Wackler kostet den Titel. Staatsmeisterin Kristin Wieninger musste sich im Finale Patricia Bahledova geschlagen geben. „Auch Silber muss man gewinnen“, lobt Trainer Erhard Kellner.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 26. Juni 2018 (01:00)
Freuten sich über tolle Erfolge bei den Austrian Juniors Open. ÖKB-Sportdirektor Martin Kremser mit Sima, Funda und Isra Celo sowie NÖ Sportdirektor Erhard Kellner (v. l.).
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Die International Austrian Junior Open zählen zu den größten europäischen Jugend-Turnieren. Heuer wurden nicht weniger als 1096 Starts gemeldet, und die Teilnehmer kamen aus 161 Organisationen beziehungsweise 26 Nationen. Das NÖ Karate-Leistungszentrum schickte seine Aushängeschilder für die Kata-Bewerbe ins Rennen.

Die Staatsmeisterin und WM-Dritte Kristin Wieninger hatte 2016 die U-18- und im Vorjahr die U-21-Kategorie, gewonnen, ging also als Titelverteidigerin ins Rennen und begann nach Freilos wie gewohnt mit einem 5:0 über die Schweizerin Elena Blaser. Auch die starke Nationalteamkollegin Laura Verschnig aus Feldkirchen in Kärnten konnte die Heeressportlerin nicht bremsen (4:1). Im Endkampf passierte Wieninger dann aber ein „Wackler“, was den Kampfrichtern keine andere Möglichkeit ließ als ihre Finalgegnerin Ex-Vereinskollegin Patricia Bahledova (nun Vorarlberg) zur Siegerin zu erklären. „Ohne diese Unkonzentriertheit hätte sie haushoch gewonnen, denn in Österreich ist sie derzeit kaum zu schlagen“, sieht aber auch Trainer Erhard Kellner nun die zeit für eine Regenerationspause im Sommer gekommen. „Die hat sie sich redlich verdient, denn auch eine Silberne muss man gewinnen“, betont er, dass es sich nicht um verlorenes Gold handelt. „Das gibt‘s im Sport nicht“, meint der UKC zen Tai Ryu HAK-Boss nüchtern.

SLZ/HASL-Athletin Funda Celo aus Neulengbach startete aus einer anderen Ausgangsposition: „Sie konnte im Zug ihrer bisherigen Starts nur Silber (2016) und Bronze (2017) bei den Kadetten (U 16) gewinnen und war heiß auf einen Sieg“, erklärt Kellner.

Gleich zum Auftakt des Juniorinnen-Bewerbs (U 18) traf sie auf die Salzburgerin Valentina Dimoski, die wie Celo mazedonische Wurzeln hat, und gewann 4:1. Zum Einzug ins Finale folgten zwei glatte 5:0-Siege über die Italienerin Veronika Durisotti und die Münchenerin Pia Kreuzer. Im anderen Pool hatte sich die Italienerin Jennifer Regis beim Finaleinzug mit 3:2 knapp gegen die ebenfalls für den UKC kämpfende Langenloiserin Verena Köfinger durchgesetzt, musste aber Funda Celos Überlegenheit akzeptieren, die nichts anbrennen ließ und mit 5:0 bei diesem Turnier ihr erstes Gold abholte. Köfinger überraschte mit Bronze, das sie über die Trostrunde erkämpfte.

Isra Celo gab keinen Punkt ab

Auch Fundas jüngere Schwester Isra Celo war bislang zweimal dabei und stand bei den U-12-Youngsters mit Silber (2017) und Bronze (2016) genau sooft am Podest. Ein Sieg blieb ihr bis heuer verwehrt. Doch bereits der klare Auftaktsieg mit 5:0 über die Tschechin Barbora Vachoutova deutete an, dass der Sieg über die junge Neulengbacherin führen muss. In der Folge wurden die Welserin Viktoria Glaser, die Münchenerin Elisabeth Berger, die Italienerin Francesca Parola und zum Finaleinzug die Deutsche Rita Siebert mit jeweils 5:0 überrollt. Der Endkampf endete so wie der Bewerb begonnen hatte: Isra Celo gewann mit 5:0 über die Deutsche Jessica Vlai. „Isra gab in ihren sechs Begegnungen keinen einzigen Punkt ab, das habe ich noch selten erlebt“, strahlte Kellner.

Last but not least kämpfte sich auch die 11-jährige Sima Celo aufs Podest. In der U-12-Kata gewann sie die ersten drei Runden gegen die Dänin Janse van Rensburg (5:0), Irene Machetti aus San Marino (5:0) und die Schweizerin Lila Ritz (4:1), ehe sie an der späteren Siegerin Vanesa Borisova (Slowakei) mit 1:4 hängen blieb. Der Trostrundensieg über die Italienerin Francesca Crucitti brachte ihr mit 5:0 die Bronzemedaille.