Maturajahr voll auf die Reifeprüfung konzentrieren und die Straßenrennsaison auslassen. Doch die Wilhelmsburgerin disponiert um – und belohnt sich mit Gold. Die Maturantin vom RRT Pielachtal schnappt sich in Kufstein sensationell den U23-Titel.

Relegation verloren

Das war knapp für die St. Pöltner Volleyballer! Die Panthers qualifizieren sich im Frühjahr überraschend für die Relegation ums Ticket für die 1. Bundesliga. Ratheyser & Co. unterliegen Erstligist Hartberg und verpassen den Aufstieg. Im Sommer müssen die Panthers umbauen. Jonah Zelenka verlässt die NÖ-Metropole und dockt bei Spitzenklub VCA Amstetten an.

Tolle Triathlon-Premiere

Allen Corona-Sorgen zum Trotz kann Ende Mai die erste Auflage der Challenge St. Pölten rund ums Sportzentrum über die Bühne gehen. Unter 1.700 Triathleten setzen sich nach 1,9 Kilometern Schwimmen, 90 Kilometern Radfahren und 21,1-Kilometer-Laufdistanz die beiden Deutschen Anne Haug und Frederic Funk durch.

Infrastruktur wächst

St. Pöltens Leichtathletik bekommt im Winter die lange ersehnte Halle am Areal des Sportzentrums. Und die Nachwuchsabteilung des SKN (samt Juniors) erhält auf der Verbandssportanlage in Stattersdorf eine neue Heimat. Die Adaptierung verzögert sich jedoch. Die für den Herbst geplante Übersiedelung erfolgt erst im Winter.

Der Guru geht

Nach vier Jahrzehnten sagt Christoph Schwarz Adieu. Der St. Pöltner Schwimmguru reicht das Staffelholz bei der Generalversammlung im September an Julia Kastner weiter.

Der olympiaerfahrene Adam Thoroczkay übernimmt die sportliche Leitung beim ESV St. Pölten. Das Citysplash bekommt im Winter eine Traglufthalle, die heimischen Schwimmtalente freuen sich über verbesserte Trainingsbedingungen.

WM ohne Happy End

Die St. Pöltner Karateka Kristin Wieninger holt sich zwar den Staatsmeistertitel, verpasst aber die Qualifikation für die Olympischen Spiele. Bei der Weltmeisterschaft in Dubai muss sich der Kellner-Schützling mit Rang 29 begnügen.

Winterkrone für Hafnerbach

Nach der abgebrochenen Saison 2020/21 startet die TSU Hafnerbach durch. Wegen des Tribünenbaus auf der eigenen Sportanlage müssen die Hafnerbacher nach Haunoldstein ausweichen. Was der Leistung aber keinen Abbruch tut.

Mit drei Zählern Vorsprung auf den von Frenkie Schinkels betreuten SC St. Pölten schnappt sich die TSU den Herbsttitel in der neu geschaffenen 2. Klasse Traisental/Alpenvorland.

Klassenerhalt geschafft

Mit einem Heimerfolg gegen Schwaz sichert sich der TC Harland den Verbleib in der Tennis-Bundesliga - und das trotz des Ausfalls von vier Legionären in dieser Schnittpartie. Vor allem im Doppel zeigen Markus Sedletzky & Co. entscheidende Qualitäten.