Kickinger mit viel Risiko bei Landesmeisterschaften. Böheimkirchnerin muss in Mödling mit Rang zwei vorliebnehmen. Mit Rekordmannschaft von 39 Wettkämpfern gibt Union St. Pölten kräftiges Lebenszeichen.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 07. Mai 2019 (00:43)
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Die Turnerinnen des LLZT St. Pölten. Die Trainerinen Agnes Hodi (l.) und Szimonetta Lehota (r.) mit Thaler, Panauer, Wolf, Kickinger, Gwiss, Markovic und Valenta.

Die Titelmehrkämpfe im NÖ Kunstturnen wurden heuer in einer zweitägigen Rekordveranstaltung in Mödling ausgetragen. Noch nie gab es so viele Anmeldungen, sodass zwei volle Tage für die Austragung erforderlich wurden. Auch die Union St. Pölten toppte ihre Teilnehmerzahl aus dem Vorjahr erneut um mehr als 20 Prozent und ging trotz einiger krankheitsbedingten Ausfälle mit insgesamt 39 Wettkämpfenden über alle Altersklassen von sechs Jahren aufwärts an den Start.

Das Hauptaugenmerk galt den nationalen und internationalen Wettkampfstufen der Mädchen. Insbesondere auf die Eliteklasse warteten alle mit Spannung, da die einzig verbliebene ÖFT-Kaderturnerin Selina Kickinger erstmals nach langer Verletzungsserie wieder an den Start einer lokalen Meisterschaft ging. Den Spitzenbewerb konnte aber überraschend Klara Reisel aus Gänserndorf mit 0,6 Punkten Vorsprung auf Kickinger für sich entscheiden. Auf Rang drei, ebenfalls mit knapp 0,6 Punkten dahinter, reihte sich Ex-Nationalturnerin Linda Hamersak ein, die ihr Training seit dem Rücktritt deutlich zurückgeschraubt hat.

Drei Stürze Kickingers waren für Sieg zu viel

Beim Wettkampf des Elite-Trios aus Gänserndorf, Böheimkirchen und Ternitz hätte sowohl Erwartungshaltung wie Zielsetzung daher unterschiedlicher nicht sein können. Trainerin Agnes Hodi war trotzdem mit der Leistung ihres Schützlings zufrieden. „Selina hat sich sehr gesteigert, ging volles Risiko mit extrem schweren Übungen und hatte daher drei Stürze“, legte sie das Hauptaugenmerk auf den Schwerigkeitsgrad der Übungen. „Wir haben alle schwierigen Elemente ausprobiert und sie hat diese ganz toll gemeistert“, sieht sie dies aber vom Kampfgericht auch nicht ganz beachtet.

„Ihre Bodenübung mit doppeltem Bücksalto ist Selina sehr gut gelungen, weshalb sie auch danach zu Tränen gerührt war“, schildert Hodi. Es war erst das zweite Mal, dass Kickinger dieses Element geturnt ist. „Leider bekam sie auch in diesem Gerät vom Kampfgericht nicht die verdiente Anerkennung dafür“, meint Hodi, die jetzt noch einen „Trainingswettkampf“ vor den zwei Weltcupstarts mitnimmt.

„Wenn sie sich weiterhin so gut steigern kann wie seit ihrer Verletzungspause, dann wird sie uns in den nächsten Wochen viel Freude bereiten“, glaubt Hodi an ihren Schützling

Da St. Pöltens Vereinsaushängeschild Alina Schmoll ihre Verletzung nicht vor nächstem Herbst auskuriert haben wird, konnte sie im Elitebewerb nicht antreten. Allerdings holten sich die beiden Titel der NÖ Junioren- und Jugendmeisterin Marie Wolf (14) (SLZ/BORGL) und Anna Panauer (13).

Wolf hatte in keine Konkurrenz, allerdings freute sie sich in der Gästewertung über die Tatsache, dass sie nur knapp hinter der österreichischen Juniorenkaderturnerin Palicka aus Wien lag.